Freitag | 16. Dezember 2011  |  09:15 Uhr

Intersport: Das Wetter vereitelt neue Rekorde

Heilbronn. Das Wetter machte dem Sporthandel im Allgemeinen und der Intersport im Speziellen nicht viel Freude im ausgehenden Jahr.

An den Außenumsatz von 2,91 Mrd. EUR im Traumjahr 2010 kann die rot-blaue Gruppe dieses Jahr nicht anschließen und wird wohl bei 2,7 Mrd. EUR ankommen.

Intersport-Vorstand Klaus Jost sprach von den drei großen „W’s“, die den Geschäftsverlauf in diesem Jahr maßgeblich kennzeichneten: Währungsschwankungen, Wirtschafts-Turbulenzen und das Wetter. Letzteres dürfte dabei die Hauptrolle gespielt haben. Angesichts der Wettersituation über den Gesamtverlauf des Jahres nimmt das nicht Wunder, zumal die Gruppe gegen sensationelle Vorjahres-Monate anrennen musste: Der historisch warme und sonnige November 2011 konkurriert mit einem Plus von 23%, das die Händler im „Winter" vor Jahresfrist generieren konnten. Der noch nicht beendete Dezember wird wohl auch nicht so fantastisch abgeschlossen werden können wie das „Vorgänger-Modell", als die Genossen 28% im Vergleich zu 2009 drauflegen konnten.

Nach Einschätzung der Intersport-Vorstände Kim Roether und Klaus Jost dürfte das Jahr – vorbehaltlich des noch nicht abgeschlossenen Weihnachtsgeschäfts – mit einem Umsatzminus von etwa 7% ausgehen. Der deutsche Markt wird den Schätzungen der Intersport-Führung zufolge von 7,9 auf 7,6 Mrd. EUR schrumpfen, womit Intersport seine führende Position am Markt hierzulande halten sollte. Nach Sortimenten blieben weiterhin Wintersport, Outdoor, Running, Fitness sowie Teamsport mit Fußball die tragenden Säulen des Geschäfts. Fußball entwickelte sich zufriedenstellend, auch wenn die deutschen Damen die hohen Erwartungen an die Weltmeisterschaft nicht erfüllen konnten.

Trotzdem konnte mangels Mega-Event der Teamsport-Bereich inklusive Fanartikel nicht an 2010 anschließen und schrumpfte um 8%. Wintersport knickte um 24% ein, während der wichtige Outdoor-Sektor stabil blieb. Erfreulich entwickelten sich Running (+10%), Fitness (+5%) und sogar das schwierige Racket-Geschäft (+2%). Bade/Beach gab um 2% nach.

Fläche und noch mehr Fläche

Insgesamt verbucht Intersport für dieses Jahr 48 neue Mitglieder und 46 neue Filialen angeschlossener Händler. Netto kletterte die Zahl der Händler gegenüber dem Vorjahr von 1030 auf 1045. Im gleichen Zeitraum wuchs die Gesamtzahl der Verkaufsstellen um 40 auf 1498. Hinzu kommen 80 Renovierungen, Neubauten und Umzüge. Insgesamt erhöhte sich die gesamte Netto-Verkaufsfläche um 40.000 qm auf 960.000 qm. Es wird von einem Umsatzplus durch Neuaufnahmen und Erweiterungen von mehr als 80 Mio. EUR ausgegangen. Die in Eigenregie geführte Kette Voswinkel wuchs moderat um zwei Verkaufsstellen auf bis dato 60 Läden. Intersport hatte das Mitglied vor acht Jahren übernommen, als es 38 Filialen zählte. Das Outdoor-Konzept Intersport Adventure legte gegenüber

2010 um zwei auf acht Läden zu.

Auch international kommt der Verbund in Gestalt der Intersport International Corporation (IIC) munter voran: Derzeit ist das Netzwerk in 40 Ländern mit 5300 Verkaufsstellen präsent. Der Umsatz liegt bei etwa 10 Mrd. EUR. Weltweit wird zwar für 2011 ein geringeres Wachstum als in den Jahren zuvor erwartet, aber die Zeichen stehen auf Plus – sowohl bei den existierenden Länder-Organisationen als auch bei der Vergabe neuer Lizenzen in interessanten Märkten. rs/mh

Autor: Markus Huber

Autor: Reinhard Schymura

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 27 / 2011