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Brillen haben durch Optiker-Know-how deutlich leichteres Spiel im Verkauf

  • Nicolas Kellner
  • Donnerstag | 19. Mai 2011  |  08:10 Uhr
Kempten. Sport- und Sonnenbrillen sind keinesfalls nur modische Accessoires, sondern anspruchsvolle Produkte, die allerdings den richtigen Durchblick erfordern.

Das Geschäft lohnt sich besonders, wenn man mit Optiker-Know-how aufwarten kann. Einige Sporthändler holen sich bereits solche Kompetenz in den Laden. Mit dieser interessanten Kombination lassen sich neue Kunden gewinnen und größere Umsatzfelder erschließen. In Hamburg liegen das Optiker-Geschäft von Kay und Anke Künzel und das gleichnamige ­Sport­geschäft in der gleichen Straße Haus an Haus. Kunden können so von einem Spezialisten zum ­anderen geschickt werden. Und im Allgäu (Kempten) hat Sporthändler Alexander Buck kürzlich seinen Sportladen erweitert und gleichzeitig eine Optiker-Spezialistin eingestellt.

Sein 75-jähriges Jubiläum vor drei Jahren nahm Optiker Künzel im Norden Hamburgs zum Anlass, neue Wege einzuschlagen. Letztes Jahr stieg das Händler-Ehepaar Kay und Anke Künzel in das Sport-Business ein. Beide sind Teamsport-Fans und so spezialisierten sich die ausgebildeten Optiker auf den Vereinssport. Direkt nebenan bot sich ein neuer Laden als Sportgeschäft an. „Wir sind immer noch am Ausbau des Ladens, es gibt noch viel zu tun“, berichtet die Optikerin. Zur Unterstützung wurde ein ausgebildeter Sport-Fachverkäufer eingestellt. „Wir kümmern uns hauptsächlich um Teamsport“, erklärt Anke Künzel (Der Sportladen-Künzel). Als Optikerin weiß die sportliche Newcomerin, wie wichtig der Augenschutz ist und dass hier gute Beratung und optimale Passform entscheidend sind. So spielt dieses Thema natürlich auch im angrenzenden Sportgeschäft eine wichtige Rolle. Kunden von dort, die sich für Brillen interessieren, können im Optikergeschäft

bestens beraten werden. Aber auch Käufer aus dem Optikerladen finden schnell ihren Weg ins Sportgeschäft. Über Sport- und Sonnenbrillen hinaus spielen Kontaktlinsen für Sportler ebenfalls eine immer wichtigere Rolle. Das Kundenklientel hat sich insgesamt erweitert. Im Sportbereich will man sich nach und nach noch mehr Kompetenz aufbauen. ­Sicher ist: Die Kombination lohnt sich.

Interessante Kombination: Sport und Optik

Im Allgäu nimmt Alexander Buck Sport- und Sonnenbrillen voll ins Visier. Dieses Segment nimmt sowohl im Online-Shop als auch im neuen erweiterten Laden einen wichtigen Platz ein. Dabei will der Händler vor allem durch eine große Auswahl punkten. Besonderes Augenmerk wurde auch auf passende Angebote im Bereich Kinder- und Jugendbrillen gelegt. Die Umsätze laufen insgesamt sehr gut und klettern nach oben, berichtet der Händler. Der Um- und Ausbau des stationären Geschäfts hat das Business weiter angekurbelt. Auch das Brillengeschäft profitiert davon. „Brillen sind ein Verschleißartikel", weiß Buck, und würden gerade von Sportlern viel genutzt. Das Sonnenbrillen-Geschäft sei witterungs-abhängig und läuft im Sommer in der Regel besser. Aber auch vor Ferien und Urlaub ziehen die Verkäufe deutlich an.

„Optiker-Know-how schafft Vertrauen“

1995 startete Buck seine Händlerkarriere. Er fing auf kleiner Ladenfläche (65 qm) an und betrieb auch gleich einen Online-Handel. Jüngst erst bezog er am Stadtrand von Kempten einen neuen Verkaufsraum mit 400 qm Verkaufsfläche. Insgesamt stehen mit Lager- und Bürofläche jetzt 1100 qm zur Verfügung. 15 Mitarbeiter beschäftigt Buck mittlerweile und bildet auch aus. Besonders stolz ist der Händler auf die Neueinstellung einer ausgebildeten Optikerin, die das Team sowohl im ­Online-Geschäft als auch im stationären Laden verstärkt. Er setzt ganz bewusst auf deren Know-how: Die Kunden würden das sehr zu schätzen wissen. „Das ­Optiker-Know-how schafft Vertrauen“, erklärt der Sporthändler. Der Anteil von Brillen im Sortiment und am Gesamtumsatz hat entsprechend zugenommen. Denn auch die Auswahl sei ein wichtiges Kriterium. „Weil sich das herumspricht, haben wir schon viel gewonnen“, freut sich der Händler. Wie beim Hamburger Business-Kollegen Künzel, der selber aus der Optikerwelt kommt und ins Sport-Business eingestiegen ist, führt beim Allgäuer die

intelligente Verknüpfung mit Optiker-Know-how zu einer Erweiterung der Klientel. npk

Autor: Nicolas Kellner

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 11 / 2011