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In welche Richtung tendieren die Wintersport-Geschäfte?

  • Hildegard Suntinger
  • Freitag | 02. Dezember 2011  |  06:13 Uhr
Wien. Wie jeden Winter hofft die Ski-Branche auf den ersehnten Schnee. Sollte dieser jetzt Anfang Dezember endlich kommen, sehe man noch gelassen in die neue Saison.

Sonst ist ein erheblicher Druck auf die Mengen zu erwarten. Im jüngsten Branchenbericht des Fachverbandes der Holzindustrie geht Wolfgang Mayrhofer, Sprecher der österreichischen Ski-Industrie und Atomic-Chef, auf das Weltmarkt-Volumen der Saison 2010/2011 ein: International stiegen die Alpinski-Verkäufe zuletzt erfreulich von 3,1 auf 3,5 Millionen Paar. Dabei zeichnete sich in Nordamerika ein Aufwärtstrend ab, während die Entwicklung in Mitteleuropa stabil war. Japan habe sich bis zur Katastrophe im März gut entwickelt. Europa spielte mit 2,4 Millionen verkaufter Paar weiterhin die Hauptrolle. In Nordamerika wurden rund 700.000 Paar und in der Region Asien/Pazifik rund 400.000 Paar Alpinski verkauft. Großes Potenzial – auch für die aktuelle Saison – sehe die Ski-Industrie auf den osteuropäischen Märkten. Besonders Russland zeige eine anhaltend gute Entwicklung. Tendenziell weiter ansteigend ist der Verleihmarkt: Ein Großteil des Skigeschäfts erwirtschaftet die Branche mittlerweile in diesem Business, wobei Frankreich mit einem Anteil von mindestens 55% international führend sei. Der Skischuh-Markt war vom Trend zum Verleih allerdings nicht betroffen und konnte weltweit weiter zulegen. Das Segment Langlauf-Ski verzeichnete speziell auf den Hauptmärkten Skandinavien und Russland gute Erfolge. Der Snowboard-Markt sei klar auf den amerikanischen Markt konzentriert: Allein rund 500.000 Snowboards wurden 2010/11 in den USA verkauft. Zweitwichtigster Gleitbrett-Markt war Europa vor Japan. Allgemein, so betont Mayrhofer, seien wieder hochwertigere Produkte gefragt. Neben den Alpinski sei ein anhaltender Trend zum Freeski- und Damenski-Segment zu beobachten. Die vergangene Saison war von guten Grundorders und einem frühen Winterstart gekennzeichnet. Allerdings fand die von Oktober anhaltend gute Stimmung im Handel durch das frühe Winterende Mitte Januar ein jähes Ende. Generell konnte die Ski-Industrie nach den Einbrüchen im Jahr 2009/2010 aber letzte Saison wieder an Fahrt gewinnen. Lassen sich diese Geschäftserfolge wiederholen oder sind sie bereits jetzt Schnee von ges­tern?

Wie Mayrhofer gegenüber sportFACHHANDEL kommentiert, trägt Österreich im Sektor Alpinski mengenmäßig etwa ein Zehntel zum Weltmarkt-Volumen bei. Die Exportquote der österreichischen Ski-Industrie beträgt über 80%. Der weltweite Bindungsmarkt entspreche mit einer möglichen Abweichung von rund 100.000 Paar in etwa dem Skimarkt. Grund für die Schwankungen: Tourenski und Freeski würden in der Regel nicht als Set gekauft. Eine Auswirkung der FIS-Materialreform (SFH Ausgabe 24/2011, S. 14) auf den Konsumentenmarkt schließt Mayrhofer aus. Im Konsumentenmarkt habe sich der Carver-Radius bereits bei 14 bis 25 Metern eingependelt. Zuvor hatten extreme Carver noch einen Radius von acht bis elf Metern. In diesem Zusammenhang verweist er auf den aktuellen Trend zur Convenience, dem der vielseitige und leicht zu fahrende Rocker-Ski entspreche. su

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Autor: Hildegard Suntinger

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 26 / 2011