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Service verbindet – Teil 2

  • Marcel Rotzoll
  • Freitag | 18. Oktober 2019  |  13:05 Uhr
Skiservice spült nicht nur verlässlich Umsatz in die Kasse, Skiservice erweist sich auch als Kundenbindungsinstrument. sportFACHHANDEL wollte wissen, warum ganz unterschiedliche Händler auf Skiservice als Geschäftsmodell setzen. Heute: Intersport Fleiss in Bad Hofgastein.

Es gibt sie, die Erfolgsgeschichten im Sportfachhandel. Besonders interessante Erfolgsgeschichten schreibt dabei seit einigen Jahren der Skiservice. Mit Kompetenz, die Kunden begeistert, binden Händler Skifahrer an sich. Das beflügelt nicht nur das Werkstattgeschäft, sondern in der Regel immer auch den Verkauf. Das ist umso verwunderlicher, als dass die Servicemaschinen der großen Hersteller immer mit einer hohen Investition verbunden sind. Händler, die sich davon nicht schrecken lassen, berichten jedoch davon, dass sich das Risiko lohnt, wenn die eigene Werkstattleistung zum Alleinstellungsmerkmal wird. sportFACHHANDEL portraitiert ganz unterschiedliche Händler, die jeder für sich ihre ganz individuelle Erfolgsgeschichte erzählen können.

Im zweiten Teil widmen wir uns Intersport Fleiss in Bad Hofgastein. Das österreichische Geschäft, direkt am Skilift, profitiert von den Touristen. Aber auch Inhaber Gerhard Fleiss setzt wie auch Töni Göpfert von Sporthaus Göpfert in Dresden (siehe Service verbindet – Teil 1) vor allem auf Qualität. Und zwar auf sichtbare Qualität. Die eigene Werkstatt wird im Geschäft so in Szene gesetzt, dass der Service selbst zum Event wird.

“Transparenz funktioniert!”

Gerhard Fleiss, ausgebildeter Skilehrer und Inhaber von Intersport Fleiss in Bad Hofgastein, ist ein Fachmann mit über 30 Jahren Expertise. Damals, im Jahr 1986, gab es im Tal noch keinen professionellen Skiservice. Fleiss sah die Chance, sich selbständig zu machen. Heute ist Intersport Fleiss in Bad Gastein sowie in Bad Hofgastein insgesamt fünf Mal vertreten. Angefangen hat aber im Bereich des Skiservices alles mit einer Steinschleifmaschine. „Die Maschine war damals eine wirklich große Anschaffung für uns. Aber sie hat sich gelohnt“, erinnert sich Gerhard Fleiss. Obwohl man am alten Standort noch recht weit vom Skilift entfernt war, haben die Kunden „wegen der hohen Qualität des Services“ trotzdem den Weg auf sich genommen. Als man schließlich den Standort wechseln konnte und näher an den Lift und damit Kundenströme heranrückte, hat man das Geschäft um einen Skiverleih erweitert und kurz darauf auch mit dem Verkauf des gesamten Ski-Sortiments von Textil bis Hartware begonnen. Der Umsatz verteilt sich heute zu je 50 Prozent auf die Dienstleistung, also Verleih und Service, sowie den Verkauf.

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Werkstatt als Hingucker: Intersport Fleiss hat die Werkstatt mittels eigener Schaufensterfront in das Geschäft integriert.
© Montana

Besonderes Highlight des Unternehmens ist am Lift-Standort die Werkstatt. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Nach dem Umbau des Geschäfts im vergangenen Jahr ist die Werkstatt ein echter Hingucker. Denn diese ist durch eine Schaufensterfront im Laden in das Geschäft integriert. Gerhard Fleiss berichtet: „Die heutige Glasfront zwischen Geschäft und Werkstatt war zuvor ein großer Warenträger. Ich wollte aber die Maschine herzeigen, weil sie nicht nur eine große Investition ist, sondern ja auch optisch einiges hermacht. Jetzt können die Kunden direkt in die Werkstatt hineinschauen und sehen, wie viel Aufwand wir für einen sehr guten Skiservice betreiben.“ Intersport Fleiss setzt dabei auf die Blue Pearl von Montana. Zusätzlich werden noch zwei weitere Maschinen in der 150 Quadratmeter großen Werkstatt betrieben. Die Werkstatt läuft von November bis kurz nach Ostern auf Hochtouren. Anschließend laufen die Maschinen noch einige Woche weiter, um die Verleihski für die nächste Saison zu präparieren.

Und der neue Geschäftsauftritt ist erfolgreich. Seit dem Umbau hat sich die Kundenfrequenz im Geschäft deutlich erhöht, der Werkstatt-Umsatz konnte nochmals deutlich gesteigert werden. Pro Saison werden zwischen 17.000 und 18.000 Paar Ski geserviced. „Die Transparenz unserer Arbeit funktioniert“, freut sich Gerhard Fleiss. „Die Kunden sind beeindruckt, das Feedback ist ausgesprochen positiv. Viele Skifahrer wussten bisher gar nicht, wie viel Arbeit und welche hochwertige Technik hinter einem guten Skiservice stecken.“

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Transparenz funktioniere. Viele Skifahrer hätten gar nicht gewusst, wie viel Arbeit und welche hochwertige Technik hinter einem guten Skiservice stecken, berichtet Gerhard Fleiss.
© Montana

Fleiss rechnet mit einer Lebensdauer von zehn Jahren für neue Service-Maschinen. Spätestens nach einem Jahrzehnt hätte sich nämlich die Technik in der Regel so stark weiter weiterentwickelt, dass man über eine Neuanschaffung nachdenken muss, um das eigene Qualitätsversprechen aufrecht zu erhalten. „In dieser Zeit muss sich die Investition natürlich gelohnt haben.“

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Autor: Marcel Rotzoll

Stellv. Chefredakteur sportFACHHANDEL