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Hervis feiert französische Hochzeit

  • Markus Huber
  • Donnerstag | 10. Mai 2012  |  08:13 Uhr
Wals. Hervis Sports, die sportliche Tochter des österreichischen Handelsriesen Spar, schmiedet eine Einkaufs-Allianz mit Go Sport, der französischen Sportkette.

Das französisch-österreichische Tandem gibt die Gründung eines Joint Ventures mit Sitz in Genf bekannt. Die neue Firma Sports Trade & Marketing International (STMI) versteht sich als Kooperation von Partnern auf selber Augenhöhe, da beide jeweils 50% am Gemeinschafts-Projekt halten.

Die neuen Partner bündeln gemeinsam ein Einzelhandels-Volumen von etwa 1,2 Mrd. EUR und erreichen europaweit circa 300 Millionen Verbraucher. Zweck der Übung ist es, den Einkauf zu optimieren und damit noch bessere Verkaufspreise anzubieten. Hervis gilt ohnehin schon als Preisbrecher am umkämpften österreichischen Markt.

Geographisch eine saubere Sache

Das Charmante an der Zusammenarbeit besteht da­rin, dass sich die beiden Ketten geographisch nicht im Weg stehen: Go Sport konzentriert sich im Wesentlichen auf Frankreich, Belgien und Polen. Hervis ist neben Österreich in Slowenien, Kroatien, Tschechien, Rumänien und Ungarn aktiv.

Hervis ist nach eigener Darstellung die größte Fachmarkt-Kette im österreichischen Sporthandel mit fast 80 Standorten am Heimatmarkt sowie 93 Verkaufsstellen in Osteuropa, wo das Unternehmen nunmehr seit fünf Jahren aktiv ist. Im vergangenen Jahr öffnete die Kette fünf neue Geschäfte, darunter in St. Anton am Arlberg (SFH Ausgabe 1/2/2012, S. 26). Vor allem wetterbedingt war der Hervis-Umsatz 2011 leicht rückläufig, und zwar um rund 3% auf 450 Mio. EUR. Auch gab es Verkaufsgerüchte (SFH Ausgabe 8/2012, S. 1).

Go Sport, die Nummer Zwei am französischen Markt konnte sich in den letzten Monaten nach einer längeren Durststrecke wieder berappeln. In den ersten drei Monaten dieses Jahres konnten die Franzosen beim flächenbereinigten Umsatz um 7,6% zulegen. Die Erlöse der französischen Go Sport-Filialen stiegen um 6,7%, während die hauseigene Laufschuh-Kette Courir um 9,7% an Boden gutmachte. Bei konstanter Währung war Go Sport auch in Polen mit einem Plus von 9,3% gut im Futter. Insgesamt erreichte der Händler in den ersten drei Monaten einen Gesamtumsatz von 167,6 Mio. EUR. Nach eher schwierigen Jahren scheint Go Sport wieder auf dem Weg der Besserung zu sein, zumal die Kette kräftig in die Renovierung bestehender Filialen investierte.

Zum Ende März zählte die Gruppe insgesamt 347 Läden, davon 32 Flächen für Go Sport und 13 für Courir im Franchise. Im vergangenen Jahr brachte es der Konzern auf einen Gesamtumsatz von etwa 680 Mio. EUR. Neben Frankreich (mit Überseegebieten), Polen und Belgien unterhält die Kette direkt bzw. durch Franchisenehmer Verkaufsstellen in Saudi-Arabien, Dubai, Jordanien, Luxemburg, Qatar, Kuwait, Mauritius und Syrien. mh

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Autor: Markus Huber

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 08 / 2012