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Snowpulse ist nicht ABServiert

  • Uli Wittmann
  • Mittwoch | 23. Februar 2011  |  12:34 Uhr
Gräfelfing. Während der Ispo erhielt das Schweizer Unternehmen Snowpulse eine einstweilige Verfügung des Landgerichtes München I zugestellt.

Diese besagt, dass der Vertrieb des Lawinen-Airbag-Systems R.A.S in Deutschland aufgrund einer Patentverletzung untersagt werde. Das Gräfelfinger Unternehmen ABS verteidigte damit seine 2001 durch das Europäische Patentamt geschützte Erfindung. Peter Aschauer, Eigentümer von ABS Lawinen-Airbag-Systems: „Keine Frage: Wettbewerb belebt den Markt. Es erfüllt mich auch mit Stolz, von anderen kopiert zu werden. Allerdings ist beim System von Snowpulse für mich keinerlei Neuerung gegen-über unserem etablierten System erkennbar. Stattdessen ist Snowpulse von seiner bisherigen Technik abgerückt und hat ABS im Wesentlichen kopiert, indem – wie bei ABS – die Befüll-Einheit innerhalb des Auftriebskörpers angeordnet wurde. Diese Ausgestaltung hat wichtige Vorteile, die unter anderem zu unserem Marktvorsprung bei Lawinen-Airbags beitragen.“

Anlässlich der Ispo stellte Mammut seinen Rucksack Ride Airbag vor, der mit dem R.A.S.-System ausgestattet ist. Ein Schwerpunkt der Patentverletzung ist möglicherweise das integrierte Venturi-System in dem Auftriebskörper. Dieses versorgt den Airbag mit zusätzlicher Luft, wodurch in der angeschlossenen Stahl- oder Carbon-Patrone weniger Stickstoff notwendig ist. Bereits im 18. Jahrhundert schuf

Giovanni Battista Venturi die Grundlagen für diese Technik.

Dabei hatte Snowpulse während der Entwicklung seines Lawinen-Airbags aufwändige Abklärungen unternommen, damit es zu keinen Patent-Verletzungen kommen sollte. Um einen längeren Rechtsstreit zu vermeiden, stellte Snowpulse nach der Ispo eine technische Alternative vor. Bei Mammut soll der betroffene Rucksack mit einem modifizierten Airbag-System ausgestattet werden, um so rechtliche Risiken zu vermeiden. Dazu Harald Schreiber, Unternehmenssprecher des Schweizer Ausrüsters: „Mammut ist über den Patentstreit informiert, jedoch in keiner Weise betroffen. Bestellungen für die kommende Wintersaison werden weiterhin ohne Einschränkungen entgegengenommen.“ uw

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Autor: Uli Wittmann

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 05 / 2011