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Galeria Karstadt Kaufhof muss ins Schutzschirmverfahren!

  • Andreas Mayer
  • Mittwoch | 01. April 2020  |  18:52 Uhr
Der langwierige und zu bürokratische Prozess für Hilfskredite kosten das erste prominente Opfer: Galeria Karstadt Kaufhof hat ein Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung beantragt.
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Die harten wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise für den innerstädtischen Non-Food-Handel und die langwierige Umsetzung staatlicher Hilfe über die Hausbank haben dazu geführt, dass die Geschäftsführung von Galeria Karstadt Kaufhof vor dem Amtsgericht Essen einen Antrag auf Einleitung eines Schutzschirmverfahrens gestellt hat. Dies gilt auch für die Tochtergesellschaft Karstadt Sports.

Ziel des Schutzschirmverfahrens in Eigenverwaltung ist die Nutzung bestehender rechtlicher Möglichkeiten, um die behördlich angeordneten Filialschließungen und die damit verbundenen hohen Umsatzausfälle ohne eine massive Neuverschuldung zu bewältigen. Die bestehende Geschäftsführung behält im Rahmen des Schutzschirmverfahrens die Kontrolle.

Mit Beginn der Krise Anfang März ist der Umsatz dramatisch zurückgegangen. Seit dem 18. März sind auf behördliche Anordnung hin sämtliche Warenhäuser geschlossen. Jede Woche verliert Galeria Karstadt Kaufhof so mehr als 80 Millionen Euro Umsatz, während wesentliche Kosten weiterlaufen. Bis Ende April wird sich der Umsatzausfall auf mehr als eine halbe Milliarde Euro summieren.

Zur Neuausrichtung der innerstädtischen Warenhäuser von Galeria Karstadt Kaufhof hatte Gesellschafter SIGNA in den letzten Monaten bereits mehr als 500 Millionen Euro investiert. Zusätzlich hat SIGNA in dieser Woche zur Unterstützung des Unternehmens noch einmal weitere 140 Millionen Euro überwiesen.

Miguel Müllenbach, CFO von Galeria Karstadt Kaufhof, erklärt: "Wir haben uns ab dem ersten Tag des Shut Down mit aller Kraft auch um die versprochene staatliche Hilfe bemüht. Wir wertschätzen die Zusagen der Politik für Unternehmen in dieser historischen Krise sehr, sie sind unverzichtbar. In der Umsetzung der staatlichen Garantien kommt jedoch den Geschäftsbanken die entscheidende Rolle zu. Dieser Prozess ist sehr bürokratisch, kostet wertvolle Zeit, ist mit zusätzlichen Hürden verbunden - und hat deshalb einen ungewissen Ausgang. Dies zeigten die Gespräche mit unserer langjährigen Hausbank. Auf eine Lösung können wir aber nicht noch weitere Wochen der Krise warten, sondern müssen jetzt handeln."

Andreas Mayer

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Autor: Andreas Mayer

Chefredakteur

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