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Investoren halten Adidas auf Trab

  • Nicolas Kellner
  • Montag | 04. Januar 2016  |  09:43 Uhr
Neue Adidas-Investoren drängen die Herzogenauracher offenbar, das Golfgeschäft (Taylor Made) aufzugeben. Tochter Reebok soll dafür gehalten werden. Trotzdem dürfte die Zukunft von Reebok ungewiss bleiben.
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Adidas Finanzchef Robin Stalker
© Adidas

Die drei prominenten Investoren, Southeastern Asset Management sowie die Großaktionäre Albert Frere und der ägyptische Milliardär Nassef Sawiris, waren 2015 bei Adidas eingestiegen und halten zusammen weit über zehn Prozent der Stimmrechte am Dreistreifen-Konzern. Insbesondere die als "aktivistisch" geltenden Hawkins und Sawiris haben sich dabei offenbar auf die Töchter Reebok und Taylor Made eingeschossen.

Beide Marken schwächeln und stammen aus der Zukauf-Ära vor zehn und fünfzehn Jahren (wozu zu auch einst der Erwerb von Salomon gehörte), als sich die deutsche Traditionsmarke breiter aufstellte und weltweit ehrgeizig unter dem Markennamen Adidas-Salomon AG zusammenschmiedete, um die Aufholjagd auf Nike zu starten. Doch der Plan ging nie ganz auf, der französische Wintersport- und Trekking-Ausrüster ist längst wieder abgestossen und Salomon aus dem Unternehmensnamen wieder gestrichen. Das Golfgeschäft gehört ebenfalls nicht zum Kernbusiness und die 2005 vom Adidas erworbene frühere Trendmarke Reebok hat zwar in den USA einen guten Auftritt, schwächelt jedoch in Europa und kann seitdem trotz zahlreicher Umstrukturierungen unter dem Adidas-Dach an seine Glanzzeiten nicht mehr anknüpfen. Der Umsatz von Reebok ist weiter rückläufig. Die Großaktionäre wollen nun offenbar gemeinsam Einfluss auf Firmen nehmen, die aus ihrer Sicht unterbewertet sind. Adidas insgesamt kämpft mit einem rückläufigen US-Markt und wurde vom Einbruch im russischen Markt (Wirtschaftskrise, Rubelverfall) überrascht.

Adidas` Finanzchef Robin Stalker (Foto) erklärte nun in einem Interview ("Financial Times"), es hätte gute Gespräche mit den Großinvestoren gegeben, allerdings sei er von niemandem zu irgendetwas gedrängt worden. Man müsse Taylor Made nicht verkaufen, betont Stalker, sagte aber auch, wenn man sich für eine Trennung entscheide, dann müsse der Preis stimmen. Über die Zukunft des Golfgeschäfts werde im ersten Quartal 2016 entschieden. Reebok hingegen bleibt wohl Chefsache, ein Verkauf würde einen zu großen Gesichtsverlust bedeuten. Adidas-CEO Herbert Hainer, ein Urgewächs im Hause Adidas von der Vertriebsleitung an und seit 2001 an der Spitze des Konzerns, hat bislang immer eine Trennung von Reebok kategorisch ausgeschlossen.

Nicolas Kellner

Autor: Nicolas Kellner