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Polartec erklärt die Suche nach dem heiligen Gral für beendet

  • Ulrich Wittmann
  • Mittwoch | 26. Januar 2011  |  11:45 Uhr
Polartec war lange Jahre nur für sein kuscheliges, warmes Fleece bekannt. Das änderte sich 1998, als das Unternehmen das Power Shield für Softshells auf den Markt brachte.

Seitdem baute der Fleece-Produzent das Wind- und Wetterschutz-Segment kontinuierlich aus. Auf der Ispo präsentiert Polartec mit NeoShell eine eigene Membrane. sportFACHHANDEL besuchte Polartec in Law-rence/Massachusetts und sprach mit Marketingleiter Nate Simmons über die Chancen von NeoShell und die Zukunft von Polartec.

sportFACHHANDEL: Wie reagierten die wichtigsten Outdoor-Marken auf Ihre Ankündigung, mit NeoShell eine neue Membrane einzuführen?

Nate Simmons: Was wir mit dem Neo­Shell präsentieren, ist der Heilige Gral der Outdoor-Oberbekleidung – Wasserdichtigkeit und Luftdurchlässigkeit in einem Gewebe. Die besten Bekleidungsmarken der Welt haben Jahrzehnte lang nach einem solchen Material gesucht, und wir liefern es 2011. Wir waren mit viel Aufregung und Vorfreude bei der Arbeit und versuchten, dieser Membran mit Polartec-Power den Weg zum Erfolg zu ebnen. Klar, die meisten technischen Anwender verstehen leichter die Vorteile von NeoShell und schätzen die Leistungsvorteile – jeder, der Wasserdichtigkeit für Aktivitäten wie Eisklettern, Skitouren oder Bergsteigen benötigt. Genau dort haken wir ein. Während der Markt-analyse sprach unsere Marktforschung mit den Endverbrauchern auf der Straße genauso wie mit den Experten. Sie berichteten von ihren unangenehmen Erfahrungen mit den herkömmlichen Hardshells. Diese sind oft feucht und klamm. Wir glauben, dass der Otto Normalverbraucher feststellen wird, wie gut der Tragekomfort von NeoShell ist – obwohl er nie die Nuancen der Luftdurchlässigkeit und des DMPC-Tests kennen lernen wird. Im Laufe der Zeit gewinnt immer der Bessere.

In welchem Preissegment will sich Polartec mit NeoShell positionieren?

Unsere Produkte sind preislich ähnlich gelagert wie die der Marktführer. Polartec NeoShell ist ein Premium-Produkt mit beispielloser Leistung.

Welche Chancen räumen Sie sich im Premium-Segment gegen Marktführer Gore-Tex ein? Polartec NeoShell verfügt über eine sehr hoch entwickelte wasserabweisende Technologie. In etlichen Fällen entschieden sich Outdoor-Marken für die „wasserdichte Softshell" aufgrund der Dehnung, des weichen Materials, und weil es nicht raschelt. Andere Hersteller entschieden sich für Polartec NeoShell als wasserabweisendes, atmungsaktives Hard-Shell. Wir legen den Schwerpunkt auf eine gute Zusammenarbeit mit den einzelnen Outdoor-Marken. Wir sind entschlossen, NeoShell zum Erfolg zu führen, und versuchen, Händler und Verbraucher dafür zu gewinnen. Das passiert natürlich nicht über Nacht, aber das Polartec Power Shield ist ein Indikator dafür, wie bereit der Markt für diese Innovation ist.

Die Werbekampagne für NeoShell soll die von 1998 noch übertreffen. Wie wirbt Polartec für die neue Membrane? Der Start von Polartec ­Neo­Shell ist das größte Marketing-Programm seit vielen Jahren. Wir führen die Werbung synchron im Handel, der Publikumspresse und So-cial Media durch. Unsere Kampagne ist fokussiert auf die „Befreiung der Abenteuer-Veteranen” sowie die Abschaffung von heißen und verschwitzten Hard-shells für die Verbraucher. Wir wollen uns von der Masse abheben und eine gewisse Aufmerksamkeit erreichen.

Dazu brauchen wir Leute, die unser Neo­Shell ausprobieren, und dann spricht das Produkt für sich selbst.

Polartec soll für 200 Mio. USD verkauft werden. Kann der Erfolg von NeoShell zu einer schnelleren Käuferfindung beitragen? Grundsätzlich geben wir keine öffentlichen Kommentare über die Bewertung des Unternehmens oder den Zeitpunkt eines möglichen Verkaufs ab. Wir starten eine neue Produktkategorie, was sich positiv auf die Bewertung des Unternehmens auswirken wird. Polartec NeoShell hat enormes Potenzial und das wird in Zukunft unsere Profitabilität beeinflussen.

Das Interview führte Ulrich Wittmann.

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Autor: Ulrich Wittmann

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 02 / 2011