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43 Unterzeichner für die Fashion Industry Charter for Climate Action

  • Marcel Rotzoll
  • Montag | 10. Dezember 2018  |  19:14 Uhr
Anlässlich der UN-Klimakonferenz im polnischen Kattowitz haben sich 43 Unternehmen der Textilbranche verpflichtet, die der Charta zugrunde liegenden Prinzipien und Ziele zur Eindämmung der Erderwärmung umzusetzen oder zu unterstützen.
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Die Augen der Welt sind auf den Klimagipfel COP24 in Kattowitz gerichtet, wo die Weltgemeinschaft die Umsetzung der Klimaziele des Pariser Abkommens diskutiert. Die Textilindustrie ist da schon einen Schritt weiter.
© Sympatex

Die Textilbranche gilt nach der Ölindustrie gemeinhin als die zweitschmutzigste Industrie überhaupt. Ganze acht Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes geht auf die Textilindustrie zurück. Erst zu Anfang des Jahres hatten sich deshalb Branchen-Vertreter unter dem Vorsitz von Puma und H&M freiwillig dazu entschlossen, die Initiative zu ergreifen und Maßnahmen zur Verringerung des CO2-Ausstoßes zu erarbeiten.

Als Meilenstein bezeichnet die UN nun die in Kattowitz unterzeichnete Fashion Industry Charter for Climate Action, die aus diesen Bemühungen entstanden ist. Zu den Erstunterzeichnern gehören beispielsweise Adidas, Arcteryx, Esprit, H&M Group, Inditex, Mammut, Otto Group, Puma, Schoeller, Peak Performance, Salomon, Sympatex oder die Outdoor Industry Association (OIA) sowie die Sustainable Apparel Coalition (SAC). Sie alle verpflichten sich, ihre CO2-Emissionen bis 2030 um 30 Prozent zu reduzieren, und definierten dazu bereits konkrete Maßnahmen. Zudem enthält die Charta das Fernziel, bis 2050 Netto-Nullemissionen zu erreichen.

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43 Unternehmen der Textilbranche haben die Fashion Industry Charter for Climate Action unterzeichnet und wollen als Vision bis 2050 null CO2-Emissionen erreichen.
© Sympatex

Für die Umsetzung sind konkrete Einzelmaßnahmen sowie die Einrichtung von Arbeitsgruppen vorgesehen. Zu den Einzelmaßnahmen und konkreten Handlungsanweisungen gehören beispielsweise die gezielte Auswahl klimafreundlicher Materialien bereits im Designprozess, das Monitoring bzw. Reporting des Klimaeffektes durch die verwendeten Rohmaterialien, die Offenlegung der bevorzugten Materialien und der jeweils eingesetzten Energiequellen sowie das Ziel, die eingesetzten Materialien nach Nutzung wieder einer werterhaltenden Kreislaufwirtschaft zuzuführen. Der Beitritt zur Charta steht allen Herstellern offen und wird bereits in vielen Unternehmen diskutiert.

sportFACHHANDEL hatte heute die Möglichkeit, mit Sympatex-Geschäftsführer Dr. Rüdiger Fox in Kattowitz zu sprechen, der mit Sympatex die Charta in den vergangenen Monaten aktiv mitgestaltet hatte. Er freue sich sehr darüber, dass die Charta bereits von über 40 Brands und Organisationen unterzeichnet wurde. „Das zeigt, dass die Zeit reif ist! Und es zeigt, dass sich kein Textilhersteller mehr vor dem Thema drücken kann.“ Die festgeschriebene Reduktion der CO2-Emissionen müsse über die gesamte Industrie hinweg eine Reduktion zum heutigen Level sein: „Das haben wir uns vorgenommen und warum sollte nicht sogar eine noch höhere Reduktion möglich sein?“

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Sympatex-Geschäftsführer Dr. Rüdiger Fox wirkte gemeinsam mit anderen Unternehmen wie Puma oder H&M an der Ausarbeitung der Charta mit.
© Sympatex

Die durch die Charta entstehende Transparenz der Bemühungen der Unterzeichner zur Eindämmung der Erderwärmung sieht Dr. Fox dabei als durchaus scharfes Schwert: „Mit dem Committment verpflichten wir uns, die gesamte Klimabilanz unseres Unternehmens offen zu legen, sowohl für unsere Selbstverbräuche als auch für alles, was in unserer Supply Chain passiert. So entsteht eine sehr hohe Transparenz nach außen. Wir als Teil der Supply Chain von Marken sehen es darüber hinaus als unsere Aufgabe, die Marken bei ihren Bemühungen zu unterstützen. Denn leichter als durch eine entsprechende Membran den CO2-Fußabdruck eines Textils zu senken, kann es für einen Hersteller gar nicht sein.“

Marcel Rotzoll

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Autor: Marcel Rotzoll

Stellv. Chefredakteur sportFACHHANDEL