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Bei der EAG spitzt sich die Lage zu: Schnelle „Gesamtlösung“ in Sicht?

  • Bernd Gutewort
  • Freitag | 22. März 2013  |  11:14 Uhr
Wels. In der Branche und den Regionalmedien verdichten sich die Gerüchte um einen schnellen Verkauf von Sport Eybl & Sports Experts (EAG).

Doch im Unternehmen spricht man stoisch von einem „umfangreichen Restrukturierungsprogramm zur nötigen Re-Dimensionierung der Organisation auf die künftigen Marktgegebenheiten“. Offiziell bestätigt hat die Pressesprecherin Gisela Huemer bisher lediglich sechs Standortschließungen innerhalb des Geschäftsjahres (per Ende August) und den bereits erklärten Abbau von 250 Mitarbeitern über alle Funktionsbereiche und

Hierarchie-Stufen (SFH Ausgabe 3/2013, S. 14). So werden per Ende April drei Sports Experts-Standorte (Salzburg ZIB, Oberwart und Steyr) geschlossen. In Steyr soll die bestehende Eybl-Filiale in den Sports Experts-Standort umziehen. Von der Schließung betroffen ist auch der Concept Store der Eigenmarke Seven Summits im DEZ Innsbruck. Die Maßnahme steht übrigens im krassen Gegensatz zum Senkrechtstarter-Image, welches Eybl der Eigenmarke unter deren Schöpfer Peter Wahle gegeben hatte. Die Entscheidung über zwei weitere zu schließende Standorte sei noch nicht gefallen, so die offizielle Mitteilung.

Beharrlich betont die Pressesprecherin, dass ein Partnersuch-Prozess zur Stärkung der Eigenkapitalbasis mit dem Beratungsunternehmen Deloitte laufe. Die Aussage des verantwortlichen Deloitte-Mitarbeiters, Albert Hannak, in den Salzburger Nachrichten klingt allerdings eher nach Verkauf. Er spricht von einer „Gesamtlösung“, die im zweiten Halbjahr entschieden werde. Am 15. März wartete das Lokalmedium Oberösterreichische Nachrichten mit neuen Details auf: Unter der Schlagzeile „Verkauf von Sport Eybl-Experts kommt in die Zielgerade” wird von einer unmittelbar bevorstehenden Entscheidung berichtet. Rein spekulativ und ohne Angabe von Quellen vermutet das Blatt eine Entscheidung zwischen dem französischen Sportriesen Décathlon und der deutschen Intersport. In der Branche hält man Verhandlungen mit der deutschen Intersport jedenfalls für möglich. Zwar habe sich Eybl zuletzt auf eigene Eigenmarken konzentriert, aber die Vorteile der Einkaufszentrale weiterhin umfangreich genutzt: Bei sich hinauszögernden Verkaufsverhandlungen könnte die Intersport Österreich durch einen strauchelnden Eybl beträchtlichen Schaden nehmen. Pikante Details hält das regionale Blatt auch zu den Eigenmarken-Aktivitäten und den letzten Kündigungen bereit (Ausgabe 6/2013, S. 12): So werde derzeit intern untersucht, ob es beim Einkauf von Eigenmarken in Asien zu Unregelmäßigkeiten oder gar zu so genannten Kick-Backs an das Top-Management gekommen sei. su

Autor: Bernd Gutewort

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 07 / 2013