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Sport 2000: Neue Ansätze fürs Wintersport-Geschäft

  • Bernd Gutewort
  • Sonntag | 03. Februar 2013  |  19:22 Uhr
München. Im vergangenen Jahr konnten die Händler der deutschen Sport 2000 ihren Außenumsatz um 4,3% auf insgesamt 1,55 Mrd. EUR erhöhen.

Dabei blieb die Zahl der Händler mit etwas weniger als 1100 in etwa konstant. Der ZR-Umsatz der Zentrale sank dagegen um 3,8%, was darauf hindeutet, dass der Handel vorsichtiger einkaufte, um seinen Warenbestand klein zu halten. Der sank dann auch im vergangenen Jahr in den angeschlossenen Häusern um 8%.Andreas Rudolf, Mit-Geschäftsführer der Sport 2000, hob hervor, dass die Order-Zurückhaltung bemerkenswerterweise die Sportbekleidung traf und hier vor allem den Bereich Jacken. Dieser Effekt erwischte besonders die Marke Jack Wolfskin, in diesem Segment in Deutschland führend, besonders kalt: In der Hitliste der umsatzstärksten Marken bei Sport 2000 rutschte „die Tatze“ von Platz 3 auf Rang 5 hinter Puma und Asics zurück. Beim Thema Winter-Hartware haben sich die meisten Händler und ihre Dachorganisation mit der sinkenden Begehrlichkeit von Ski abgefunden, auch wenn die junge Kategorie der Rocker einiges an Umsatzschwund abfedern konnte. Dennoch reißt der Trend zum Leihski schon seit vielen Jahren Löcher in die Kassen der Skiabteilungen. Rudolf empfiehlt daher dem Handel eine gewisse Konzentration auf den Skischuh: Der Stiefel sei aufgrund seiner Natur kein typisches Leihprodukt, sondern er wird gekauft. Der Verbund will daher auch den Trend zu maßgeschneiderten Lösungen („customizing“) für dieses Segment nutzen und den Abverkauf der Warengruppe befeuern, bei dem „der Preis keine Rolle spielt“. Das Zauberwort heißt hier SUB – „Ski Ubility Boot“, das heißt Schuhe, die auf den Fuß des Kunden abgestimmt sind. Hier winken nicht nur Umsatz und Ertrag, sondern bei Dienstleistungen wie Fußvermessung und Schuhanpassung hat der qualifizierte Sporthändler gegenüber dem Wettbewerb aus dem Internet ganz klar die Nase vorne hat. Die Sport 2000-Führung geht sogar so weit zu sagen, dass die erfolgreiche Vermarktung solcher Skistiefel noch bedeutsamer für den Fachhandel sein dürfte als die Einführung der Rocker-Ski vor drei oder vier Jahren. Die Rocker könnten den Verkauf der Schuhe noch beflügeln, da der passende Stiefel zum neuartigen Skityp den Endkunden noch stärker zur Neuanschaffung eines Schuhs motivieren könnte. mh

Autor: Bernd Gutewort

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