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Outdoor als Online-Speerspitze

  • Nicolas Kellner
  • Donnerstag | 14. Juni 2012  |  07:29 Uhr
Heilbronn. McKinley geht im Internet einen großen Schritt voran. Mit dem Relaunch der Webseite des Exklusiv-Labels zeigen die Intersport-Genossen nicht nur Flagge im Internet, sondern auch, wie Verbundgruppen Händler geschickt einbinden können.

Das McKinley-Konzept soll innerhalb des neu geplanten Online-Projekts von Intersport neue Wege ebnen.

Auf der jüngsten Vollversammlung hatte Intersport beschlossen, ihre Netz-Aktivitäten auszubauen (SFH Ausgabe 7/2012, S. 8). Das Stichwort lautet: Multichannel, eine Strategie, die das Internet, den Katalog und den Laden umfasst. Für ihre Outdoor-Eigenmarke McKinley unterhält Intersport bereits seit längerem eine eigene Webpräsenz, die zur Markenbildung dient und europaweit ausgebaut werden soll.

Die „Premium-Marke“ McKinley feiert in diesem Jahr immerhin 30-jähriges Jubiläum, und das soll sich auch im Netz widerspiegeln. Unter mckinley.de verfügt Intersport über eine feine, übersichtlich und ansprechend aufgebaute Outdoor-Website, die derzeit monatlich rund 40.000 Besucher auf sich zieht.

Das sei noch nicht so viel, sagt Intersport-Sprecher Roland Scheuermeyer, es sei jedoch ein guter Anfang und ausbaufähig. Genau das haben die Genossen vor: Nach einem Relaunch verfügt die Seite über kurze Wege und schnell verfügbare Informationen rund um das Thema Outdoor. Produkte werden aussagekräftig vorgestellt und können über angeschlossene Händler bezogen werden.

„Die Beteiligung des Handels ist uns sehr wichtig“, unterstreicht Scheuermeyer. Produkte aus der gesamten McKinley-Kollektion werden nicht direkt verkauft, sondern über Intersport-Mitglieder in der Nähe des Users. Dazu packt der potenzielle Käufer seine ausgesuchten Teile nicht in einen Warenkorb, sondern in eine sogenannte „Tourbox“, die an den jeweiligen Händler geht. Dieser macht dem möglichen Käufer ein direkt auf ihn zugeschnittenes Angebot. Natürlich können nur Intersport-Händler, die auch für McKinley gelistet sind, auf dieser Plattform mitmachen. Die Produkte, die vorgestellt werden, müssten auch wirklich verfügbar bzw. in den richtigen Größen vorrätig sein.

Webpräsenz ist Frequenzbringer

Die Intention der McKinley-Seite ist klar definiert: Man wolle keine eigenen Umsätze generieren, sondern über das Internet als „Frequenzbringer“ für die angeschlossenen Händler fungieren, umschreibt Scheuermeyer die Stoßrichtung. Über die optisch ansprechend gemachten Seiten soll aber auch das Thema Outdoor selbst beim Endverbraucher forciert und McKinley als traditionsreiche Trekking- und Bergsport-Marke weiter ausgebaut werden. Daher bietet die Seite auch Ratgeber-Funktionen (über Technologie, Pflege usw.), einen Tourenplaner (inklusive Übernachtungs- und Gastronomie-Hinweise) sowie Gewinnspiele und Foto-Wettbewerbe an. Damit ist ein hoher Grad an Interaktivität gewährleistet, der die Kunden an die Seite und an die Händler binden soll. Europaweit werde es im Jubiläumsjahr noch zusätzliche Kampagnen geben, an denen der Handel beteiligt wird, verrät der Intersport-Sprecher. Aber auch die Unterstützung am POS soll ausgebaut werden, so dass eine enge Verzahnung zwischen Online-Präsenz und stationärer Outdoor-Abteilung der Händler sichtbar wird. Der Kunde könne sich schließlich auch im Internet informieren und dort auch bestellen, dann jedoch in seinem Sportgeschäft die Ware reservieren und abholen. Intersport jedenfalls wolle aus den mit der McKinley-Präsenz gemachten Erfahrungen für seine angekündigten zukünftigen Netz-Aktivitäten profitieren. Jedoch werde das McKinley-Portal innerhalb der neuen Intersport-Multichannel-Palette (dazu wird beispielsweise auch ein Webshop gehören) eigenständig bleiben, betont Scheuermeyer.

Nicolas Kellner

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Autor: Nicolas Kellner

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 11 / 2012