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Knut Jaeger: Streitbar, visionär, aber immer im Geschäft

  • Markus Huber
  • Montag | 02. Februar 2015  |  16:39 Uhr
Auch für hartgesottene Redakteure ist das ein schockierendes Erlebnis. Noch am Freitag Morgen – buchstäblich auf einer Rolltreppe im Gelände der Ispo Beijing – wurde Knut Jaeger ein fröhliches Wiedersehen gewünscht, bevor er sich mit seiner Frau Queenie nach Hong Kong davon machte. Dorthin, wo er lebte und noch am selben Tag starb. Ohne Vorwarnung.
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Knut Jaeger vor dem Running Village auf der Asia Outdoor Messe in Nanjing im Juli 2014.

Jaeger war immer eine interessante Mischung aus schwäbischer Bauernschläue, globaler Weitsicht und durchaus auch Mut zur Konfrontation. Eine geballte Ladung, aus der etwas herauskam: Jaeger war mit seiner Firma Big Pack einer der Rädelsführer, die sich entschlossen, für die Outdoor-Branche in Deutschland und Europa eine eigene Outdoor-Messe zu gründen.

Diese entstand seit 1994 in Friedrichshafen und gedeiht seit dieser Zeit. Auf diesem Gebiet war Jaeger auch immer sehr streitbar und ließ kaum eine Chance aus, über die Ispo zu schimpfen.

Als Unternehmer, der auch über Jahre die Fachgruppe Outdoor leitete, verabschiedete er sich 2001 aus dem europäischen Geschäft und verkaufte Big Pack an die französische Lafuma-Gruppe. Danach begannen für ihn und seine Frau wilde Zeiten, die ihn über mehrere Jahre durch alle Regionen Chinas führten.

Wer ihn für einen Rentner hielt, der geschäftsmäßig nichts mehr im Sinn hatte, sollte sich ordentlich getäuscht haben. Zwischen 2001 und 2005 schaute er sich nicht nur das große Land an, sondern besuchte auch Sportgeschäfte in den hintersten Winkeln des Riesenreiches.

Das Ergebnis: Mit Hilfe der Messe Friedrichshafen baute er seit 2005 die Messe Asia Outdoor – gefolgt von einer Asia Bike – in der Metropole Nanjing auf.

Sein Werk mag unvollendet sein, aber er zeigte einer ganzen Branche den Weg in Richtung Osten. Knut Jaeger wurde 72 Jahre alt. mh

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Autor: Markus Huber