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Für Sport meldet Karstadt leichte Rückgänge

  • Bernd Gutewort
  • Montag | 25. Februar 2013  |  10:12 Uhr
Mit dem Umsatz-Rückgang um 3,1% werden die Essener gut leben können, zumal das Minus flächenbereinigt nach diversen Standort-Schließungen nur 0,6% beträgt.

Die Umsatzentwicklung ist besonders vor dem Hintergrund interessant, dass Karstadt sich seinerzeit dazu entschieden hat, neue Schwerpunkte in der Sortimentsgestaltung zu setzen, die erheblichen Einfluss auf die Umsatzentwicklung hatten. So wurden beispielsweise die Sortimente Multimedia und Freizeit in ihrer Breite und der dafür eingeräumten Fläche erheblich zusammengestrichen. Entsprechend ließen diese Kategorien beim Umsatz um 17,6% bzw. 3,7% Federn. Stattdessen folgte der Konzern der Marschrichtung, ertragsreichere Produktangebote auszubauen und damit entsprechend in die Fläche zu gehen. Schwerpunkte sind dabei die Segmente Mode, Sport, Personality, Home und Gastronomie. Mit Ausnahme des Fashion-Programms gaben jedoch alle Kategorien Umsatz ab. Trotz verschärften Wettbewerbs durch Internet-Anbieter legte Mode um 0,6% leicht zu.

Der Bereich Sport gab um 0,8% nach und erreichte einen Einzelhandels-Umsatz von 369 Mio. EUR im Berichts-Zeitraum gegenüber 372 Mio. EUR im fiktiven Vorjahr 2009/10. Die von Karstadt ausgegeben Zahlen legen allerdings die Vermutung nahe, dass sich die neue Schwerpunktsetzung hin zu Mode und Sport und weg von Unterhaltungs-Elektronik und Freizeit im ersten Jahr ihrer Umsetzung nicht wirklich ausgezahlt hat. Tatsächlich verloren die beiden letzteren Kategorien zusammen 70 Mio. EUR Umsatz, während Fashion gerademal um 8 Mio. EUR zulegte und sich Sport sogar rückläufig gestaltete.

Mit der Übernahme von Karstadt durch die neuen Investoren um Nicolas Berggruen wurde auch das Belieferungs- und Fakturierungs-System innerhalb des Unternehmens neu aufgestellt: Gesellschaftsrechtlich sind die Premium- und Sporthäuser von den Warenhäusern getrennt. Allerdings tritt die Warenhaus-GmbH gegenüber den anderen beiden Geschäftsfeldern als Großhändler auf. Soll heißen: Die Warenhäuser kaufen für die Sporthäuser ein und verkaufen die Ware an die Sport-GmbH weiter, woraus sich eine Art Kommissionsgeschäft ergibt, da die Produkte bis zum Kauf durch den Endkunden im Besitz der Warenhaus-GmbH verbleiben. mh

Autor: Bernd Gutewort

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 05 / 2013