• sportFACHHANDEL – Das Insider-Magazin mit News · Fakten · Hintergründen

Nike: Mark Parker zieht sich zurück

  • Marcel Rotzoll
  • Dienstag | 29. Oktober 2019  |  12:23 Uhr
Über 13 Jahre lenkte Mark Parker die Geschicke des Weltmarktführers Nike, zunächst als CEO, seit 2016 als President & CEO. Zum 13. Januar 2020 zieht sich Parker nun als Vorsitzender in den Verwaltungsrat zurück. Ihm folgt Ex-Ebay-Manager John Donahoe.

Nike war schon immer eine besondere Marke – und zwar sowohl im positiven wie auch im negativen Sinn. Kaum eine andere Marke entwickelt eine vergleichbare Zug- und Anziehungskraft, gerade auch im Sportfachhandel. Nur wenigen gelingt es, sowohl im Lifestyle- als auch im Performance-Bereich langfristig derartige Erfolge zu feiern. Andererseits hat aber kaum eine andere Marke so wenig Rücksicht auf die regionalen Besonderheiten des deutschen Marktes genommen wie die Amerikaner. Und kaum eine andere Marke hat den eigenen Retail so sehr forciert wie die Marke mit dem Swoosh. Auch dafür steht Mark Parker, der die Nike-Position als unumstrittener Weltmarktführer ausgebaut und das Unternehmen in den vergangenen Jahren zu einem Retail-Riesen gemacht hat. Einer Marke, der deshalb im Zweifel die vielen Accounts in Mitteleuropa zu kleinteilig und anstrengend geworden sind.

Nun zieht sich Mark Parker Mitte Januar von der operativen Spitze des Unternehmens zurück. Er wird jedoch als Executive Chairman sowie als Vorsitzender des Board of Directors über seinen Nachfolger John Donahoe wachen. John Donahoe seinerseits ist ein ausgewiesener Online-Spezialist. Aktuell ist er noch CEO beim Cloud-Spezialisten ServiceNow sowie Chairman der PayPal Holding. Zwischen 2008 und 2015 war Donahoe President und CEO von Ebay. Bereits seit 2014 gehört er zudem dem Nike-Board an.

neuer_name
Der Nachfolger und sein Aufpasser: John Donahoe (rechts) folgt Mitte Januar auf Mark Parker (links), der in die Nike-Kontrollgremien wechselt.
© Nike

Damit dürfte sich an der aktuellen Ausrichtung von Nike, die darauf abzielt, die eigenen Vertriebsaktivitäten im Bereich Nike Direct zu forcieren, nichts ändern. Im Gegenteil, wie auch Mark Parker in einem offiziellen Statement zu Protokoll gibt: John Donahoe sei als Experte unter anderem in den Bereichen der digitalen Wirtschaft und der Technologie „ideal geeignet, um unsere digitale Transformation zu beschleunigen und auf den positiven Auswirkungen unserer Consumer Direct-Offensive aufzubauen.“

Marcel Rotzoll

Rotzoll

Autor: Marcel Rotzoll

Stellv. Chefredakteur sportFACHHANDEL