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Solide Adidas-Gruppe quält sich weiter mit den Währungen

  • Markus Huber
  • Donnerstag | 06. November 2014  |  09:11 Uhr
Für die ersten neun Monate (30. September) des aktuellen Geschäftsjahres konnte die Adidas Group ein ordentliches Zahlenwerk vorlegen. Nur die Wechselkurse und der Golfsport wollen von der Sorgenliste nicht verschwinden.
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Für Adidas dürfte sich die Fußball-Weltmeisterschaft gelohnt haben. Das große Fußballfest verlangte den Drei Streifen aber auch Investitionen ab.
© ADIDAS

Die Diskrepanz zwischen währungsbereinigten Zahlen und den effektiven Werten in der Berichtswährung Euro zeigt sich bereits beim Umsatz: In konstanten Währungen schnellte der Umsatz um 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr nach oben, in Euro nur um 1 Prozent. Insgesamt beliefen sich die Erlöse in den neun Monaten auf etwas mehr als 11,1 Mrd. Euro.

Während der Großhandel in konstanten Währungen vor allem aufgrund der Performance der Marken Adidas und Reebok um 6 Prozent stieg, kletterte der eigene Einzelhandel weltweit um 21 Prozent nach oben.

Sorgen bereitet unverändert der Posten "Andere Geschäftssegmente", der 17 Prozent an Umsatz abgeben musste. Hier schlug einmal mehr das Golf-Business mit zweistelligen Rückgängen bei TaylorMade-Adidas Golf zu Buche.

Währungbereinigt hatte die Marke Adidas um 11 Prozent die Nase vorne, was vor allem dem weltmeisterlichen Thema Fußball sowie Running und der Fashion-Sparte Neo zu verdanken war. Reebok kam mit Fitness, Walking und Retro-Modellen um 6 Prozent weiter.

Nach Regionen wussten die traditionellen Märkte in Westeuropa durchaus zu überzeugen: Dank eines guten Geschäftsverlaufs in Deutschland, Frankreich, Spanien, Großbritannien und Polen gab es hier ein währungsbereinigtes Plus von 7 Prozent. Die europäischen Schwellenländer machten sogar um 20 Prozent an Boden gut. Nordamerika ließ dagegen um 7 Prozent Federn. China steigerte sich um 10 Prozent und Lateinamerika um 22 Prozent.

Die Rohertrags-Marge geriet weltweit um 1,3 Prozentpunkte unter Druck und erreichte einen Wert von 48,5 Prozent. Als Faktoren werden genannt: einmal mehr die Wechselkurse, gestiegene Ausgaben im Einkauf sowie die Margen-sensible Lagerräumung vor allem in Russland. Gleichzeitig landeten die in der Golfsparte erzielten Preise im Bunker. Entsprechend sank der Brutto-Gewinn um 2 Prozent auf knapp 5,4 Mrd. Euro.

Die Gewinne sind weiter rückläufig. Das operative Betriebsergebnis verschlechterte sich um 20 Prozent auf 927 Mio. Euro. Hier spielten auch Investitionen in den eigenen Einzelhandel sowie im Marketing rund um die Fußball-Weltmeisterschaft eine Rolle. Die Aufwendungen für Sales und Marketing stiegen um 8 Prozent auf 1,44 Mrd. Euro. Der Vorsteuer-Gewinn fiel um 19 Prozent auf 892 Mio. Euro. mh

Autor: Markus Huber

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 20/21 / 2014