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Adidas-Personalchefin schmeißt hin

  • Marcel Rotzoll
  • Mittwoch | 01. Juli 2020  |  12:52 Uhr
Mitten in der Corona-Krise und während der Diskussionen um Rassismus-Vorwürfe tritt Karen Parkin, im Adidas-Vorstand für den Bereich Human Resources verantwortlich, zurück. Grund: Sie wolle den „Weg für einen Wandel“ bereiten.

23 Jahre war Karen Parkin bei Adidas. 1997 als Sales Director zu Adidas UK gekommen, hatte sie verschiedene Positionen mit zunehmender Verantwortung innerhalb des Unternehmens in den Bereichen Customer Service, Business Development, Supply Chain und Human Resources inne. Seit 2017 verantwortete sie im Vorstand den Bereich Global Human Resources. Nun verlässt Parkin das Unternehmen, der Aufsichtsrat hat „in gegenseitigem Einvernehmen mit Karen Parkin“ der Beendigung ihrer Bestellung als Vorstandsmitglied mit Wirkung zum 30. Juni 2020 bereits zugestimmt. Kasper Rorsted, Vorstandsvorsitzender von adidas, wird die Verantwortung für Global Human Resources interimsweise bis zur Ernennung einer Nachfolge übernehmen.

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2017 rückte Karen Parkin in den damals neugeschaffenen Vorstandsposten für Global Human Resources auf. Nun schmeißt sie nach Diskussionen um ihr Krisenmanagement im Zuge der Rassismus-Debatte hin.
© Adidas

Adidas und damit Parkin als Verantwortliche waren zuletzt in die Kritik geraten, weil das Unternehmen nicht genug gegen Rassismus in den eigenen Reihen unternehmen würde. Parkin selbst stand zudem Medienberichten zufolge unter Beschuss, weil sie Rassismus intern noch im vergangenen Jahr als „Lärm“ abgetan und gesagt habe, Adidas hätte kein Rassismus-Problem. In ihrem Abschiedsstatement betont sie nun: „Ich bekenne mich nachdrücklich zu unseren Zielen, ein Unternehmen zu schaffen, das in noch größerem Ausmaß von Vielfalt, Teilhabe und Gleichbehandlung geprägt ist.“ Gleichzeitig sei ihr aber „klar geworden“: „Um das Unternehmen zu einen, ist es besser, wenn ich mich zurückziehe und den Weg für einen Wandel bereite.“

Kasper Rorsted fügt hinzu: „Karen hat in den vergangenen Wochen eine wesentliche Rolle dabei gespielt, wie wir Rassismus bekämpfen und aus Adidas ein noch vielfältigeres Unternehmen machen wollen. Sie und der Personalbereich haben zudem maßgeblich zum Schutz der Gesundheit und Sicherheit der 60.000 Adidas-Mitarbeiter während der Coronavirus-Pandemie beigetragen.“ Rorsted wolle Adidas nun „zu einem noch vielfältigeren und inklusiveren Unternehmen“ weiterentwickeln.

Marcel Rotzoll

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Autor: Marcel Rotzoll

Stellv. Chefredakteur sportFACHHANDEL