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Billabong surft mit Centerbridge in sichere Gewässer

  • Markus Huber
  • Donnerstag | 19. September 2013  |  14:24 Uhr
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Gold Coast. Für die gebeutelte Surflegende Billabong ist nun endlich eine Lösung in Sicht. Nach einem 19-monatigen Pokerspiel um die Kontrolle beim australischen Bekleider hat sich das Management nun für das Angebot der Investment-Firmen Centerbridge Partners und Oaktree Capital entschieden. Damit dürfte Mitbieter Altamont mit seinem Konsortium vom Brett geflogen sein.

Der Vorstand, dessen Entscheidung freilich noch von den Aktionären abzusegnen ist, gab am Ende Centerbridge und dessen Freunden den Vorzug: Man verspricht sich hier einen gnädigeren Schuldendienst, längere Kreditlinien und mehr Mitsprache für die gegenwärtigen Teilhaber als bei der im Juli vom Altamont-Konsortium vorgelegten Offerte.

Insgesamt beläuft sich das Rettungspaket für den angeschlagenen Anbieter auf ein Volumen von 571 Mio. australischen Dollar (rund 400 Mio. EUR). Dieses besteht aus Anteilen von bis zu 34% für die neuen Partner und aus der Ablösung eines millionenschweren Brückenkredits, den Altamont bereits im Juli bewilligt hatte. Zudem werden Centerbridge und Oaktree ihre eigenen Leute in der Führungsetage des Boardsportlers unterbringen, darunter den ehemaligen Eddi-Bauer-CEO Neil Fiske als Vorstands-Vorsitzenden. Der Wunschkandidat von Altamont, Ex-Oakley-Chef Scott Olivet, hat seine Kandidatur angesichts der neuen Sachlage bereits zurückgezogen.

Damit dürfte Billabong fürs erste gerettet sein, nachdem seit Anfang 2012 um die Macht in der Firma gerungen wurde. Diverse Bieter gaben sich dabei die Klinke in die Hand, darunter VF Corporation, das Mutterunternehmen von The North Face, sowie ein Billabong-Mitarbeiter, der sich an einem Management Buy-out aufrieb. Unterdessen legte Billabong selbst eine sehr schlechte Jahresbilanz vor, die den Druck auf das Management erhöhte, eine schnelle Lösung zu finden, um des Schuldenbergs Herr zu werden. Vor Wochen hatte die Unternehmensführung den Wert der Marke Billabong mit praktisch Null beziffert. mh

Autor: Markus Huber

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 18 / 2013