• sportFACHHANDEL – Das Insider-Magazin mit News · Fakten · Hintergründen

Aus Spiel & Spaß wurde Ernst

  • Bernd Gutewort
  • Samstag | 03. August 2013  |  13:19 Uhr
Berlin. Unter dem Motto „Connect“ ging die 29. Bread & Butter auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Berlin Tempelhof vom 2. bis 4. Juli über die Bühne.

Das Motto soll die Bedeutung der Messe als internationale Plattform der Modeindustrie unter-streichen. Trotz schwindender Besucherzahlen, die sicherlich auch den neuen Besucher-Richtlinien zuzuschreiben sind, war die Veranstaltung für viele Aussteller aufgrund der Qualität der internationalen Fachbesucher dennoch erfolgreich.

Die Messe kündigte bereits im Januar eine Eintrittsgebühr von 500 EUR für alle Besucher an, die keine Einkäufer, Agenten bzw. Distributeure oder PR-Agenturen von ausstellenden Marken, Franchise-Nehmer oder Pressevertreter sind. Geschäftsführer Karl-Heinz Müller verteidigte die neuen Zugangsbeschränkungen: „Unsere Entscheidung, durch die neuen Besucher-Richtlinien einen stärkeren Filter anzusetzen, hat sich als richtig erwiesen“. Er gab allerdings auch zu, dass „es im Vorfeld und an den Einlass-Countern unangenehme Szenen“ gegeben hat. Sein Fazit: „Die Bread & Butter war eine professionelle und konzentrierte Veranstaltung. Die 630 Aussteller haben unsere Neuerung durchweg begrüßt und waren dankbar für das hochwertige Fachpublikum. In diesem Sinne werden wir weiterarbeiten.“

Julia C. Hummel, CEO von Kangaroos, erklärt, dass sie „bereits am ersten Tag eine Steigerung von Besuchern und ernsthaft interessierte Neuzugänge verzeichnen konnte. Das Sales Team ist zufrieden. Auch die Besucher-Qualität hat überzeugt.“ Sie bedauert gleichzeitig, dass „wegen der neuen Zugangsregelung die Special-Interest-Kontakte wie Sneaker-Blogger oder potenzielle Freelance-Designer und Künstler weg blieben“.

Auch wenn direkt während der Messe nicht geordert wird, bleibt die Messe eine wichtige Plattform, um Kontakte zu knüpfen, Marken zu präsentieren und neue Kunden zu gewinnen. Denn für viele Aussteller ist die Messe ein unverzichtbares Kommunikations- und Marketingtool. Zudem führte die Messe während der diesjährigen Sommerausgabe ein neues Format ein: die „Bread & Butter Online Selection“. Aufgrund der steigenden Relevanz von E-Commerce und Online-Business, schuf die Messe dieses neue Forum, das die Fachbesucher über die neuesten, branchenrelevanten Entwicklungen informiert. Fachleute von sieben ausgewählten E-Commerce Service-Anbietern hielten Vorträge während der drei Messetage.

Bestseller sorgt für Brisanz

Die Aufnahme des dänischen Konzerns Bestseller, der für Massenmarken wie Vero Moda, Jack & Jones oder Only bekannt ist, wurde heftig diskutiert. Denn der Bestseller-Gruppe wurde gleich ein ganzer Hangar des ehemaligen Flughafens vermietet. Dies führte auch zu einer Diskussion über die Änderung des Slogans der Messe von „a tradeshow for selected brands“ zu „a tradeshow for successful brands“, da die Aufnahme der Dänen auch als eine radikale Abkehr von den einst so strikten Selektionskriterien der Messe gesehen wurde. Die Veranstalter der Bread & Butter verteidigten diese Entscheidung: „Die Inszenierung im Hangar 1 war hervorragend, die Fachbesucher waren begeistert und die Mitbewerber waren beeindruckt. Niemand wird Bestseller ernsthaft seine Marktbedeutung absprechen“. Die Bestseller-Gruppe arbeitet weltweit mit 12.000 Einzelhändlern zusammen. Es ist jedoch noch nicht geklärt, ob die Gruppe (die in diesem Sommer die leere ehemalige Sport & Street Halle bezog) im nächsten Januar wieder ausstellen wird.

Insgesamt stellten 632 Marken ihre neuen Kollektionen vor. Marken, wie Reebok, Dr. Martens, Canada Goose, Fila und Ben Sherman, kamen zurück zur Messe, während andere Marken, wie Red Wing Shoes, Camp David und Hilfiger, der diesjährigen Sommerausgabe fern blieben. Lacoste, Diadora und Napapijri sind diesen Sommer in die Haupthalle der Messe umgezogen. Fila präsentierte auf der Sommer-Bread & Butter die erste Kollektion für Frauen im Lifestyle-Bereich. Reebok kam nach vier Jahren zur Messe zurück, um den Relaunch der Lifestyle-Kollektion zu feiern. Kangaroos stellte den neuen Sneaker „Abyss“ aus, der in Kooperation mit dem Berliner Laden Overkill entwickelt und designt wurde. Lacoste zeigte die neue „Freedom of Movement“-Kollektion, die anlässlich des 80. Geburtstags der Marke entworfen wurde.

Ein auffälliges Modethema für den nächsten Sommer ist sicherlich „Surf & Beach“. Sneakers werden ein großes Revival erleben. Außerdem ist eine starke 90ies-Nostalgie zu spüren – vor allem in Bezug auf die Frauenkollektionen, mit Crop-Tops, Plateaus und vielen weiteren Themen. Passend zum Sommer kehren auch Surf- und Beach-Elemente vermehrt in die Mode zurück. Alessa Meurer

neuer_name
neuer_name
neuer_name
neuer_name

Autor: Bernd Gutewort

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 15 / 2013