Donnerstag | 04. Juli 2013  |  09:24 Uhr

Lowa trotzt dem Umfeld mit guten ­Zahlen

Jetzendorf. Bergschuster Lowa feiert in diesem Jahr sein 90-jähriges Bestehen und blickt mit Zuversicht in die Zukunft.

Dazu gehört auch, dass der Verkauf der Anteile von der Tecnica Group (sie hält 60% an Lowa) fürs erste vom Tisch ist. Im Herbst 2012 gab die italienische Firmengruppe bekannt, ihre Lowa-Anteile veräußern zu wollen. Am Ende des Auswahlverfahrens der potenziellen Käufer blieben zehn Bieter übrig. Fünf davon aus dem Private Equity Bereich. Zwischenzeitlich sind die Verkaufsabsichten aber auf Eis gelegt worden. Ein Grund dafür können die Geschäftszahlen von Lowa gewesen sein. Nach dem Boom im Jahr 2011 (konsolidierter Umsatz in Deutschland, Schweiz und USA: 161 Mio. EUR) und einem Umsatzrückgang 2012 (-13,7% auf 139 Mio. EUR), hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr der konsolidierte Umsatz auf 140 Mio. EUR stabilisiert. Ebenfalls ein positives Signal ist der Ordereingang bis 31. März. Betrugen die Bestellungen 2012 1,43 Millionen Paar Schuhe, orderten die Händler in diesem Jahr 1,48 Millionen Paar. Wichtigster Markt für Lowa bleibt Deutschland, mit einem Anteil von 48%, gefolgt vom EU-Raum mit 40%. Derzeit tragen die asiatischen Märkte nur 4% zum Umsatz bei. Doch in Zukunft soll vor allem der chinesische Markt für einen Anteil von 10% am Gesamtergebnis sorgen. Auch in Nordamerika sieht Werner Riethmann, geschäftsführender Gesellschafter, noch großes Potenzial. Damit ist die Zielsetzung der Schuhmarke klar umrissen: mehr Internationalisierung. Aktuell liegt die Exportquote von Lowa bei rund 60%. Mit rückläufigen Mengen hat Lowa in Österreich zu kämpfen. Verkauften die Jetzendorfer dort im Jahr 2011 noch 159.500 Paar Schuhe, so lag diese Zahl 2012 bei 149.200. Für die Frühjahrs-Kollektion 2014 rechnet das Unternehmen mit Preiserhöhungen. Vor allem für bestimmte Ledersorten kalkuliert Lowa mit einer Preissteigerung von 10% oder mehr. Ausgesuchte Händler Im Herbst 2012 entschied sich Lowa, ein selektives Vertriebssystem einzuführen. Vor allem der E-Commerce und eine überzogene Rotpreispolitik könnten der Marke nachhaltig schaden. Aus diesem Grund fuhr Lowa die Spezialmodelle für Handelspartner stark zurück. Um weiterhin als Händler Schuhe der Marke zu erhalten, müssen sie nun bestimmte Kriterien erfüllen. Dazu gehörten auch die Ausstattung des Ladenlokals und fachkundiges Personal. Nach acht Monaten hatte der Großteil der Händler die neuen allgemeinen Geschäftsbedingungen unterschrieben, und das neue Vertriebssystem konnte durchstarten. Zum 90. Bestehen des Unternehmens feiert Lowa am 29. Juni am Wendelstein ein großes Bergfest. Außerdem gab es eine limitierte Auflage vom Lowa-Bestseller Renegade. Dazu rief das Unternehmen die Händler auf, an einem Schaufenster-Wettbewerb teilzunehmen: 500 Zusagen gingen dafür in Jetzendorf ein. Als Preis können drei Händler mit jeweils 50 Kunden das Bergfest von Lowa besuchen. uw Lowa-Geschäftsführer Werner Riethmann berichtete über die Verkaufspläne der Tecnica Group: Diese sind vorerst auf Eis gelegt. Probleme bereiten dagegen die steigenden Kosten für Leder.

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Autor: Bernd Gutewort

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 12 / 2013