Dienstag | 20. Februar 2018  |  18:26 Uhr

Kommentar: Der Outdoor-GAU

Da haben wir ihn: Den „Größten Anzunehmenden Unfall“ (G.A.U.) innerhalb der Outdoor-Branche! Ab 2019 wird es zwei Outdoor-Messen geben: Eine veranstaltet vom großen Branchenverband EOG und der Messe München, die andere (weiterhin) von der Messe Friedrichshafen und „einigen Branchengrößen“, wie es heißt.

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Andreas Mayer, Chefredakteur
© Archiv

„Hauptsache, wir stehen zusammen“, analysierte sportFACHHANDEL noch in einem großen Bericht noch im Vorfeld der Entscheidung. Ein Höchstmaß an Transparanz und Professionalität im Entscheidungsprozess sollte „Verlierer“ bei der Abstimmung vermeiden. Und auch der stete Hinweis, dass es nur am Rande um den Standort, sondern vordergründig um ein neues Konzept für die europäische Leitmesse geht, sollte Emotionen aus dem Spiel nehmen sowie Friktionen kaschieren, die mittlerweile aufgrund des starken Wachstums der Branche und der daraus resultierenden Heterogenität fast schon natürlich sind.

Bekleider und Vollsortimenter gegen Hartwaren- und Schuhspezialisten, internationale Global Player gegen regional verwurzelte Familienunternehmen, Urban, Street, Mode gegen Outdoor pur, junge Manager gegen alte Hasen, Endverbraucherorientierung gegen Fachhandelstreue und ja, es ist noch so, auch nach so vielen Jahren noch: Immer noch München gegen Friedrichshafen! Denn der aktuelle Riss verläuft nach wie vor entlang der Frage, die bereits vor 25 Jahren diskutiert wurde, als man schließlich frustriert nach Friedrichshafen zog: Ist Outdoor ein Teil der Sportindustrie und wenn ja, wie groß wird das Thema im Rahmen einer großen Sommermesse gespielt?

Was heißen die neuesten Entwicklungen jetzt für den Handel? „Alles eine Frage der Zeit“, titelte sportFACHHANDEL bereits vor der letzten OutDoor, die auf Wunsch vieler großer Player in den Juni vorgezogen wurde. Der Termin der verschiedenen Messen – inklusive der verschiedenen Ordertage der Einkaufsverbände – wird zum großen Pokerspiel werden. Die EOG betont, rund 70 Prozent der Wirtschaftskraft der europäischen Outdoor-Industrie zu repräsentieren. München habe dabei mehr als dreimal so viele Stimmen auf sich vereint wie der Zweitplatzierte. Einen echten Gewinner sucht man aktuell allerdings vergebens. Denn erst einmal verliert die gesamte Branche!

Andreas Mayer

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Autor: Andreas Mayer

Chefredakteur sportFACHHANDEL / Wanderlust / SkiMAGAZIN

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Dipl. Volkswirt s.R. (Universität zu Köln) +++ zuvor u.a. Chefredakteur outdoor.markt (Jahr Top Special Verlag), Editorial Director Redaktionsbüro Wipperfürth (Köln), Redaktion & Moderation Westdeutscher Rundfunk (Köln), Börsenkorrespondent Johannesburg (Südafrika), Volontariat +++ Persönliche Interessen: Klavier, Jazz, 1.FC Köln

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