Freitag | 22. März 2013  |  10:30 Uhr

Reebok macht Adidas einen dicken roten Strich durch die Rechnung

Herzogenaurach. Mit einem neuen Rekordumsatz von 14,9 Mrd. EUR (währungsbereinigt +6%) schloss die Adidas AG ihr Geschäftsjahr 2012.

Dabei erhöhten sich besonders signifikant die Umsätze der eigenen Einzelhandels-Geschäfte mit den Marken Adidas und Reebok auf 3,37 Mrd. EUR (+14%). Die Zahl der eigenen Geschäfte stieg per Ende 2012 um 62 auf insgesamt 2446 Läden, wobei 1353 auf Adidas, 363 auf Reebok und 730 auf Factory-Outlets beider Marken entfielen. Ebenfalls hohe Zuwachsraten erzielten die sogenannten anderen Geschäftssegmente, die um 17% auf einen Gesamtumsatz von 1,97 Mrd. EUR (+17%) kletterten. Dabei kam Taylor-Made Adidas Golf (inklusive Asworth und Adams Golf) mit einem Umsatz von 1,34 Mrd. EUR um 19,5% deutlich besser über die Runde. Rockport lief umsatzmäßig mit 285 Mio. EUR (+1,9%) eher bescheiden ins Ziel, dafür kam Reebok-CCM Hockey mit 243 Mio. EUR (+8,9%) stärker ins Spiel. Im Großhandel, also dem Geschäft mit den Einzelhändlern, wurden insgesamt 9,53 Mrd. EUR (+2%) erwirtschaftet: Hier war ganz klar die Marke Adidas mit einem Umsatz von 11,34 Mrd. EUR (+9,9%) die treibende Kraft. Denn Reebok musste als einzige Marke im Konzern richtig Federn lassen: Der Fitness-Ausrüster stemmte nur einen Umsatz von 1,66 Mrd. EUR und lag damit um -17,9 % hinter seiner Vorjahres-Performance.

Regional betrachtet, blieb Westeuropa mit 4 Mrd. EUR (+2,6%) der Haupt-Umsatzbringer, vor allem aufgrund zweistelliger Zuwächse in Großbritannien und Polen (Olympiade und Fußball-EM). In den europäischen Schwellenländern wurden insgesamt 1,94 Mrd. EUR (+15,1%) umgesetzt, wobei insbesondere Russland/GUS um 15% über dem Vorjahres-Niveau lagen. Nordamerika, der zweitwichtigste Markt, erreichte nur 3,41 Mrd. EUR (+1,7%). Dagegen konnte China mit einem Umsatz von 1,56 Mrd. EUR (+15%) viel Boden gut machen. In Lateinamerika wuchs der Umsatz auf 1,48 Mrd. EUR (+8,3%) und andere asiatische Märkte legten auf 2,4 Mrd. EUR (+7,3%) zu.

Unregelmäßigkeiten bei Reebok in Indien

Nun zur Abrechnung: Der Konzerngewinn erhöhte sich inoffiziell um 29% auf 791 Mio. EUR. Doch der steht nur auf dem Papier, denn bei der Reebok India Company wurden Unregelmäßigkeiten entdeckt, die auch die Vorjahre betrafen. Diese Fehler mussten im Konzernabschluss berücksichtigt werden. Danach lag der Gewinn im Geschäftsjahr 2011 nicht wie ausgewiesen bei 671 Mio. EUR, sondern reduzierte sich um 58 Mio. EUR auf 613 Mio. EUR. Die Wertminderung von 265 Mio. EUR in den offiziellen Konzerngewinn eingezogen, lag dieser 2012 somit bei 526 Mio. EUR (und nicht bei 791 Mio. EUR). Dies bedeutet einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr von 14%. rs

Autor: Bernd Gutewort

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 07 / 2013