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Kärntner Werk von Elan gleitet in Konkurs

  • Bernd Gutewort
  • Freitag | 22. März 2013  |  08:57 Uhr
Begunje/Fürnitz. Am 13. März gab Sport-Slowene Elan bekannt, dass sein Kärntner Tochterunternehmen Elan Sportartikel Insolvenz anmelden musste.

Verhandlungen mit der BKS Bank (Bank für Kärnten und Steiermark Aktiengesellschaft, Klagenfurt) für frisches Geld, um die finanziell in Schieflage geratene Snowboard-Fabrik in Fürnitz zu retten, schlugen fehl. Auch die slowenische Mutter in Begunje war nicht zu finanziellen Zuschüssen in der Lage: Die gesamte Elan-Gruppe verzeichnete 2011 einen Verlust von etwas über eine Mio. EUR, steht selbst zum Verkauf (mit Argus Capital als Investor, SFH Ausgabe 4/2013, S. 8) und muss möglicherweise 10 Mio. EUR ungerechtfertigter Staats-Zuschüsse an die EU zurückzahlen (SFH Ausgabe 23/2012, S. 6).

Im Werk Fürnitz, seit 1978 Tochter von Elan, wurden 2011 etwa 225.000 Snowboards produziert, wobei nur etwa 10% unter der Marke Elan vom Stapel liefen. Das Gros entfiel auf OEM-Gleitbretter (u.a. Nitro, Capita, Rome). Der rückläufige Snowboard-Markt, weltweit fiel der Absatz auf unter eine Million Einheiten, sowie steigende Produktionskosten und die Abwanderung vom wichtigsten Abnehmer Nitro zu Herstellern in Fernost, waren die Hauptgründe für den Niedergang: 2011 wurde bei einem Umsatz von 18 Mio. EUR ein Verlust von 1,5 Mio. EUR eingefahren. 2012 fiel der Umsatz auf knapp 14 Mio. EUR. Laut Kreditschutzverband 1870 stehen derzeit Schulden von 8,7 Mio. EUR nur Aktiva von 6,5 Mio. EUR gegenüber, und somit steht die Kärntner Tochter mit 2,2 Mio. EUR in der Kreide.

Betroffen vom Konkurs sind 78 feste Mitarbeiter und 90 Saisonarbeiter sowie rund 120 Gläubiger. Ob es noch eine Lösung für das Kärntner Werk geben kann, lotet Masseverwalter Klaus-Jürgen Karner aus. Jedenfalls verspricht Elan noch eine Auslieferung der eigenen Boards für die Saison 2013/2014. Diese könnten weiterhin in Fürnitz und teilweise in Begunje produziert werden. Ronald Wagner, Geschäftsführer der Elan Central Europe GmbH (Feldkirchen bei München), wertet die Situation „als reinigendes Gewitter“, aus der das Skigeschäft von Elan gestärkt hervorgehen werde. Denn die Verluste von Elan Sportartikel, so steht es auch in einer Unternehmensmitteilung aus Begunje, seien der Hauptgrund für die negativen Ergebnisse von der Elan-Gruppe gewesen. Ohne die Belastungen durch das Werk in Fürnitz sei Elan positiv über die letzten zwei Runden, sprich die Geschäftsjahre 2011 und 2012 gekommen. rs

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Autor: Bernd Gutewort

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 07 / 2013