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Prozesslawine: Abs gegen Lawinenball

  • Uli Wittmann
  • Freitag | 03. Dezember 2010  |  09:18 Uhr
Gräfelfing. Airball, der Hersteller des gleichnamigen Lawinenballs muss geschäftsschädigende Aussagen gegen-über Abs Lawinenairbag zurücknehmen und darf diese nicht mehr verbreiten.

So urteilte der vorsitzende Richter Dr. Andreas Stutter am Landesgericht Innsbruck (Az. 59 Cg 70/09h). Ab Februar 2009 soll der Mitbewerber von Abs über einen längeren Zeitraum auf der von ihm betriebenen Website www.lawinenairbag-diskussion.de diverse unrichtige Behauptungen über den Abs Lawinenairbag veröffentlicht und diese auch über Pressemitteilungen verbreitet haben.

So darf der österreichische Anbieter nach richterlichem Beschluss unter anderem nicht mehr folgende Behauptungen aufstellen: „Es gibt gleich viele Ganzverschüttete ob mit oder ohne Abs-Airbag“ oder „Offensichtlich wurde die Öffentlichkeit über die Wirkungsweise des Abs-Lawinenairbags jahrelang bewusst falsch informiert.“

Airball stellt die Entwicklung des gerichtlichen Scharmützels wie folgt dar: Der Abs-Hersteller habe die einstweilige Verfügung in erster Instanz (Landesgericht Innsbruck) und auch das Revisionsverfahren in zweiter Instanz beim Oberlandesgericht verloren. Das Verfahren ging wieder zurück zum Landesgericht, wo genau jener Richter, der damals alle Punkte als erwiesen ansah, plötzlich zu einem gegenteiligen Urteil kam. Daraufhin ging Herbert Fournier von Airball in Berufung.

Abs-Hersteller Peter Aschauer hat eine andere Sicht zu dem Urteil: „Ich bedauere, dass aufgrund solch zielgerichteter falscher Aussagen eine Verunsicherung beim Endverbraucher und im Handel entstanden ist. Besonders für die weniger informierten Endverbraucher birgt dies auch ein erhebliches Risiko, weil ihnen mit solchen Aussagen suggeriert wird, dass Ortungsmittel gleichzusetzen sind mit Geräten, welche die Verschüttung verhindern. Daher bin ich sehr froh, dass die Gerichte eine Klarstellung vorgenommen haben.“ uw

Autor: Uli Wittmann

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 28 / 2010