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Die Tatze begnügt sich mit einer Nullrunde

  • Selma Özakin
  • Freitag | 12. April 2013  |  09:25 Uhr
Idstein. Erstmals seit langer Zeit (wenn überhaupt) musste sich Outdoor-Anbieter Jack Wolfskin im vergangenen Jahr mit einem kleinen Umsatzminus begnügen und erreichte konsolidierte Erlöse in Höhe von 351 Mio. EUR, was einem Rückgang von 1% entspricht.

Zu Buche schlug insbesondere die gedrosselte Nachfrage in den Kernmärkten Deutschland und Österreich, die durch das expansive Auslandsgeschäft nur teilweise abgefangen wurde. Besondere Freude bereitete hier vor allen Dingen das Wachstum in Osteuropa, China und Großbritannien. Nach Sortimenten drückte buchstäblich der Schuh, denn das Geschäft mit Stiefeln ließ im letzten Jahr um 8% nach, während die Hartware um 5% zulegen konnte.

Wie im Interview mit sportFACHHANDEL (SFH Ausgabe 5/2013, S. 14) dargelegt, hat Michael Rupp, Vorsitzender der Geschäftsleitung des Unternehmens, bereits im Vorfeld der Ankündigung der weniger erfreulichen Geschäftszahlen die Devise ausgegeben, insbesondere in den Stamm-Märkten, die momentan kein Wachstum erzielen, die Anstrengungen zu erhöhen, um die Marktführerschaft dort zu halten oder gar noch auszubauen. Gleichzeitig soll das Auslandsgeschäft weiter forciert werden. Gegenwärtig zählt die Marke 350 Franchise-Stores in Europa und nahezu 500 weitere in China.

Unterdessen trifft sich Jack Wolfskin mal wieder mit Geschäftsleuten vor Gericht, die sich zwecks Geldvermehrung eines tatzenartigen Logos bedienen. Nach den Auseinandersetzungen der letzten Jahre, wie mit der Tageszeitung TAZ, geht es dieses Mal um die Verfilmung der Kinderbuch-Reihe „Fünf Freunde“, bei der ebenfalls ein solches Symbol verwendet wird. Ein Unternehmenssprecher von Jack Wolfskin betont, dass es dabei nicht um den Film an sich geht, sondern um Merchandising-Firmen, die zur Vermarktung des Kinostreifens auch weitere Produkte anbieten. Jack Wolfskin steht auf dem Standpunkt, dass das gerne geschehen darf, aber bitte nicht mit Produkten, wie sie von dem Ausrüster selbst verkauft werden wie beispielsweise T-Shirts. Der Fall ist derzeit bei einem Gericht in Düsseldorf anhängig, kann aber noch durch eine einvernehmliche, außergerichtliche Einigung abgebogen werden. mh

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Nein, noch trägt nicht jeder ein Tatzen-Logo auf Ärmel oder Brust, nicht einmal in Deutschland. Jack Wolfskin unternimmt weitere Anstrengungen, damit das hierzulande einmal der Fall sein wird – und in verstärktem Maße auch im Ausland.

Autor: Selma Özakin

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 08 / 2013