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Umfassender Management-Wechsel bei Lacoste

  • Dienstag | 29. Januar 2013  |  09:28 Uhr
Weniger als zwei Monate nach dem Besitzerwechsel bei Lacoste S.A. hat dessen General Manager, Christophe Chenut, das Unternehmen verlassen.

Er wurde durch José Luis Duran ersetzt, den Vorstandsvorsitzenden von Lacostes wichtigstem Lizenznehmer. Devanlay wird von dem Schweizer Konzern Maus Frères kontrolliert, der im November auch alle Anteile von Lacoste übernahm. Einer der verschiedenen Manager-Wechsel betrifft Didier Maus, der zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats von Lacoste ernannt wurde. Unter den übrigen sieben Mitgliedern des Aufsichtsrats befinden sich auch Sophie Lacoste Dournel und Béryl Lacoste Hamilton: Beide sind Enkelinnen von René Lacoste, dem Tennisspieler, der die Marke mit dem Krokodil gegründet hatte. Allerdings repräsentieren die beiden Damen rivalisierende Gruppierungen in einem Familienkrach, der im vergangenen Jahr um die Besitzverhältnisse bei Lacoste ausbrach und mit dem Verkauf aller Anteile, die dem Clan geblieben waren, an Maus Frères endete. Maus hielt bereits zuvor 35% der Lacoste-Wertpapiere. Berichten zufolge soll der Wert der bis zum Schluss in Familienbesitz verbliebenen Aktien 650 Mio. EUR betragen haben. Weitere Mitglieder des Aufsichtsrats sind nun Duran und Pierre-André Maus. In der neuen Struktur wird Duran sowohl Lacoste als auch Devanlay leiten und soll wohl für beide Unternehmen ein gemeinsames Management zusammenstellen. Allerdings hat Maus bereits entschieden, für die beiden Geschäftsfelder zwei unterschiedliche Unternehmen aufrechtzuerhalten. Lacoste selbst und seine 140 Mitarbeiter kümmern sich unverändert um Fragen des intellektuellen Eigentums, um Sport-Marketing und um das Management von Lizenzen wie die für Schuhe, die von der britischen Pentland-Gruppe gehalten wird. Die Zeitung Le Figaro schätzt, dass Lacoste im vergangenen Jahr einen Umsatz von 157 Mio. EUR erwirtschaftete, wobei ein Netto-Gewinn von 45 Mio. EUR heraussprang. Die Umsätze, die von den Lizenznehmern mit der Marke eingespielt wurden, dürften sich dank eines Plus von 16% um die 1,8 Mrd. EUR bewegen.

Duran sagte der Zeitung, dass er keine Absichten hege, die Strategie von Lacoste zu ändern, einem Unternehmen, das in den letzten drei Jahren einen Umsatzsprung von 30 bis 40% hinlegte. Jedoch fügte er hinzu, dass sich ein weiterer Zuwachs in diesem Jahr schwierig gestalten dürfte und dass er sich effizientere Strukturen vorstelle.

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 03 / 2013