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Odlo: CEO macht Dampf - Investor macht Druck

  • Astrid Schlüchter
  • Montag | 14. September 2015  |  13:06 Uhr
Kaum da, macht der neue Odlo-Chef Christophe Bézu mächtig Dampf: Die Marke soll wieder sportauthentischer werden sowie weniger Lifestyle und Outdoor sein, verkündet der Franzose am Sonntag.

Bézu will außerdem den Umsatz von derzeit 145 Mio. Franken (132 Mio. Euro) auf 350 Mio Franken mehr als verdoppeln. Dahinter steckt jedoch offenbar eine Vorgabe des Odlo-Eigentümers Herkules Capital, einem norwegischen Hedgefonds, der jetzt Druck macht. Nicht weniger brisant dürfte die Ankündigung des vor zwei Wochen angetretenen neuen Odlo-CEOs sein, dass man künftig weniger mit dem Outdoor-Markt zu tun haben wolle. Der norwegische Wintersport- und Funktionsspezialist sei "keine Outdoor-Marke", sondern vielmehr "eine Premium-Sport-Marke", wird Bézu in Schweizer Medien zitiert. Die Marke soll an die eigenen Wurzeln anknüpfen, die im Bereich Funktionsunterwäsche lägen, sagt der 57-Jährige.

Odlo
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© Odlo

Das bedeute weiterhin, dass man künftig sich als Ganzjahresmarke positionieren wolle, erklärt der frischgekürte Odlo-Chef und fügt hinzu, dass es viel zu riskant sei, sich zu sehr auf den Winter zu konzentrieren. Für den Turnaround, der ans Eingemachte der Marke, so wie sie jetzt (auch um Handel) aufgestellt ist, gehen dürfte, gibt sich der Franzose anderthalb Jahre. Inwieweit sich der Sinneswandel auf die Struktur der eigenden Läden auwirken wird, bleibt noch unklar. Seit letztem Jahr hatte Oldo begonnen, seine Shops europaweit umzubauen und mit einem übergreifenden CI in punkto Ladenbau, Sortiment und Produktpräsentation zu versehen. Dazu gehörten seinerzeit erklärtermaßen zum Beispiel auch die Kategorien Outdoor und Running. Besonders ehrgeizig klingt außerdem die Ankündigung einer Umsatzverdoppelung innerhalb von 18 Monaten. Auch das will der Ex-Adidas-Manager Bézu, der bereits im Januar in den Aufsichtsrat von Odlo eintrat, innerhalb der nächsten zwei Jahre mit einem Masterplan schaffen.

In den letzten acht Jahren wurde Odlo, immerhin 70 Jahre alt, immer weitergereicht. Herkules Capital hatte 2010 die Mehrheit bei Oldo erworben und folgte seinerzeit dem britischen Finanzinvestor Tower Brook Capital Partners. Miteigentümer sind ferner auch noch Odd Roar Lofterod, der Sohn des norwegischen Markengründers, sowie die Geschäftsleitiung der Odlo Sports Group. Bézus Vorgänger, der Schwede und frühere Peak Performance -GF Jonas Ottoson, hatte relativ glücklos agiert, was in diesem Frühsommer sogar zu Übernahmegerüchten von Oldo führte. Für Marktkenner wird deutlich, dass der Osloer Hedgefonds nach fünf Jahren jetzt endlich Ergebnisse beim norwegischen Funktionsbekleider (der 1986 seinen Hauptsitz in die Schweiz verlegt hatte) sehen will.

npk

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Autor: Astrid Schlüchter

Redaktion Süd sportFACHHANDEL