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Scott-CEO schnappt sich Transa

  • Nicolas Kellner
  • Mittwoch | 09. September 2015  |  15:02 Uhr
Paukenschlag in Zürich: Der Scott-CEO Beat Zaugg übernimmt die Mehrheit bei Transa Backpacking AG. Die Jack-Wolfskin-Stores werden ausgelagert.

Der bisherige Großaktionär Globetrotter, 2009 bei dem Schweizer Outdoor- und Bikehändler eingestiegen, ist damit nur noch zweitgrößter Aktionär bei Transa. Globetrotter soll seine einstige Mehrheit bei Transa jüngst jedoch erst auch auf 25 Prozent zurückgestutzt haben. Zaugg verkaufte jedenfalls soeben ein großes Aktienpaket an Scott Sports und steckt das gesamte Geld in die Transa Backpacking AG.

Transa
Transa-Shop in Winterthur bald mit mehr Bike?
© Transa

Über die Größenordnung ist Stillschweigen vereinbart. Nach offizieller Ankündigung übernimmt der Bike-Manager damit jedoch dei Aktienmehrheit. Für den Deal gründete Zaugg eigens die International Retail Corporation SA, die die gleiche Firmenadresse wie die Scott Sports SA im schweizerischen Givisiez unterhält.

Der Scott-CEO will nach eigenen Angaben nicht in das operative Geschäft von Transa eingreifen. Vielmehr handele es sich um ein privates Investment. Zaugg kündigt aber an, unter strategischen Gesichtspunkten bei Transa mitwirken zu wollen. Daniel Humbel fungiert weiter als CEO von Transa und leitet den Filialisten operativ (neun Verkaufsstellen landesweit, zwei Outlets, Webshop, Umsatz: knapp 53 Mio. CHF). Der Flagshipstore von Transa (4000 qm) am Züricher Hauptbahnhof war 2012 nach Vorbild und mit Hilfe von Globetrotter eröffnet worden.

Jack-Wolfskin-Stores werden ausgelagert

Firmengründer Beat Stünzi bleibt Mitaktionär. Auf Wunsch von Zaugg hält Stünzi das Mandat als Verwaltungsratspräsident weiter inne, heisst es. Im Verwaltungsrat einen Sitz nimmt nach wie vor auch André Lüthi von Globetrotter Schweiz ein. Im Rahmen der Neuausrichtung hat der Verwaltungsrat von Transa außerdem beschlossen, die Outdoor Trading AG zum 20. August 2015 an den Verkaufsleiter der Firma, Jürg Lüthi sowie weitere private Investoren zu verkaufen. Diese Eigenständigkeit garantiere mehr Selbständigkeit und Flexibilität in einem härter werdenden Schweizer Marktumfeld. Der Verkauf an Lüthi biete zudem eine Schweizer Lösung und Kontinuität für die unter Transa geführten Jack-Wolfskin-Stores in der Schweiz.

Nicolas Kellner

Autor: Nicolas Kellner