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Wintersteiger zeigt wieder mehr Schliff

  • Hildegard Suntinger
  • Donnerstag | 19. Mai 2011  |  07:37 Uhr
Ried im Innkreis. Die Sports Division, größte der drei Geschäftsfelder von Maschinenhersteller Wintersteiger, wächst wieder.

Nach zwei Jahren Stagnation gab es 2010 ein Wachstum von rund 4,4% auf 45,4 Mio. EUR. Die Gesamtlösungen für den Verleih und Service von Ski und Snowboards erwirtschafteten mehr als die Hälfte des Umsatzvolumens der Innviertler. Die positive Entwicklung der Sports Division sei primär Resultat der insgesamt guten Wettersituation im Winter 2010/2011. Aber auch die wirtschaftliche Regeneration sowohl am US-Markt als auch in Osteuropa habe das Ergebnis beeinflusst. Die am schnellsten wachsenden Ostmärkte sind Russland und Polen. Der Maschinenbauer ist nach eigenen Angaben Weltmarkt-Führer in seinem Segment. Der Markt Österreich, der 2009 ein his-torisches Rekordergebnis brachte, zeigte sich 2010 stabil. Wie Marketingleiter Franz Gangl betont, seien Österreich und Südtirol mittlerweile weltweit Qualitätsführer in der Ausstattung von Verleih und Service. Er sagt: „In Ländern, in denen nur der kleine Preis zählt, wie z.B. in Frankreich, gibt es jetzt große Liquiditäts-Probleme und Preiskämpfe.“ Jetzt, wo sich das Ende des Booms im österreichischen Verleihmarkt abzeichne, rechnet man zwar nicht mit Neuerrichtungen, aber dennoch mit weiterer Modernisierung. Vom jüngst erworbenen Mehrheitsanteil am Sportschuh-Einlagenspezialist BootDoc (SFH Ausgabe 10/2011, S. 10) erwartet sich das Unternehmen erhebliche Synergie-Effekte und nachhaltiges Wachstum. Durch die Integration in das weltweite Vertriebsnetz mit 15 eigenen Niederlassungen und 60 Repräsentanzen will Wintersteiger die Umsätze von BootDoc bereits kurz- und mittelfristig steigern.

In Wachstum investieren

Die Basis für ein weiteres Unternehmens-Wachstum soll ein neues Stand-ort-Konzept liefern. Im ersten Schritt wurde in St. Martin im Innkreis ein neues Logistikzentrum errichtet. Auf 6200 qm konnten mehrere Lager- und Logis-tikflächen in und um den Standort Ried im Innkreis zusammengefasst werden. Im zweiten Schritt sollen in Ried zusätzliche Produktions- und Montageflächen von rund 2000 qm integriert werden. Teil der Ausbauarbeiten ist auch die Errichtung von zusätzlichen Büroflächen auf etwa 1600 qm Fläche. Die Investitionssumme beträgt rund 5 Mio. EUR.

Die Gesamtentwicklung der Wintersteiger AG beruht auf einem Drei-Sparten-Konzept: Neben dem Sportbereich produziert das Unternehmen Maschinen für die Bereiche Saatgut und Holzverarbeitung. Nach einem Rückgang im Krisenjahr 2009 (um 11%) können sich die Zahlen der AG im Geschäftsjahr 2010 wieder sehen lassen. Der Konzernumsatz belief sich auf insgesamt 93,4 Mio. EUR (Vorjahr: 81,1 Mio. EUR). Das operative Ergebnis von 9,6 Mio. EUR entspricht einer EBIT-Marge von 10,3%. Die Exportquote lag 2010 bei 88,4%. Ende des Geschäftsjahres 2010 beschäftigte Wintersteiger im Konzern weltweit 616 Mitarbeiter, wovon 450 in der Konzernzentrale in Ried im Innkreis arbeiten. su

v.l.n.r.: Roland Greul, Walter Aumayr, Markus Piber

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Autor: Hildegard Suntinger

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 11 / 2011