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Ebay reagiert auf die Netzbereinigung und geht auf die Marken zu

  • Markus Huber
  • Montag | 21. Oktober 2013  |  12:13 Uhr
Berlin. Die Online-Plattform Ebay passt ihr Konzept an den generellen Umschwung im Vertrieb über das Internet an. Künftig will das kalifornische Unternehmen den Marken mehr Platz für die Selbstdarstellung einräumen – auch solchen, die keine Verkaufsabsichten in dem Shopping-Portal haben.

Zur Vorstellung der neuen Geschäftsidee kam nach Berlin kein Geringerer angereist als Devin Wenig, der Präsident von Ebay, um verschiedene Neuerungen anzukündigen, die in erster Linie die Verbraucher betreffen. Im Bereich B2B machte Ebay bei dieser Gelegenheit ebenfalls ein Fass auf: In Zukunft wird es ein Partnerschafts-Programm mit den Herstellern geben, das die Qualität der Präsentation der Brands auf der Plattform steigern soll.

Schaffung von Markenwelten

Ebay verspricht den Marken die volle Kontrolle darüber, wie das Erscheinungsbild der Marken bei Ebay auszusehen hat. Das Ziel der Übung besteht laut Ebay darin, dass dem Shopper klar wird, dass er sich momentan auf der Seite eines Händlers befindet, der vom Lieferanten dazu autorisiert worden ist, über Ebay zu verkaufen. Dies soll nur dann möglich sein, wenn der Händler die Voraussetzungen erfüllt, die vom Lieferanten vorgegeben werden.

An diesem neuen Konzept beteiligen sich zu Beginn 18 Unternehmen, die vorrangig aus der Elektronik-Branche kommen. Als weiteren Nutzen erhalten die Lieferanten die Möglichkeit, eigene Markenwelten bei Ebay zu platzieren, um ihre Brands möglichst nach ihren eigenen Vorstellungen darstellen zu können. Dies soll auch dann möglich sein, wenn die teilnehmenden Unternehmen gar nicht vorhaben, selbst bei Ebay verkaufen zu wollen. Auf diesen Image-Seiten erhält der Lieferant beispielsweise die Gelegenheit, die eigene Seite mit denen autorisierter Händler zu verlinken.

Es ist nicht schwer, zu erraten, wo die neuerliche Qualitäts-Offensive von Ebay herrührt: Die jüngsten Anstrengungen der Marken, für Ordnung im Internet – auch durch die Änderung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen – zu sorgen, dürfte auch Ebay insofern nicht kalt lassen, als sich die neuesten Bemühungen der Hersteller auch gegen solche „Garagenhändler“ richten, die auf der Auktions-Plattform verkaufen. Die Marken fordern mehr Qualität bei der Präsentation der Marken, und da will Ebay nicht hinterherhinken. mh

Autor: Markus Huber

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 19 / 2013