Montag | 27. Mai 2013  |  08:27 Uhr

Foot Locker macht mit Runners Point noch größere Sprünge

Recklinghausen. Am Ende kommt es doch zu einer nahe liegenden Lösung für Runners Point, jener Kette, die seit mehr als einem Jahr zum Verkauf steht, sich aber offenbar schwer tat, einen geeigneten Käufer zu finden.

Hannover Finanz, der 75%-ige Mehrheitseigentümer hatte immer wieder klar gemacht, dass die sportliche Schuh- und Bekleidungskette zum Verkauf stünde. Der amerikanische Mitbewerber Foot Locker hat nun bekannt gegeben, dass er das Unternehmen aus Recklinghausen für 72 Mio. EUR kauft. Im vergangenen Jahr setzte Runners Point 197 Mio. EUR um und verfügt momentan (Stichtag: 31.12.2012) über mehr als 200 Verkaufsstellen, mehrheitlich in Deutschland, aber auch in Österreich, der Schweiz und den Niederlanden. Einige werden in Partnerschaft mit Franchise-Nehmern betrieben. Foot Locker, derzeit mit mehr als 600 Läden in ganz Europa unterwegs, übernimmt den deutschen Konkurrenten komplett, also inklusive der Internet-Handelssparte Tredex, sowie den modisch ausgerichteten Ableger Sidestep und nicht nur den Anteil der Hannover Finanz, sondern auch des Managements um Geschäftsführer Otto Hurler und Finanzchef Harald Wittig, die der operativen Leitung erhalten bleiben sollen. Für Hannover Finanz war es sicherlich Zeit, ihren Sporthändler zu versilbern, nachdem dieser in den letzten Jahren ein ordentliches Wachstum bewerkstelligt hatte. Allein im letzten Jahr legte Runners Point eine Steigerung des Umsatzes um 18% hin, wobei der Zuwachs flächenbereinigt bei 8,9% für Runners Point und 16% für Sidestep lag. Im laufenden Jahr sollen 30 weitere Verkaufspunkte hinzukommen. Runners Point wurde in den späten Achtziger Jahren gegründet und im Jahr 2006 von Karstadt an die Hannover Finanz sowie das Top-Management verkauft. Seinerzeit – gewissermaßen in der ersten Krise des Warenhaus-Konzerns – trennten sich Karstadt und Quelle von einer Reihe kleinerer Geschäftsfelder, darunter – neben Runners Point – von dem landesweit führenden Golfhändler Golf House und dem Leithammel im Camping-Bereich Fritz Berger. Zahlung aus der Portokasse Foot Locker selbst dürfte die Transaktion ohne größere finanzielle Schwierigkeiten bewältigen können: Im letzten Geschäftsjahr lag der Netto-Gewinn der Kette bei 397 Mio. USD. Der Umsatz konnte dabei in 2012 um 9,9% auf fast 6,2 Mrd. USD gesteigert werden. Flächenbereinigt lag das Umsatzplus bei strammen 9,4%. Für das laufende Geschäftsjahr plant Foot Locker sogar, die Gewinne im zweistelligen Bereich nach oben zu bewegen. Zum Jahreswechsel verfügte die Kette über nicht weniger als 3335 Verkaufsstellen in 23 Ländern. Während das Unternehmen in Europa vornehmlich unter der Handelsmarke Foot Locker auftritt, betreibt es insbesondere in den Vereinigten Staaten eine ganze Reihe unterschiedlicher Shop-Formate, darunter Lady Foot Locker, Kids Foot Locker, Footaction, Champs Sports, CCS und – im Internet – Eastbay. mh

Autor: Bernd Gutewort

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 10 / 2013