• sportFACHHANDEL – Das Insider-Magazin mit News · Fakten · Hintergründen

Mehr Gleitzeit für alle!

  • Ulrich Wittmann
  • Mittwoch | 02. Februar 2011  |  08:12 Uhr
Im kommenden Winter können sich Händler und Skilangläufer über viele Innovationen freuen. Bei der neuen Hartware kommen traditionelle Bauweisen ebenso zum Einsatz wie Hightech-Materialen, Carbon ist dabei mittlerweile nicht mehr wegzudenken. sportFACHHANDEL zeigt, was die Langlaufspezialisten für die Saison 2011/12 außerdem noch im Portfolio haben.

Eine einfallsreiche Kerntechnologie von Atomic bringt die Ausdauersportler zum Strahlen. Der Vorteil: kürzere Laufzeiten für alle. Für jede Leistungs-stufe entwickelte die österreichische Marke ein unterschiedliches Innenleben der Ski. So gab es für den Race-Bereich eine weitere Optimierung im Nomex-Featherlight-Kern. In der kommenden Saison erhalten Ski für Freizeitläufer Densolite- und High-Densolite-Kerne. Positiv für weniger geübte Fahrer ist, dass diese Sportgeräte ein gutes Balancegefühl vermitteln. Sportive Langläufer vertrauen im Winter 2011/12 auf Langlaufski mit Speedcell-, Powercell- und Helium-Tube-Kernen. Modelle, die damit ausgestattet sind, sollen eine dynamische Performance bei geringem Gewicht bieten.

Wenn es nach Atomic geht, soll der Griff zum Wachs für Hobbyläufer der Vergangenheit angehören: Mit Posigrip und Skintec dürfte sich die Marke aus dem Amer-Konzern bei Wachsherstellern wenig Freunde machen. Zwei unterschiedliche Felleinlagen lassen sich in wenigen Sekunden am Ski anbringen. Dank dieser neuartigen Steighilfen soll bei unterschiedlichsten Schneeverhältnissen ein effizienter Abstoß gewährleistet sein. Für Genuss-läufer, die im klassischen Stil unterwegs sind, bietet Atomic die G2-Syncro-Schuppenski-Technik an, die sicheres Gleiten bei einem geringen Kraftaufwand ermöglichen soll. Ambitionierte Sportler greifen auf das

Posigrip-3D-Schuppensystem zurück. Bei allen Bedingungen soll das unter Hitze geprägte Material ohne Wachs für den optimalen Griff sorgen. Ein Atomic-Kraftwerk für Athleten ist der WC Skate: Erstmals gibt es diesen Wettkampf-Skater in zwei Varianten für weichen und harten Schnee. Die Unterschiede liegen dabei in der Länge und dem Sidecut. Bei den Schuhen verpasste Atomic den Modellen eine überarbeitete Sohle für eine bessere Kraftübertragung. Neu bei den Bindungen ist die SNS Wedge, welche die Gewichtsverteilung beeinflusst und den Druck von der Schaufel reduziert, was zu einem besseren Abstoß und optimalem Kantengriff führen soll.

Fischer erhöht die Pace und stellt die Carbon-Pro-Tip & Tail-Technik im Klassik-Segment vor: Durch den Verbundstoff reduziert sich das Gewicht an Skispitze und -ende. In der Spur soll sich das Schwungverhalten verbessern; außerdem soll spürbar weniger Massenträgheit auftreten. Beim Spurwechsel und in den Kurven soll die Carbon-Technik ein besseres Fahrverhalten garantieren. So ist der Hoch-

leistungsski RCS Carbonlite Plus mit allen wichtigen Neuerungen ausgestattet. Erfahrungen aus dem Weltcup flossen mit der Air Core Carbonlite und dem DTG-WC-Schliff ein. Bei weichem und nassem Schnee sorgt das Softtrack-Modell für optimales Gleiten, fällt das Thermometer unter -2°C, steht ein Cold-Modell bereit. Zu den Leichtgewichten unter den Schuhen zählt in der neuen Saison der RCS Carbonlite Classic. Das High-End-Modell trägt das Gütesiegel der Fischer-Rennlauf-Abteilung, den Race-Code. Für eine direkte Übertragung der Kraft sorgt das WC Carbon Shell Classic. Damit die Schnürung im Wettkampf perfekt ist, wurden die Snake-Lacing-Techno-logie und das im Weltcup erprobte Speed-Lock-System integriert.

Einen Trend für Freizeit- und Gelegenheitssportler setzt Fischer mit Offtrack-Crusing: Mit nur wenigen Zentimetern Schnee und ohne Einsatz von einem Spurgerät können die Hobbylangläufer direkt hinter dem Gartenzaun ihrem Sport nachgehen. So könnte im Winter das Querfeldein-Langlaufen zu dem werden, was im Frühjahr und Sommer das Nordic Walking ist. Um über Feld- und Forstwege laufen zu können, stellt Fischer drei entsprechende Modelle mit der Nordic-Rocker-Camber und zwei mit Stahlkanten vor. Der Spider 6 zum Beispiel sorgt mit leicht geöffneten Skispitzen für perfektes Gleitverhalten in unpräpariertem Gelände. Auch das Drehen soll leichter möglich sein. Robuste Schuhe dazu, mit integriertem Schnee- und Kälteschutz, befinden sich ebenfalls in Fischers Portfolio. Ebenso sollen spezielle Stöcke mit einem ergonomisch geformten Naturkork-Griff für Offtrack-Genuss sorgen.

Frisch gewachst stehen die neuen Germina-Modelle aus Thüringen bereit. Alle Ski der Kollektion 2011/2012 sind mit der CAP-Technologie ver-

sehen. Dabei handelt es sich um eine ausgeklügelte Formpress-Methode. Derart produzierte Geräte sind sehr langlebig und leicht, außerdem ist die Bauweise von Einsteiger- und Profimodellen nahezu identisch. In der kommenden Saison frischt der deutsche Hersteller mit einer neuen Farbpalette das Äußere seiner Ski auf: Sechs verschiedene Design-Varianten stehen bereit. Eine Erweiterung bekommen die frechen Kinderski mit den Modellen Schneetiger und Pisten-fuchs, die einen Schuppenbelag

haben. Der Schneetiger ist auch mit einer Seilzugbindung erhältlich.

Aerodynamische Stöcke und integrierte Handschuhsysteme

Schnelligkeit verspricht der neue Premio 10 des finnischen Anbieters One Way Sport. Seine extreme Leichtigkeit verdankt er dem Carbonschaft mit Titanium-Einlage. Der Premio 10 erzielt eine noch höhere Steifigkeit von mehr als 20% und eine bessere Torsion. Zusätzlich ist er mit leichten aerodynamischen Sprint-Tellern ausgerüstet und ermöglicht eine höhere Frequenz, was vor allem im Sprintbereich zählt. Hier kommt die Carbon-Rabbit-Schlaufe mit der Power-Bridge für eine direkte Kraftübertragung zum Einsatz. Der Stock ist eine exklusive Weltcup-Ausführung, die von Top-Athleten mitentwickelt wurde.

Neues gibt es auch von Leki: Mit dem Systemgedanken, nämlich dass Handschuh und Stock als Einheit zusammenarbeiten, will das schwäbische Unternehmen den Markt revolutionieren. Für Renn- und Freizeitläufer sind die Trigger-Shark-Modelle gedacht. Der Futura, ein günstiges Einstiegsmodell, bietet die ausklickbare Power-Trigger-Schlaufe und richtige Argumente für den Verkäufer, der zu jedem Stockmodell einen passenden Handschuh mitverkaufen kann. Für die Frostbeulen unter den Kunden bietet Leki den Shark-Thermo-Handschuh mit warmem Innenfleece an. Alle, die abseits der Loipen ihr Glück suchen, können zum Tahoma aus einer hochfesten

Aluminiumlegierung HTS 6.0 greifen. Im tiefen Schnee soll der Stock mit dem Contour-Teller durch seine Form sicheren Grip bieten, denn die Spitze lässt sich im Schnee nicht aushebeln. Die spezielle Hochkantrillen- und Kufenkonstruktion des Tellers verhindert das Festsetzen oder Auftürmen des Schnees und sorgt für Steifigkeit trotz Leichtigkeit. Edles Desing für wenig Geld verspricht der neue Composite. Freizeitläufer finden mit dem Nordic-Cork-Griff und Nordic Strap perfekten Halt.

Die Skandinavier tunen das Gewicht

In Norwegen schnürt Madshus ein Paket mit Neuheiten aus allen Bereichen des Langlaufes. Die Carbon-Technologie ließ den Nano SKC zu einem erfolg-reichen Skating-Schuh werden. In seiner neuen Version präsentiert sich das Modell in Softshell-Konstruktion mit einem 5-Finger-Schnürsystem: Es umschließt den ganzen Fuß und erreicht somit gute Passform. Das Damenmodell Metis RPS basiert auf einem World-Cup-Schuh und ist mit den gleichen Features ausgestattet. Den anatomischen Belangen der Damenfüße ist der Schuhleisten speziell ange-

passt. Das neuartige Material ist leicht und thermisch verformbar. Jede Langläuferin hat die Option, den Schuh individuell anpassen zu lassen und somit den Tragekomfort zu erhöhen. Für die kommende Saison hat Madshus

alle Skateski verbessert: So erhielt

die Champion-Serie einen neuen 3D-Shape, um optimale Tragfähigkeit und Gleiteigenschaften zu kombinieren. Die im Weltcup angewandte flache Schaufel reduziert das Schwunggewicht an der Skispitze. Madshus bietet drei Varianten von Skating-Modellen an: Regular für alle Schneeverhältnisse, soft für weiche Loipen und hard für ver-eisten Untergrund. Freizeitläuferinnen mit sportlichem Ehrgeiz sind die Zielgruppe der Metis-Serie: Das Topmodell Metis Skate ist auf die ambitionierte Hobbyläuferin zugeschnitten. Dabei greift der norwegische Hersteller auf einen Nano-Belag zurück. Eine Innovation ist die Skate-Tip-Tech-nologie, die für beste Performance sorgen soll. Auch 2011/2012 stattet Madshus einen Ski mit dem NIS-Bindungssystem (Nordic-Integraded-System) aus.

Rottefella lässt abspecken und zwar mit der leichtesten Skatebindung: Die Xcelerator Skate bringt nur 175 Gramm auf die Waage. Im World-Cup hat sich dieses Fliegengewicht bereits erfolgreich bewährt. Das patentierte NIS-System benötigt für die Montage der Bindung keine Schrauben und lässt sich durch Verschieben an die jeweiligen Schneeverhältnisse anpassen. Ebenfalls einer neuen Generation gehört die Xcelerator Classic an. Um 40% reduzierte sich das Gewicht der Bindung. Vor allem in der Vorwärtsbewegung ist dies spürbar. Der Flex lässt sich an äußere Bedingungen und dem persönlichen Stil anpassen. Es bestehen drei Optionen: Standard (schwarz) für normale Loipenverhältnisse, hart (blau) für kalte und weich (rot) für warme Bedingungen.

Voilà: Salomon forciert den Skatingbereich

Warm ums Herz wird allen Skilangläufern, die sich dem Schlittschuhschritt verschrieben haben. Der kommende Winter steht bei Salomon ganz im Zeichen des Skatings. Deshalb bringt der französische Ausrüster eine komplett neue Range für dieses Segment auf den Markt: Ski, Schuh und Bindung stammen aus einer Hand und sind aufeinander abgestimmt. S-Lab Skate Pro ist der neue Wettkampfschuh. Im Weltcup bewährte sich dieser mit seiner Car-bon-Chassis. Sie sorgt in Verbindung mit der neuen SNS-Pilot-3-Außen-sohle für erhöhte Stabilität und Tor-

sionssteifigkeit. So sollen Spitzensport-ler und Freizeitläufer, die an Rennen teilnehmen, ihre Kraft effizienter und präziser auf den Ski übertragen können. Unterstützend tragen die mikroverstellbaren Schnallen des Power-Hold-Systems und bewährte Features wie der Carbon-Energyzer dazu bei. Der Schuh ist nahtlos verarbeitet. Im Breiten- und Spitzensport haben sich die SNS-Pilot-Bindungen etabliert. Mit zwei Achsen soll das Salomon-System die notwendige Verwindungssteifigkeit und Kontrolle bieten. Ab der Saison 2011/2012 erhalten die SNS-Pilot-Bindungen im Racebereich eine Aufwertung: Die Wedge – eine Platte, zwischen Bindung und Ski montiert – erhöht die Vorfuß-Stellung um fünf Millimeter. Dadurch soll der Abdruck noch länger und kraftvoller erfolgen: Der Ski erfährt eine noch größere Beschleunigung. Ein Allrounder unter den Renn-ski ist der S-Lab Equipe 10 Skate. Technisches Herzstück des Modells ist ein Nomex-Kern. Auf diesem liegt ein von Spitze bis Ende durchgehendes Car-bon-Laminat. Das Resultat ist eine ausbalancierte Druckverteilung zwischen der vorderen und der hinteren Gleitzone, was zu einem besseren Gleitverhalten sowie einer deutliche höheren Abstoßgeschwindigkeit führen soll. Ein hochwertiger G5-Zeolit-Belag rundet dieses Konzept ab. Erhältlich ist der Ski in vier Varianten – für kalte und warme Verhältnisse oder mit hoher und niedriger Power-Distribution-Spannung.

Holmenkol liefert Rennwachs für alle! Seine Erfahrungen aus dem Spitzensport ließ der Hersteller in das SpeedBase CFC einfließen und setzt so neue Standards. Diese Kollektion ist für Profis und ambitionierte Skifahrer entwickelt worden. Bei der Weiterentwicklung der Nano-CFC-Pulver-Wachse lassen sich laut Holmenkol die wasserabweisenden Eigenschaften der Kombination aus chemischen Wirkungsweisen und physikalischen Oberflächen-Effekten nachweislich messen. Dank dem sehr hohen Fluor-Gehalt sollen die SpeedBase-CFC-Produkte daher überraschende Gleiteigenschaften bieten. Mit lediglich drei Langlaufwachsen deckt die neue Linie alle Witterungsbedingungen ab, was auch das Portemonnaie der Sportler schont.

Ulrich Wittmann

langlauf_deutsch_17

Autor: Ulrich Wittmann

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 03 / 2011