• sportFACHHANDEL – Das Insider-Magazin mit News · Fakten · Hintergründen

Die Donaumonarchie ist rot und blau

  • Markus Huber
  • Montag | 30. Januar 2012  |  06:30 Uhr
Wels. Für ihr Geschäftsjahr 2010/11, das am 31. August endete, konnte die Intersport Österreich gute Zahlen vorlegen: Die Gruppe konnte sich beim Umsatz und der Zahl der Verkaufsstellen nicht nur in Österreich, sondern auch in den angeschlossenen Ländern Tschechien, Slowakei und Ungarn steigern.

In Österreich selbst blieb die Zahl der Geschäfte bei 277 (Stand: 31.12.) stabil, während es auch bei der Zahl der Händler nur einen minimalen Ausschlag im einstelligen Bereich gab. Die Größe der gesamten Verkaufsfläche stieg um 2000 auf 216.000 qm. Dabei unterscheidet der Verbund zwischen Stadtlagen, wo 107 Geschäfte in der Größenordnung von durchschnittlich 1000 bis 1500 qm angesiedelt sind, sowie 170 Verkaufspunkte und Mietstationen mit bis zu 900 qm in den Tourismusgebieten. Diese Zahlen beinhalten nicht Intersport Eybl, der zwar Lizenznehmer der Marke, aber kein Mitglied der Intersport mehr ist.

Guter Auftritt in Osteuropa

In Tschechien öffnete im vergangenen Jahr nur ein Laden, der die Gesamtfläche um 200 auf 36.900 qm nach oben schraubte. Ein deutlich größeres

Wachstum konnte in der Slowakei erzielt werden: Dort ging die Zahl der Verkaufspunkte um fünf auf 24 und die Verkaufsfläche von 15.500 auf 18.300 qm in die Höhe. In Ungarn öffneten die Rot-blauen nur einen Laden, womit die Fläche von 16.100 auf 17.000 erweitert wurde.

Für alle vier Länder zusammengenommen wurde der Umsatz um 7,41% auf 717,8 Mio. EUR zu Einzelhandels-Preisen nach Umsatzsteuer ausgebaut. Auffällig ist, dass Österreich anders als die Schweiz und Deutschland zulegen konnte, und zwar um 5,36% auf 614 Mio. EUR. Hingegen war das Plus in Tschechien eher mager: Dort ging es nur um 0,7% auf 48.6 Mio. EUR voran. Das slowakische Business stieg um 34,1% auf 29,6 Mio. EUR an und sogar das Krisen geschüttelte Ungarn machte einen Satz von 20,5% auf 25,7 Mio. EUR.

Das Boot ist voll in Tschechien

Freilich ist die Entwicklung in Ungarn zum Teil auf Währungs-effekte zurückzuführen, nicht aber in der Slowakei, die zur Eurozone gehört. Für das laufende Jahr sind Umsatzzuwächse in Ungarn quasi garantiert, da zum 1. Januar die Mehrwert-steuer um 2 Prozentpunkte auf Schwindel erregende 27% angehoben wurde. Neben den zufrieden stellenden Ergebnissen in der Slowakei gibt es für die eher träge Entwicklung in Tschechien verschiedene Gründe: Dort bekommt Intersport den heftigen Wettbewerb in einem grundsätzlich gesunden Markt zu spüren, in den immer mehr Teilnehmer drängen, darunter auch der französische Filialist Décathlon. Außerdem hatte der Verband Probleme mit weniger gut laufenden Läden, die an langfristige Mietverträge gebunden sind. mh

news_18-20_1

Autor: Markus Huber

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 04 / 2012