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Advertorial

„Wir alle können die Ersten sein, die das Richtige tun.“

  • Ralf Kerkeling
  • Freitag | 29. Januar 2021  |  14:24 Uhr
Wenn es um Nachhaltigkeit geht, ist Sympatex einer der Antreiber innerhalb der Branche. Um ihrem Wunsch nach einem geschlossenen textilen Kreislauf mehr Nachdruck zu verleihen, wurden auch Logo und Claim neu kreiert.
Dr. Rüdiger Fox
Sympatex-Chef Dr. Rüdiger Fox will die Vision vom geschlossenen textilen Kreislauf Wirklichkeit werden lassen.
© Sympatex

sportFACHHANDEL: Herr Dr. Fox,Sympatex erscheint 2021 in neuem Gewand. Was sind die Hintergründe für die Logo-Änderung und welche Bedeutung hat der Claim? Wie weitreichend geht die CI-Änderung?

Dr. Rüdiger Fox: Wir haben uns dazu entschlossen, unsere gemeinsame Mission in der Industrie in den Vordergrund zu stellen. „We are the first generation,“ - so lautet der neue Markenclaim von Sympatex. Wir rufen damit zu einer Bewegung auf, gemeinsam eine nachhaltigere Textilindustrie zu schaffen. Alle, die mit uns diesen Weg gehen, verstehen sich als first generation – als erste Generation, die „anders“ wirtschaftet, die „regeneriert“ statt nur generiert. Die Basis bilden recycelte Materialien, die wiederrum recycelt werden können. Die komplette Schließung des textilen Kreislaufs („Closing the Loop“) gemeinsam mit unseren Brand-Partnern, dem Handel sowie dem Endverbraucher voranzutreiben, das ist unser Ziel. Wir alle können die Ersten sein, die das Richtige tun – the first generation. Dabei rückt die Marke selbst in den Hintergrund, das alte Fächer-Logo verschwindet ganz, denn es geht uns um die Sache.

Sympatex Logo
Sympatex geht ins Jahr 2021 mit neuem Logo und Claim.
© Sympatex

Welche neuen Produkt-Errungenschaft aus dem Hause Sympatex dürfen wir für das Jahr 2021 und die Wintersaison 21/22 erwarten?

Besonders stolz sind wir auf unsere neuesten sortenreinen, GRS-zertifizierten Artikel, BANFF – ein 2-Lagen Laminat mit einer sortenreinen PES Oberware aus 100% Alttextilien. Dank unserer 100% recycelbaren PTFE- und PFC-freien Sympatex Membran aus Polyetherester, kann er am Ende des Produktlebenszyklus problemlos dem Textilkreislauf zugeführt werden, ohne aufwändige Trennverfahren notwendig zu machen. Hiermit wollen wir zeigen, dass das Schließen des textilen Kreislaufes bereits heute möglich ist und die Vernichtung von Textilabfällen der Vergangenheit angehören könnte, wenn wir uns nur konsequent dafür entscheiden.

Im Hinblick auf die ehrgeizigen Ziele in puncto CO2-Reduzierung und Kreislaufwirtschaft: Wie ist der aktuelle Stand, bezogen auf Sympatex? Was gibt es Positives zu berichten?

Im Zuge der Umsetzung unserer „Agenda 2020“ setzen wir seit nun rund vier Jahren auf den strategischen Ausbau von Recyclinganteilen in unserem Portfolio. Der Anteil sortenreiner Funktionslaminate mit Ober- und Futterstoffen aus recycelten PET-Flaschen ist im Geschäftsbereich Apparel inzwischen auf über 80 Prozent angewachsen. Doch PET-Recycling kann und darf nur eine Übergangslösung auf dem Weg zu textiler Zirkularität sein. Stattdessen sollten wir uns dem rasch zunehmenden Strom von Alttextilien, der auf Deponien oder in der Verbrennung landet, zuwenden. Bereits in diesem Jahr bieten wir deshalb auch erste Laminate mit Ober- und Futterstoffen aus Alttextilien an, die über eine Kreislaufwirtschaft erworben wurden. Die Entwicklung von BANFF ist Teil unserer „Agenda 2020“ mit dem Ziel, den Textilkreislauf so schnell es geht zu schließen. Bis 2025 soll 50% der verarbeiteten Rohware für das gesamte Sympatex Laminat-Portfolio aus dem geschlossenen Textilkreislauf stammen – bis 2030 sogar 100%. Wir demonstrieren mit unserem neuesten Laminat in unserem Portfolio, dass dies schon heute möglich ist.

Im Bereich Klimaneutralität gehen wir schon seit dem Jahr 2017 innovative Wege. Seit Anfang 2017 ist die komplette Jahresproduktion unserer Membran klimakompensiert. Mit unserem eigenen CO2-Rechner unterstützen wir seitdem auch unsere Brandpartner über die Möglichkeit, sowohl Sympatex Laminate als auch die finalen Endprodukte klimaneutral zu stellen. 2018 waren wir Mitgestalter und Erstunterzeichner der UN Fashion Charta for Climate Action, die mittlerweile alle großen Brands unserer Branche unterzeichnet haben. Bei COP25 im Dezember 2019 haben wir – entsprechend dem Paris Agreement – mit den mittlerweile 110 Unterzeichnern eine freiwillige 30%ige Einsparung von Treibhausgasen bis 2030 beschlossen. Last but not least: Unseren Fuhrpark haben wir kürzlich um 4 E-Autos erweitert und unseren Server-Raum energieoptimiert. Unser CSR-Team hat sich im Bereich Klimaschutz noch einiges Weitere vorgenommen – hierzu können wir wohl Mitte 2021 mehr verraten.

Worin sehen Sie momentan noch Schwierigkeiten in der Umsetzung eines geschlossenen Kreislaufes innerhalb der Textil/Outdoor-Industrie?

Die wichtigsten Technologien gibt es längst, um Polyester zur recyceln – und dieses Material deckt über 50% unserer gesamten Industrie bzw. fast 80% aller Synthetik-Materialien ab. Rund 85% unserer Laminate sind bereits aus Monomaterial (sortenreines PES) und somit ideal für Post-Use-Recycling geeignet. Sogar adäquate Alttextil-Sammelsysteme sind flächendeckend vorhanden. Die Problematik, um den Kreislauf wirklich zu schließen, liegt eher in der Krux, dass der „Design2Recycle“-Ansatz noch nicht flächendeckend umgesetzt ist, um einen wirtschaftlich effizienten Sammel- und Verwertungsprozess zu garantieren. Neben der sortenreinen Produktauswahl spielt nämlich auch die Konstruktion der Endprodukte eine entscheidende Rolle für die rentable Zirkularität von textilen Produkten. Zu diesem Ansatz zählt u.a. eine sortenreine Materialauswahl mit nahtreduzierten Schnittvarianten, in Kombination mit sortenreinen Zutaten und zum Recycling passende Ausrüstungs- und Färbeprozesse.

Wie gestaltet sich die Sympatex-Roadmap für 2021 im Rahmen von Verbesserungen entlang der gesamten textilen Wertschöpfungskette?

Die Sympatex Nachhaltigkeitsstrategie fußt auf 4 Säulen: Recycling, Reduktion von Treibhausgasen, Chemievermeidung und Wassereinsparung. Durch die konsequente Verfolgung der zügigen Umstellung auf recycelte und wiederum recycelbare Funktionstextilien, gehen wir, wie schon erwähnt, drei der vier Probleme – nämlich Textilmülleinsparung, CO2-Reduktion und Wassereinsparung – konsequent an. Die vierte wichtige Säule – die Einsparung von schädlichen Chemikalien aus der Supply Chain – verfolgen wir schon seit vielen Jahren sehr strategisch. Schon 2008 waren wir die Ersten, die eine PFC-freie Ausrüstung für unsere Laminate angeboten haben. Unsere Membran ist ohnehin schon immer PTFE- und PFC-frei. Da wir schon vor so vielen Jahren mit der Umstellung angefangen haben, ist inzwischen 2/3 unseres Portfolios mit leistungsfähiger C0-Beschichtung verfügbar und wir plädieren dafür, die sogenannte „Ewigchemie“ (alias Fluorchemie) endlich für unsere Branche konsequent zu verbieten.

Um den Kreislauf zu schließen, bedarf es auch der Unterstützung durch den Endverbraucher. Was müssen Industrie & Handel in Ihren Augen an Aufklärung leisten, um ein erhöhtes Bewusstsein für Produkte und eine Rückführung in den Kreislauf zu schaffen?

Die Aufklärung des Endverbrauchers ist überaus wichtig. Wir haben bereits vor 3 Jahren mit unserer Kampagne „It’s In Your Hands“ diverse on- und offline Aktionen unternommen, um den Endverbraucher über die Auswirkungen der Textilindustrie auf unsere Umwelt aufzuklären und ihn zu einem bewussten Kaufverhalten zu ermuntern. Auch unsere neue Kampagne „We are the first generation“ soll den Endverbraucher inspirieren und involvieren – und unsere Industrie an unsere Verantwortung erinnern. Allerdings ist Kreislaufwirtschaft die Aufgabe der Industrie, nicht des Endverbrauchers. Unsere Lösungen sind so konzipiert, dass die Kreislaufwirtschaft kein Zwang ist, sondern Lust auf nachhaltige Innovationen macht.

Ist Kreislauf-Wirtschaft zwangsläufig teurer? Muss der Endverbraucher für ein möglichst reines Produkt auch zukünftig bereit sein, mehr auszugeben?

Kurzfristig betrachtet vielleicht schon, aber mittel- und langfristig keinesfalls, denn wir machen im Prinzip aus Müll wieder Gold. Das Schöne wird sein, dass wir in einem solchen System alle Partner sind. Viel zu lange diente das Konzept einer linearen Supply Chain dazu, die Macht des Stärkeren entscheiden zu lassen. In der Zukunft wird auch unsere Industrie sich auf eine zirkuläre Wirtschaft umstellen müssen. Dort ist jeder sowohl Kunde als auch Lieferant – und alle gewinnen nur, wenn sie partnerschaftlich miteinander die Erfolge fair teilen. Je mehr Marktpartner diesen Weg gehen, desto geringer werden auch die Kosten in den einzelnen Steps der Supply Chain – am Ende gewinnt also nicht nur die Natur, sondern letztlich auch der Geldbeutel des Endverbrauchers. Das nennt man dann wohl eine Win-Win-Win-Situation.

Vielen Dank, Herr Dr. Fox

Ralf Kerkeling

Der „Loop“: Die Vision eines geschlossenen Kreislaufs – erklärt im Video von Dr. Fox.

Kerkeling

Autor: Ralf Kerkeling

Chefredakteur

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