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Sturm über Eiger, Mönch und Jungfrau

  • Markus Huber
  • Montag | 16. Januar 2012  |  12:51 Uhr
Ostermundigen. Für das abgelaufene Geschäftsjahr per Ende September musste Intersport PSC Holding AG einen spürbaren Umsatzrückgang hinnehmen. Die Faktoren ­liegen auf der Hand: Das Wetter entwickelte sich ebenso ungünstig wie die nationale Währung.

Der Umsatz des Schweizer Intersport-Lizenznehmers rutschte um 6,1% ab und kam auf 252,7 Mio. CHF (207,4 Mio. EUR). Der Bruttogewinn der Zentrale stieg hingegen um 35,6% auf 15,4 Mio. CHF (12,6 Mio. EUR). Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen kletterte entsprechend um 31,7% auf 2,4 Mio. CHF (2,0 Mio. EUR). Insgesamt gab der Nettogewinn um 8,5% nach und brachte es auf knapp 1,6 Mio. CHF (1,3 Mio. EUR).

Die Zentrale schaffte ein Umsatzplus auf dem Gebiet des eigenen Lagergeschäfts sowie bei der Performance der selbst betriebenen Läden, während die Zentralregulierung mit den angeschlossenen Händlern Federn lassen musste.

Im vergangenen Geschäftsjahr 2010/11 war das Wetter dem Handel zunächst mit einem massiven Kälteeinbruch durchaus wohlgesonnen, aber der Winter riss im Januar 2011 buchstäblich ab – wie auch in anderen Ländern Mitteleuropas. Doch die Schweiz traf es doppelt hart aufgrund der Entwicklung des Euro im Vergleich zum Schweizer Franken. Der Höhenflug der eidgenössischen Währung trieb die heimischen Konsumenten buchstäblich in den kleinen Grenzverkehr mit dem benachbarten Ausland wie zum Beispiel Deutschland.

Urs Müller, CEO von Intersport PSC Holding, betont, dass die Kundenflucht aus der Schweiz nur die eine Seite der Medaille sei. Hinzu komme die Gefahr, dass die ausländischen Touristen einen Bogen um das Matterhorn machen könnten, um sich günstigeren Urlaubszielen hinzuwenden. Das würden auch die Händler in den einheimischen Tourismuszentren zu spüren bekommen.

Im Gespräch mit sportFACHANDEL gibt sich Müller entsprechend „konservativ“, was die Entwicklung der Geschäfte anbelangt, die von der Zentrale direkt geführt werden. Gegenwärtig versorgt Intersport Schweiz 250 Händler, die 370 Verkaufsstellen betreiben. Darüber hinaus verantwortet die Zentrale in Ostermundigen bei Bern zwei selbst gesteuerte, ­preis­orientierte Formate: Unter dem Namen Sportfabrik agieren landesweit vier Geschäfte, die das Konzept eines Fabrikverkaufs verfolgen. Seit letztem März wurden zudem drei Shops eröffnet, die auf den Namen Budget Sport hören. Dieses Tiefpreis-Format ist eine Idee der Dachorganisation Intersport International, die dieses Konzept zunächst in Finnland erprobte. Angesichts der gegenwärtigen wirtschaftlichen Gesamtlage geht Müller nicht davon aus, dass diese beiden Handelskonzepte in diesem Jahr in signifikantem Umfang expandieren – wenn überhaupt. Im Zusammenhang mit dem Währungsproblem würdigt Müller die konzertierte Aktion von Groß- und Einzelhandel unter dem Motto „hier gekauft“, die von allen tangierten Verbänden massiv unterstützt wurde: „Dabei handelt es sich im Grunde um eine Image-Kampagne“, erläutert Müller, „die darauf abzielt, die Kunden dafür zu sensibilisieren, dass eine Reihe von Arbeitsplätzen in der Schweiz gefährdet sind“, wenn die heimischen Kunden lieber außerhalb des kleinen Landes einkaufen. Intersports Teilnahme an der

Ini­tiative soll als Zeichen gesehen werden, dass alle Beteiligten im selben Boot sitzen: Verbraucher, Händler, die Intersport-Zentrale sowie Marken und Importeure. mh

Autor: Markus Huber

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 01-02 / 2012