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Taten und Trugschlüsse

  • Markus Huber
  • Donnerstag | 17. November 2011  |  13:29 Uhr
Dass Eschler nun als Produzent im eigenen Land das Handtuch wirft, entlarvt einen lange beschworenen Standpunkt als Fehlannahme.

Nämlich den, dass die Sportbranche von weltweiten Wirtschafts- und Währungs-Turbulenzen weitest gehend verschont bleibt.

Die Schweiz als Wirtschaftsstandort war schon immer kostspielig, und diese Einschätzung wird durch die jüngste Euro-Problematik, die den Schweizer Franken in Schwindel erregende Höhen geführt hat, nur noch weiter gestützt. Eschler zieht daraus die Konsequenzen und faltet die heimische Produktion. Die Entscheidung, einen guten Teil der Herstellung nach Deutschland (und nach Thailand) zu verlegen, verstärkt einen immensen Trugschluss, der sich in der deutschen und internationalen Presse hartnäckig festgesetzt hat: Dass Deutschland ein Wunderland à la Dubai ist und den anderen zeigt, wie’s geht. Was für eine grandiose Fehleinschätzung. Um es salopp auszudrücken: Wir haben drei oder vier Drachmen mehr Schulden als die Griechen, aber davon spricht derzeit fast keiner.

Das Beispiel Eschler lehrt, dass die Währungs-

Malaise die Sportbranche schon längst erreicht hat. Der Handel kann diese Entwicklungen natürlich nicht beeinflussen, aber sollte die Augen offen halten: Deutschland wird in der veröffentlichten Meinung derzeit als Insel der Glückseligen verkauft. Aber wie kann es das sein, wenn nicht einmal mehr die Schweiz diesem Wunschdenken gerecht wird?

Markus Huber

Autor: Markus Huber

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 25 / 2011