Freitag | 01. Februar 2013  |  08:49 Uhr

Mit Gesundheitsdenken raus aus der Stagnation

München. Auf der Hauptpressekonferenz der Ispo in der vergangenen Woche konnten die europäischen Spitzen-Repräsentanten der Branchen-Verbände nur bedingt mit optimistisch stimmenden Zahlen aufwarten.

Doch die Branche wäre nicht sie selbst, würde sie nicht auch in einer kritischen Phase der europäischen Wirtschaftslage neue Wachstums-Potenziale anzapfen. Daher wird auf dieser Ispo das Thema Gesundheit ganz groß geschrieben.

Werner Haizmann, Präsident des europäischen Händlerverbands Fedas sowie der deutschen Gruppierung VDS, betonte zu diesem Anlass, dass die Geschäftsentwicklung bei Weitem nicht überall auf dem Kontinent so zufriedenstellend verlief, wie das im vergangenen Jahr noch in Deutschland der Fall war.

Besonders der Einzelhandel in der südeuropäischen Region musste eine „teilweise dramatisch verlaufende Talfahrt“ verkraften, die wohl noch nicht ausgestanden sein dürfte. Im Mittelmeer-Raum kämpft der Handel unverändert mit Faktoren, die er selbst schlecht beeinflussen kann. Bestimmt wird dort das Szenario vom abgewürgten Konsum, der durch Jugend-Arbeitslosigkeit, Sparmaßnahmen und rückläufige Inlands-Produktion bestimmt wird. Dem Sporthandel nutzten dabei sportliche Großereignisse wie die Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine oder die Olympischen Spiele in London nur wenig. In anderen Teilen Europas sah es dagegen für die Geschäfte mit Sportartikeln durchaus erfreulicher aus. Als Beispiele führte Haizmann Polen mit einem Wachstum von 3% und Russland mit 2,5% an. Diese positive Entwicklung in osteuropäischen Ländern täuscht aber nicht darüber hinweg, dass das Geschäft im Durchschnitt über die europäischen Länder hinweg signifikant rückläufig war. Die Fedas schätzt die Marktentwicklung auf ein Minus von 6% für 2012 ein, womit der europäische Sportartikel-Handel zu Einzelhandels-Preisen auf ein Gesamtvolumen von 38,2 Mrd. EUR eingebrochen ist.

Auf Herstellerseite sieht die Bilanz für 2012 nicht ganz so düster aus: Frank Dassler, Präsident des europäischen Hersteller-Verbands Fesi ist um

einiges optimistischer. Nach Dasslers Darstellung stieg der Gesamtumsatz von Marken und Großhandel um 4,5%.

Dass nicht alles Gold ist, was in der Branche glänzt, ist wohl allen Beteiligten klar. Da ist auch die Ipso als Leitmesse besonders gefragt, um neue Wachstums-Potenziale auszuloten und entsprechend in den Vordergrund zu rücken. Für Tobias Gröber, Bereichsleiter für Konsumgüter der Messe München, heißt das Schlagwort für die Zukunft: Gesundheit. Der Gesundheitssektor steht für ein Riesengeschäft, das bis 2020 allein in Deutschland ein Marktvolumen von etwa 100 Mrd. EUR haben dürfte. Daraus soll auch der Sporthandel ein Stück des Kuchens für sich reservieren. Aus diesem Grund haben Gröber und sein Team auf der diesjährigen Ispo das Thema Gesundheit prominent platziert. Höhepunkt dieser Schwerpunktsetzung ist das Ispo Health Forum, das am Montag im Kongress-Zentrum ICM stattfindet und gespickt ist mit Toprednern und Teilnehmern an Diskussionen aus der Sportartikel-Branche, der Politik und der Gesundheits-Wirtschaft. Erstmalig wird dem Gesundheitsbereich auf der Messe eine eigene Sonderfläche eingeräumt, die in Halle C1 16 neue Aussteller aus dem Health-Sektor begrüßt. mh

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Autor: Selma Özakin

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 04 / 2013