Donnerstag | 20. Oktober 2011  |  13:56 Uhr

Intersport nimmt Lagerabbau selbst in die Hand

Wels. Still und leise eröffnete die Intersport Österreich (ISÖ) in den vergangenen vier Jahren sechs Sport Outlets.

Um die Veräußerung von Warenüberhängen selbst in die Hand zu nehmen, wie zu erfahren ist. Zuvor soll die Lagerbereinigung zum Kilopreis über Stocklot-Händler erfolgt sein. Christian Mann, Sprecher der ISÖ weist darauf hin, dass Sport Outlet zwar zur Intersport gehöre, aber eine komplett eigene Vertriebsschiene sei – und, dass die Sport Outlets in Abstimmung mit Intersport International entstanden seien. Des weiteren sei er nicht befugt, sich zum Unternehmen Sport Outlet zu äußern. Gabriele Fenninger, GF und Vorstand der Intersport Österreich, stand bis Redaktionsschluss nicht für ein Statement zur Verfügung. Laut Firmenbuch wurde das Unternehmen Sport Outlet Handels GmbH (Wels), am 7. September 2007 gegründet und steht im 100%-igen Besitz der Intersport Austria Ges.m.b.H. Alleinvertretungs-Berechtigter Geschäftsführer ist Manfred Gaisberger. Die erste Filiale wurde im November 2007 nahe der Shopping City Vösendorf eröffnet. Allein fünf Standorte befinden sich im Großraum Wien: EKZ Simmering, SCS Vösendorf, Gewerbepark Stadlau, Langenzersdorf und Auhof Center. Am 26. August 2011 wurde das jüngste Outlet in der Blackbox in Wels eröffnet.

In Österreich taucht Sport Outlet weder auf der ISÖ-Website noch in Form einer eigenen Website auf. Zu ergoogeln sind allerdings nicht nur Sport Outlets in Österreich, sondern auch in Deutschland und der Schweiz. So gibt es in Deutschland jeweils ein Outlet in Freising und in Dachau. Roland Scheuermeyer, Leiter Kommunikation der deutschen

Intersport-Zentrale in Heilbronn, erklärt, dass es sich dabei um Outlets von Mitgliedern handle. Für weitere Auskünfte verweist er auf Franz Julen, CEO der Intersport International Corporation in der Schweiz.

Julen betont in einem Telefongespräch die klare Strategie der Intersport International zu diesem Thema. Er bezeichnet Sport Outlet als eines von drei Formaten der Intersport:

• Intersport Fachhandel (Service, Kompetenz, Beratung, Multisport)

• Budget Sport (Preispolitik, Vollsortiment)

• Sport Outlet (Restposten)

Die Anfänge von Sport Outlet seien in der Schweiz zu finden, wo die Länderzentrale vor fünf bis sechs Jahren die „Sportfabrik" geschaffen hat. Über Sportfabrik kann der einzelne Händler seine Restposten veräußern. In anderen Ländern sei dies nicht so. Die Intersport Österreich verkaufe in ihren fünf Sport Outlets Restposten, die aus dem Großhandelsgeschäft stammen.

Laut Julen wurde diese Strategie „den Mitgliedern in einer transparenten Form präsentiert, mit ihnen abgestimmt und die Standorte entsprechend gewählt". Wie der CEO der Intersport International betont, sei es durchaus Strategie, den Namen Intersport nicht in Verbindung mit dem Namen Sport Outlet zu bringen. Jedoch zeichne es den guten Händler aus, ein „stets sauberes Sortiment" zu haben.

In Österreich scheinen die Sport Outlets der Intersport Länderzentrale ganz im Trend zu liegen. Das 1996 von Klaus Zimmer gegründete City Outlet ist mittlerweile auf sechs Standorte angewachsen. Die Sport Fundgrube aus dem bayrischen Hausham ist 2001 als Franchise-Unternehmen auf den Markt getreten und führt mittlerweile acht Standorte. su

Autor: Hildegard Suntinger

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 23 / 2011