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Adidas erreicht auch mit eigenen Geschäften neue Rekordmarken

  • Reinhard Schymura
  • Donnerstag | 15. März 2012  |  12:01 Uhr
Herzogenaurach. Die Adidas AG verzeichnete im Geschäftsjahr 2011 laut Vorstands-Chef Herbert Hainer (Foto) „das höchste organische Wachstum seit dem Jahr 2006“, wobei auch Fortschritte bei der Verbesserung der Profitabilität gemacht worden seien.

Beides liest sich konkret so: Der Konzernumsatz stieg um 13% auf ein erneutes Rekordniveau von mehr als 13,3 Mrd. EUR und der Konzerngewinn kletterte um 18% auf die Spitzenmarke von 671 Mio. EUR. Vor allem die Umsätze der Marke Adidas erhöhten sich überdurchschnittlich um 14% auf insgesamt 9,86 Mrd. EUR, wobei die Bereiche Sportstyle 2,61 (Vorjahr: 2,13) Mrd. EUR und Performance 7,15 (Vorjahr: 5,83) Mrd. EUR erwirtschafteten. Dagegen kamen die Gesamtumsätze mit der Marke Reebok nur mit einem Plus von 6% knapp halb so schnell voran: Diese erhöhten sich auf 1,96 (Vorjahr: 1,91) Mrd. EUR. Beide Marken legten im Großhandel, also dem Geschäft mit den Einzelhändlern, um 10% auf 8,97 Mrd. EUR zu. Die eigenen Einzelhandelsaktivitäten von Adidas und Reebok summierten sich auf 2,79 Mrd. EUR und stiegen somit um stattliche 17%. Insgesamt wuchs die Anzahl der eigenen Geschäfte auf 2401 (+6%). Dabei lag Adidas mit 1804 (Vorjahr: 1712) Stores im Rennen. Die Zahl der Reebok-Geschäfte erhöhte sich auf 597 (Vorjahr: 558). In Deutschland zählt Adidas (ohne sieben Outlets) sechs eigene Sportperformance- und zwei Originals-Läden sowie vier Franchise-Stores. Außerdem sind von den geplanten zehn Neo-Geschäften die Hälfte unter Dach und Fach (Hamburg, Köln, Frankfurt, Oberhausen, Berlin) und am 22. März öffnet der nächste Street-Fashion in Nürnberg. Stuttgart folgt im Mai. Reebok (ohne Outlet) unterhält in Deutschland übrigens keine eigenen Läden. Die Umsatzentwicklung der sogenannten anderen Geschäftssegmente zeigte sich insgesamt mit 1,58 Mrd. EUR (+11%) positiv. Dabei wuchs die Marke Taylor-Made Adidas Golf mit 16% am deutlichsten: Ihr gelang der Sprung auf 1 Mrd. (Vorjahr: 909 Mio.) EUR. Jeweils mit 6% Plus kamen die Marken Rockport mit 261 Mio. EUR und Reebok-CCM Hockey mit 210 Mio. EUR um die Runden. Kurzer Blick auf die einzelnen Regionen: Westeuropa, wobei deutliche Zuwächse in Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien erzielt wurden, führt weiter das Umsatz-Ranking mit insgesamt 3,92 Mrd. EUR (+11%) vor Nordamerika mit 3,10 Mrd. EUR (+11%). In den europäischen Schwellenländern wurden insgesamt 1,59 Mrd. EUR (+15%) erwirtschaftet. Hier war Russland mit einem währungsbereinigten Plus von 22% der Schrittmacher, wobei die Adidas AG den Markt mit über 700 eigenen Geschäften fast komplett dominiert. Die Umsätze in China legten ebenfalls überdurchschnittlich auf 1,22 Mrd. EUR (+23%) zu. Im Land der Mitte arbeitet der Konzern jedoch überwiegend mit Franchise-Partnern im Handel zusammen. Zu den rund 6700 Geschäften sollen in diesem Jahr weitere Läden – geplant sind zwischen 500 und 1000 – dazu kommen. Andere asiatische Märkte wuchsen umsatzmäßig auf 2,12 Mrd. EUR (+8%). In Japan bekam Adidas übrigens Anfang März von der Wettbewerbsbehörde mit einer Unterlassungsaufforderung eins auf den Deckel: Der Konzern hätte unzulässigen Druck auf Einzelhändler ausgeübt, Preisnachlässe auf bestimmte Reebok-Schuhe zu stoppen. Adidas habe Lieferungen angehalten oder damit gedroht, heißt es in einer Meldung von APA/Reuters. Die Umsätze in Lateinamerika kamen auf 1,36 Mrd. EUR (+7%). Die Entwicklung in den schnell wachsenden Schwellenländern, der weitere Ausbau des eigenen Einzelhandels – speziell in Räumen ohne bestehende Fachhandels-Strukturen – sowie die anstehenden großen Sportereignisse (Olympiade in Großbritannien und die Fußball-EM in Polen und der Ukraine) sollen den Konzernumsatz in 2012 währungsbereinigt im mittleren bis hohen einstelligen Bereich wachsen lassen. rs

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Autor: Reinhard Schymura

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 05 / 2012