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Ein dritter Einkaufsverband für Österreich ist im Kommen

  • Hildegard Suntinger
  • Freitag | 03. Dezember 2010  |  09:28 Uhr
Graz/Bozen. Georg Oberrauch, der 1997 einen Einkaufsverband in Italien gründete, weitet dessen Aktivitäten jetzt auch auf Österreich aus. Das erste Mitglied der Sports Alliance International (SAI) ist der Grazer Sportfilialist Gigasport.

Die Zielsetzung der Allianz: Kostenoptimierung bei geringem Verpflichtungsgrad.

Wie Francesco Schneider, Verkauf und Entwicklung Sport Alliance International (Bozen), erklärt, soll die Entscheidung für die Gründung der Sport Alliance Österreich nicht zuletzt aufgrund von Kooperationsanfragen österreichischer Händler gefallen sein. Der genaue Modus der Kooperation mit österreichischen Händlern stehe zurzeit noch nicht endgültig fest. Fest steht aber bereits, dass es einen unbefristeten Vertrag mit einer Kündigungsfrist von sechs Monaten und eine nach Umsatz gestaffelte Jahresgebühr geben wird. Nicht Gegenstand des Vertrages, so Schneider, seien Mindestlimits – weder die Eigen- noch die Industriemarken betreffend. Zunächst soll es auch keine eigene Firma in Österreich geben. Die Kooperation werde über die SAI-Zentrale in Bozen abgewickelt.

Laut Schneider werde der Aufbau der Allianz schrittweise erfolgen – sowohl die Mitglieder- als auch die Lieferantenverträge betreffend. Potenzielle Mitglieder der sportlichen Allianz seien Familienunternehmen mit lokaler Stärke.

Einkaufskonditionen harmonisieren

In Italien hat Sport Alliance die Einkaufskonditionen derzeit mit 60 Lieferanten vertraglich geregelt. Beim Österreichstart sollen vorerst die Vorteile von zehn bis 15 Verträgen weitergegeben werden. Mit Lieferanten, die eigene österreichische Distributionen haben, sind vor Ort Vertragskonditionen auszuhandeln. Hinsichtlich dieser Lieferantenverträge sei auch Gigasport tätig. Alois Loidl, GF Gigasport (Graz), stellt in diesem Zusammenhang die Aktualität von Importeuren und Vertriebsorganisationen in Frage und plädiert für eine Neudefinition der Funktionen nationaler Repräsentanzen sowie kostengünstigere Zentrallager. Er selbst weist nationalen Repräsentanzen primär Aufgaben wie Verkaufsförderung, Schulung und Reklamationsabwicklung zu. Loidl’s Kritik gilt zudem dem Fakt, dass es länderspezifisch verschiedene Preislisten gibt: „Wir reden von Gigasport- und Sport-Alliance-Verträgen. Ob der Empfänger der Ware in Österreich oder in Tschechien sitzt, ist irrelevant.“ Für Loidl ist Sport Alliance Österreich die Option eines schlank strukturierten Einkaufsverbandes, der zwar nicht den üblichen Totalservice, dafür aber die Einkaufspreise eines Verbandes bietet.

Zugriff auf Private Labels

Georg Oberrauch, Gründer und Inhaber von Sportler, ist 1997 aus der Intersport ausgetreten, weil ihm die Mitgliedschaft gut aber zu teuer schien. Mit der zeitgleichen Gründung des eigenen Einkaufsverbands Sport Alli-ance Italy verfolgte er die Absicht,

einen auf Einkaufskonditionen fokussierten Verband zu realisieren. Heute zählt Oberrauch’s Allianz 250 Mitglieder in Nord- und Nordostitalien. Mit seinem eigenen Format Sportler operiert Oberrauch an insgesamt 20 Standorten. Davon befinden sich 17 in Italien und drei in Österreich. Das erste Mitglied der SAI, die österreichische Gigasport, agiert mit 19 nationalen Filialen und 15 Filialen in Südosteuropa (Slowenien, Tschechien, Slowakei). Der Kontakt zwischen Sportler und Gigasport besteht bereits seit 2000

innerhalb der Eurofamily, einem europäischen Zusammenschluss von Handelsunternehmen aus dem Sport- und Outdoor-Segment. Durch deren Mitgliedschaft bei der Eurofamily erhalten auch die Mitglieder der Sport Allianz Zugriff auf die Private Labels der Eurofamily: me°ru’, Kaikkialla und Hot Stuff. Zudem profitieren diese durch die Sport-Allianz-Einkaufs-konditionen der durch Sportler distribuierten Marken Sherpa (Nepal) und Singin Rock (CZ). Der Fokus in der Sortimentspolitik liegt auf Outdoor und Schneesport.

Die Eurofamily ist Vorreiter

Inhalt der Fusion europäischer Sportartikelhändler ist der Erfahrungsaustausch sowie die Zusammenarbeit in Einkauf und Logistik. Von gemeinsamen Vorteil sind nicht zuletzt die drei genannten, qualitativ abgestuften Exklusivmarken. Mitglieder der Euro-

family sind die inhabergeführten Unternehmen Globetrotter (Hamburg), Sportler (Bozen), Transa (Zürich), Beva Zwerfsport (Den Haag) sowie die Intersport-Mitglieder Engelhorn Sports (Mannheim), Breuninger (Stuttgart) und Förg (Augsburg). su

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Autor: Hildegard Suntinger

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 28 / 2010