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Die Umwelt auf den Penny genau berechnet

  • Markus Huber
  • Donnerstag | 19. Mai 2011  |  07:14 Uhr
Herzogenaurach. Der Sport- und Lifestyle-Anbieter hat einen Nachhaltigkeits-Bericht vorgelegt.

Das Neue an dem Vorstoß von Puma ist: Die Belas­tungen, die der Natur durch die Wertschöpfungs-Kette auferlegt werden, rechnet der Report betriebswirtschaftlich gegen.

In Zusammenarbeit mit dem ­Dienstleis­ter Trucost und der Beratungsgesellschaft PwC (PricewaterhouseCoopers) wollte Puma wissen, was die Produktion von Treibhaus-Gasen und der Verbrauch von Wasser effektiv kostet, und legt nun einen detaillierten Bericht da­rüber vor. Für 2010 wurde demnach eine Umweltbelastung ermittelt, die einem „Wert“ von 94,4 Mio. EUR entspricht – und zwar jeweils hälftig für den Wasserverbrauch und für die CO2-Emissionen. Die Kalkulation basiert auf einer Annahme von 66 EUR pro Tonne CO2 und 81 Cent für den Kubikmeter Wasser. Dabei kommt der geringste Teil – nämlich 7,2 Mio. EUR – auf die Firma Puma AG selbst, die im Wesentlichen als wenig Energie-intensiver Großhändler agiert. Der Löwenanteil der ökologischen Kosten wird von den Vorlieferanten auf vier Ebenen in Höhe von 87,2 Mio. EUR verursacht. Ebene 1: Rohstoff-Produktion (z.B. Baumwoll-Anbau, Ölförderung), Ebene 2: Rohstoff-Verarbeitung (Gerbereien, Färbereien usw.), Ebene 3: ausgelagerte Prozesse (Produktion von Schuhsohlen, Strickereien etc.), Ebene 4: Konfektionierung von Puma-Produkten.

Vorbereitung auf mögliche gesetzliche Verpflichtungen

Puma sieht sich mit dieser Pionierleis­tung in der Berechnung ökologischer Kosten bestens vorbereitet, falls der Gesetzgeber in Zukunft möglicher­-­weise solche Veröffentlichungen von den ­Unternehmen einfordert. Während die Kalkulation als Maßstab für den ökologischen „Pfotenabdruck der Großkatze“ und für die mögliche Reduktion der eigenen Umweltbelastungen dienen soll, hebt das Unternehmen hervor, dass daraus keine Auswirkungen auf das Konzernergebnis zu erwarten sind. PwC-Manager Alan McGill sieht in dem Vorpreschen von Puma auch einen Aufruf an andere Marken, denn es bedürfe „eines gemeinsamen Vorgehens aller Unternehmen in ihrer jeweiligen Wertschöpfungskette, denn schließlich trägt Puma, gemeinsam mit anderen Herstellern, einen Teil der Gesamtverantwortung in den gemeinsamen Produktionsstätten“. mh

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Autor: Markus Huber

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 11 / 2011