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Indien verbietet Baumwoll-Exporte – um sie wieder zuzulassen

  • Freitag | 30. März 2012  |  08:22 Uhr
Wie bereits schon einmal im April 2010 geschehen, hat die indische Regierung Anfang März entschieden, alle Exporte von Roh-Baumwolle zu verbieten, um die Reserven des Landes bei diesem Rohstoff zu sichern.

Indien ist der weltweit zweitgrößte Baumwoll-Produzent.Lokale Hersteller von Bekleidung bzw. Baumwoll-Garnen hatten die Regierung um diese Maßnahme gebeten, um massive Ausfuhren insbesondere nach China nicht mehr zuzulassen. Demnach gingen im laufenden Jahr etwa 85% der indischen Roh-Baumwolle nach China. Das Reich der Mitte bunkert schätzungsweise ein Viertel der weltweiten Baumwoll-Reserven, aber auch Indien ist dazu übergegangen, den Rohstoff auf Reserve zu legen, um die Versorgung der lokalen Produzenten sicherzustellen und Preisschwankungen zu verhindern.

Allerdings hat sich die Regierung Indiens die Sache inzwischen wieder anders überlegt, denn es hagelte Kritik von heimischen Herstellern von Roh-Baumwolle sowie von China, dem bedeutendsten Abnehmer der indischen Ware. Die Regierung in Dehli hat deshalb nun entschieden, das Export-Embargo auf Eis zu legen. Im laufenden Fiskaljahr führte Indien bislang 9,4 Millionen Ballen des Rohstoffs aus.

Indien hatte zunächst versucht, die heimische Textilproduktion auf die harte Tour zu protegieren: Anders als vor zwei Jähren wäre auch die Baumwolle von dem Bann betroffen gewesen, die bereits für den Export freigegeben war. Auf internationalen Druck gab Indien allerdings in diesem Punkt nach: Das bereits für den Export registrierte Volumen an Baumwolle stand bereits bei 12 Millionen Ballen gegenüber den für Ausfuhren zuvor berechneten 8,4 Millionen Ballen. Der Bedarf der textilverarbeitenden Länder ist enorm: Allein gegen Ende Januar kaufte die chinesische Industrie auf einen Schlag eben mal so ein Volumen von 5 Millionen Ballen aus Indien heraus.

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 07 / 2012