Freitag | 08. April 2011  |  11:19 Uhr

Intersport Eybl schenkt sich Urban Outdoor zum Geburtstag

Wien. Sport Eybl feierte am 22. März im Restaurant Novelli in­ ­Wien seinen 80. Geburtstag.

Stargast war die Skilegende ­Hermann Maier. Er wird fortan als Testimonial für die Eigenmarke Seven Summits fungieren. Genau eine Woche später, am 29. März, hob Eybl sein jüngstes Kind aus der Taufe: „Urban Outdoor“ nennt sich der neueste Sortimentsableger, der Kunden beim Sport und im Alltag mit funktionaler und modischer Bekleidung begeistern soll.Der „Herminator“, bis vor zwei Jahren im österreichischen Nationalteam, wird die Produkte der Eybl-Eigenmarke nicht nur tragen, sondern auch an einer eigenen Linie mitwirken, die zur Wintersaison 2011/12 unter seinem Namen auf den Markt kommt. Mit dem Start in die Frühlingssaison wurden in den zehn Eybl-Megastores „Urban Outdoor“-Abteilungen installiert. Auf einer Fläche von 100 bis 150 qm findet der Kunde „alles für einen Tag im Freien – egal ob in der Stadt oder im Grünen.“ Unter Urban Outdoor versteht man bei Eybl „Funktionsbekleidung, die Lifestyle, Mode und Trend mittransportiert“. Eybl-Marketing- und Vertriebsleiter Florian Größwang geht davon aus, dass dieser Bekleidungstyp in absehbarer Zeit nicht nur die Großstädte erobern, sondern auch salonfähig werden wird. Die Urban Outdoor-Flächen wurden anstelle der zuletzt geschlossenen Reitsport- bzw. teilweise auch der ebenfalls geschlossenen Golfabteilungen errichtet.

Pionier im Sport-Fachhandel

Sport Eybl, Österreichs größter Sportartikelhändler, wurde von Ida und Ludwig Eybl gegründet. Alles begann 1931 auf 50 qm Fläche in der Welser Bahnhofstraße 18 als Zweipersonen-Unternehmen. Ludwig Eybl war es auch, der 1963 die Einkaufsgenossenschaft Intersport in Österreich gründete, um bessere Einkaufskonditionen für den Handel zu erreichen. Sein Sohn Dietmar errichtete 1976 in Linz auf 3000 qm die erste Großfläche, nachdem er Berufserfahrung in einem Sportshop in New York sammelte. 1994 verunglückte er bei einem Bergunfall tödlich.

1999 erfolgte ein weiterer Schlag: Auf Bestreben des damaligen Vorstands von Intersport Österreich und Sports Experts, Alfred Schwab, erfolgte die Fusion der Sports Experts AG und der Eybl AG. Sein Credo: „Kräfte bündeln und gemeinsam zu einem der größten Sportartikel-Unternehmen Europas aufsteigen“. Schon zwei Jahre nach der Fusion regten sich erste Zweifel: Man fühlte sich in der Anteilsbewertung benachteiligt. Der unschöne (Familien-) Konflikt – Schwab ist der Ziehsohn Ludwig Eybls – wurde erst 2005 beigelegt: Eybl kaufte die Anteile (49,47%) von der Sports Experts Holding und Schwab zurück und die Aktionärsgruppe um die Familie Eybl wurde zum Alleineigen-tümer der EAG. 2006 erfolgte eine enorme Vergrößerung formeller Art: 14 der im Besitz der EAG befindlichen Intersport XL-Shops wurden in Eybl integriert. Die Shops waren ein Relikt des undurchsichtigen Firmengeflechts unter Intersport-Chef und Sports Experts-Gründer Schwab. Die Familie Eybl hat sich mittlerweile vollständig aus dem operativen Geschäft zurückgezogen und ist lediglich mit ­Lorin Leitner, Christoph Eybl und ­Catrin Aschenwald-Eybl (dritte Generation) im EAG-Vorstand vertreten.

Fast 25% Marktanteil in Österreich

Heute umfasst das Unternehmen Eybl 25 Shops österreichweit, darunter zehn Megastores mit Verkaufsflächen zwischen 5000 und 8000 qm. Die Kette Sports Experts umfasst heute 24 ­Stand­orte (Marktanteil: 7,6%). Eybl ist das größte Mitglied der Intersport Österreich und trägt 17,3% zum Umsatz bei. Die EAG erwirtschaftete insgesamt (inkl. Sports Experts in Regensburg und Eybl in Passau) im Geschäftsjahr 2009/10 (per Ende August) einen Umsatz von 400 Mio. EUR. Neben Sports Experts und Sport Eybl führt die EAG noch vier Snipes-Stores in Lizenz und einen ­Seven-Summits-Monobrand-Store. Übrigens: Der 1995 eröffnete Megastore in Wien-Vösendorf wird für 15 Mio. Euro bis zum Oktober von 7500 auf 9000 qm erweitert. su

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Autor: Hildegard Suntinger

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 08 / 2011