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Von der Kunst, sich aus dem Fenster zu lehnen

  • Markus Huber
  • Freitag | 24. Februar 2012  |  11:44 Uhr
Nun hat die Outdoor-Industrie den Salat: Sie profiliert sich mit Nachhaltigkeits-Themen, einer Mission, die zunächst nur zu loben ist. Gleichzeitig ist es nicht verwunderlich, dass den aktiven Umweltschützern unter den Lieferanten, besonders auf die Finger geschaut wird.

Auf der letzten Ispo in München kam dann fast erwartungsgemäß der Auftritt von Greenpeace, einer Organisation, die Öffentlichkeits-wirksam arbeitet und dementsprechend ihre Marktmacht einbringt. Greenpeace konfrontiert die Hersteller mit radikalen Forderungen, was die Nachhaltigkeit der Produkte anbelangt. Wir berichten ab Seite 12 darüber, für wie realistisch die Marken die Hausaufgaben-Liste einschätzen, die nach Greenpeace-Vorstellungen abzuarbeiten ist. Greenpeace ist in der Tat in der Lage, bei den Marken für Unruhe zu sorgen, wenn diese in ihren Anstrengungen nicht den Vorstellungen der Umwelt-Aktivisten entsprechen. Was Nachhaltigkeits-Fragen anbelangt, bleibt für den Moment der Fachhandel die große Unbekannte. Wir denken, dass der Handel sehr gefragt ist, seine Rolle als Schnittstelle zwischen Marken und Endkunden wahrzunehmen.

Momentan stellt sich doch folgender Sachverhalt: Die Lieferanten sind aktiv in Fragen der Nachhaltigkeit, und diese Initiativen stellt Greenpeace nun auf den Prüfstand. Das muss ja nichts Schlechtes bedeuten, doch der Einzelhandel steht hier in der Mitte. Er sollte agieren und gleichzeitig Hilfe von den Herstellern bekommen. Hier sind die Fachgeschäfte in einer doppelten Klemme: Will, kann und muss der Handel die kompletten Umwelt-Botschaften von Seiten der Lieferanten überhaupt aufnehmen? Im Gegenzug: Wie viel Öko-Bedarf hat der Endverbraucher überhaupt? Hier ist mehr Kommunikation zwischen Groß- und Einzelhandel gefragt, um mit Kampagnen wie die von Greenpeace, die zunächst den Verbraucher im Blick haben, angemessen umgehen zu können.

Markus Huber

Autor: Markus Huber

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 05 / 2012