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Fila setzt in Europa zunehmend auf Lizenzen

  • Bernd Gutewort
  • Mittwoch | 29. Juni 2011  |  11:47 Uhr
Die Vergabe von Lizenzen an führende Sporthändler ist eine der Strategien der ursprünglich italienischen Marke, in Europa nach Jahren schwacher Performance wieder besser ins Geschäft zu kommen.

Derzeit wird das Unternehmen dahin gehend umstrukturiert, die künftigen Partner optimal zu unterstützen. Entsprechende Verträge werden wohl noch vor Juli unter Dach und Fach sein. Dem Vernehmen nach werden die Vereinbarungen mit mindestens drei großen Sporthändlern getroffen, ­da­runter mit Sportmaster, dem Schwergewicht auf dem russischen Markt. Zwar fehlt noch die Unterschrift unter dem Vertrag, aber Fila Korea, der Inhaber der Markenrechte, gab diese Zusammenarbeit bereits bei der jüngsten Vorlage der Geschäftszahlen für 2010 bekannt. Ähnliches gilt für eine Kooperation mit Dass in Lateinamerika und weiteren Partnern in anderen Teilen der Welt.

Fila Korea kaufte die 90 Jahre alte italienische Marke im Jahr 2007 und nahm vor einigen Monaten auch in Europa das Heft in die Hand. Dies ge­schah durch die Übernahme eines 75%-igen Anteils an Integrix, des früheren Lizenznehmers für Europa, den Nahen Osten, Afrika sowie den indischen Subkontinent. Über ihr Tochterunternehmen Cravatex hält die indische Batra Group nach wie vor die Lizenz für den eigenen Heimatmarkt sowie für den

Nahen Osten und Nordafrika. Nach dem Gang an die Börse von Seoul im September letzten Jahres steht Fila Korea finanziell auf einem soliden Fundament: Der Nettogewinn für das Geschäftsjahr 2010 betrug umgerechnet 52 Mio. EUR dank eines Zuwachses von 117%. Der konsolidierte Umsatz betrug knapp 384 Mio. EUR, eine Ziffer, die noch nicht die Konsolidierung der Ergebnisse von Integrix berücksichtigt. Hinzu kommen noch Erlöse aus Lizenzgeschäften in Höhe von 44 Mio. USD, die im letzten Geschäftsjahr um 11,4% anstiegen.

Fila profitierte im Übrigen auch von seinem inzwischen eigenen Geschäft in den USA, wo ein Verlust von 9,5 Mio. USD im vorangegangenen Jahr in einen Gewinn von 5,5 Mio. USD umgewandelt werden konnte. Bislang ging Fila in Amerika preisorientiert vor, unter anderem mit Lizenzgeschäften mit großen Händlern wie JC Penny und Kohl’s, aber plant, sich in Preislagen im mittleren und höheren Bereich vorzuwagen.

Richtig dick im Geschäft ist Fila in Korea, wo Geschäftsführer Gene Yoon bereits 2005 durch einen Management Buy-out die Kontrolle übernahm. Mit einem Umsatz von 222,6 Mio. EUR sieht sich die Firma mit einem Anteil von 19,6% als klare Nummer Zwei am koreanischen Markt – hinter Nike mit 22,3% und vor Adidas mit 18,9%.

Autor: Bernd Gutewort

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 13 / 2011