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Alexander von Preen: „Ich wünsche mir eine qualifizierte Mehrheit!“

  • Marcel Rotzoll
  • Freitag | 31. Januar 2020  |  12:28 Uhr
Seit 15 Monaten steht Alexander von Preen als Vorstandsvorsitzender an der Spitze der Intersport. Seit März 2019 diskutiert die Zentrale die Ausgestaltung des „Best in Sports“-Konzepts mit den Mitgliedern. Die Reaktionen sind mitunter heftig. Mit einer Roadshow will man nun einen Schulterschluss herstellen. sportFACHHANDEL diskutiert mit dem Intersport-CEO über Stimmungen, Kritik und die Zukunftspläne.
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„Wir müssen reden!“ – sportFACHHANDEL traf Alexander von Preen im Vorfeld der ISPO zu einem exklusiven Gespräch.
© Intersport

sportFACHHANDEL: Alexander von Preen, gefühlt ist die Stimmungslage der Mitglieder gereizt bis schlecht. Vereinzelt sind sogar Stimmen zu vernehmen, die darüber nachdenken, die Verbundgruppe zu wechseln... Welches Bild erhalten Sie?

Alexander von Preen: Ich habe ein ähnliches Stimmungsbild. Veränderung geht immer auch mit Unsicherheit einher. Die notwendigen Veränderungen, die wir angestoßen haben, führen natürlich dazu, dass sich einige Genossen nicht abgeholt fühlen. Ich werbe aber immer wieder dafür, dass man diesen Unmut mit uns teilt, damit wir ihre Sorgen und Ängste verstehen, aufnehmen und auch berücksichtigen können. Dazu sind beispielsweise die Roadshows da, die im Januar gestartet sind. Dazu können aber auch unsere Ordermessen dienen und zu guter Letzt auch die Eigentümer-Calls, die wir eingeführt haben und die sehr gut angenommen werden. Ich verspreche, dass jeder Händler, der sich bei uns meldet, auch eine Antwort erhält.

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sportFACHHANDEL: Sie bezeichnen die Genossen der Intersport gerne auch als Eigentümer. De facto stimmt das ja auch. Aber was genau meinen Sie damit?

Alexander von Preen: Ich möchte damit einerseits die Position der Zentrale in Heilbronn klarstellen. Die Zentrale ist ein Dienstleister für die Mitglieder. Die Intersport ist eine Serviceorganisation, die die Eigentümer, also die Mitglieder, unterstützen soll. Wir als extern angestelltes Management sind dazu aufgerufen, den Eigentümern zu zeigen, welche Rahmenbedingungen sich im Markt verändern und wie aus unserer Sicht die Zukunft aussehen kann, um das Unternehmen Intersport eG erfolgreich und nachhaltig zu entwickeln. Gleichzeitig hat ein Eigentümer aber auch gewisse Verpflichtungen. Dazu gehört beispielsweise, seine Meinung einzubringen, auf den Generalversammlungen abzustimmen. Dazu gehört auch, die Interessen des Gesamtunternehmens zu vertreten und eben nicht nur Einzelinteressen.

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Die Intersport-Zentrale in Heilbronn – Eigentum der ca. 450 Intersport-Genossen. Zur letzten Generalversammlung wollten aber nur 160 von ihnen die Zukunft der Verbundgruppe mitbestimmen. Alexander von Preen will diese Zahl durch Verbindlichkeit und Transparenz verdoppeln.
© Intersport

Herausforderung Digitalisierung

sportFACHHANDEL: Mitglieder bemängeln aktuell, dass die Intersport in Sachen Digitalisierung den Anschluss verloren habe und die IT-Systeme veraltet seien. Das Warenwirtschaftssystem der Version 8.0 ist immer noch in der Pilotphase...

Alexander von Preen: Nein! Intersys 8.0 befindet sich nicht mehr in der Pilotphase, sondern im Roll-out. Für uns ist das Thema IT-Systeme und Warenwirtschaft eines der wichtigsten Handlungsfelder. Wer heute im Handel erfolgreich sein will, muss die Möglichkeiten der Datentransparenz für sich nutzen. Daten sind auch für unsere Mitglieder das Gold der Zukunft! Aber um die Frage zu beantworten: Ja, wir müssen bei unseren Anstrengungen hinsichtlich IT und Digitalisierung noch mehr tun. Ein Kompetenzschwerpunkt unseres neuen CFO Thomas Storck, der sein Amt zum 1. Mai antreten wird, ist der Bereich IT und Digitalisierung. Mit ihm werden wir ganz bewusst und fokussiert an diesen Themen weiterarbeiten. Deshalb: Ja, wir haben die Herausforderungen erkannt! Wir wissen, dass wir nur mit starken digitalen Prozessen im Hintergrund die richtigen Produkte zur richtigen Zeit am richtigen Ort haben können. Das bedeutet aber auch, Ängste der Mitglieder ernst zu nehmen, sie zu unterstützen und ihnen zu zeigen, dass dieser Weg funktioniert.

sportFACHHANDEL: Ein anderes Beispiel ist das neue CRM-Tool Intersport Club. Mitglieder monieren, dass die Daten der alten Kundenkarte nicht automatisch übernommen werden. Dadurch entstehe wieder Zettelwirtschaft, zumal die Pflege der Daten durch einen Dienstleister auch wieder Zeit in Anspruch nimmt...

Alexander von Preen: Wir sprechen hier von mehreren Millionen Kundendaten und wir konnten in den vergangenen Wochen bereits über 100.000 Kundendaten migrieren. Und ja, vielleicht hätten wir die Migration noch smarter vorbereiten können. Aber auch hier gibt es zwei Wahrheiten: Wenn sich ein Händler beispielsweise mit einem iPad ausgestattet hat, lassen sich die Kundendaten innerhalb einer Minute in das neue System einpflegen. Hat er das nicht, muss er die Kundendaten auf Papier festhalten. Was wir dabei nicht vergessen dürfen, sind die Bestimmungen der DSGVO. Wir müssen nachweisen, woher die Daten stammen. Weil wir die Ursprungsquellen der Daten nicht genau verifizieren konnten, müssen wir diese Datensätze neu anlegen. Es ist unsere Verantwortung als Zentrale, unseren Mitgliedern ein System bereitzustellen, dass rechtssicher Kundendaten verwaltet. Deswegen haben wir uns für das jetzige Prozedere entschieden.

sportFACHHANDEL: Das hört sich sehr bürokratisch an...

Alexander von Preen: Nochmals: Zum Schutz des einzelnen Händlers und zum Schutz der Intersport müssen wir rechtskonform arbeiten. Ich kann den Unmut eines jeden Händlers verstehen, aber unsere Aufgabe ist es, die Rahmenbedingungen, die durch die DSGVO gesetzt sind, einzuhalten!

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Das aktuelle Vorstandsteam der Intersport: Alexander von Preen, Hannes Rumer, Mathias Boenke und Frank Geisler (v.l.n.r.). Finanzchef Hannes Rumer verlässt die Verbundgruppe jedoch zum 31. März. Ihm wird der ehemalige Metro-Manager Thomas Storck nachfolgen.
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Intersport Digital GmbH weiter in der Verlustzone

sportFACHHANDEL: Die Intersport Digital GmbH hat, wie zu hören ist, wieder einen Millionenverlust erwirtschaftet. Wann wird die KHP für die Zentrale ein nachhaltiges Geschäftsmodell?

Alexander von Preen: Was aus meiner Sicht ganz wichtig ist: Das Geschäftsmodell der Intersport Digital GmbH ist nicht auf die Zentrale, sondern auf die Händler ausgerichtet. Im Fokus stehen derzeit unumwunden die Händler. Wenn wir die Zahlen der Händler miteinbeziehen, also die Verkäufe der Händler über die KHP, und die gesamte Wertschöpfung betrachten, ist die KHP seit dem vergangenen Jahr profitabel. Zudem gehen die Aufgaben der Intersport Digital GmbH weit über den Betrieb der KHP hinaus. Es geht auch darum, Synergien länder­übergreifend und international innerhalb der Intersport International Corporation zu heben, es geht um die Bereitstellung von Content und dessen Management. Letztlich entscheidet aber der Kunde, in welchem Kanal er was kauft. Hier müssen wir ihm über intersport.de ein klares Leistungsversprechen geben, das sich von dem unserer Wettbewerber im E-Commerce unterscheidet. Auf diesem Weg sind wir.

sportFACHHANDEL: Aber als CEO ist es doch auch Ihre Aufgabe Gewinne zu erwirtschaften...

Alexander von Preen: Absolut. Aber wie Sie wissen, ist das erste Ziel einer Genossenschaft nicht die Gewinnmaximierung der Zentrale. Natürlich muss auch die Zentrale Renditen erwirtschaften, die eine erfolgreiche Weiterentwicklung unseres Geschäfts erlauben. Und es ist mir ein Stachel im Fleische, wenn bestimmte Bereiche nicht profitabel arbeiten. Das werden wir ändern. Unser vorrangiges Ziel muss es jedoch immer sein, die Genossen und Mitglieder wirtschaftlich erfolgreicher zu machen.

sportFACHHANDEL: Es gibt doch einen Businessplan mit Zeitrahmen, bis wann die KHP profitabel zu betreiben ist...

Alexander von Preen: Wir rechnen damit, dass intersport.de ab einem Umsatzvolumen von 100 Millionen Euro profitabel ist. Das werden wir nach unseren Planungen in den nächsten zwei bis drei Geschäftsjahren erreichen. Bis dahin werden wir unser Geschäftsmodell im E-Commerce laufend erweitern und kundenorientiert aussteuern.

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sportFACHHANDEL: Es war jüngst zu hören, dass die Intersport für das vergangenen Jahr keine Warenrückvergütung ausschütten wird. Stimmt das?

Alexander von Preen: Die Warenrückvergütung ist eine Erfolgsbeteiligung, die laut Satzung nur dann vorgesehen ist, wenn die Intersport eG ein positives Ergebnis erwirtschaftet. Die Ergebnisse für das vergangene Geschäftsjahr stehen aber noch nicht fest, daher kann ich dazu auch nichts sagen. Aber: Wir haben zuletzt über 32 Millionen Euro an unsere Mitglieder ausgeschüttet! Insgesamt gibt es drei Rückvergütungen, die Warenrückvergütung ist hier nur ein kleiner Teil davon!

Was ist eine „exklusive“ Marke?

sportFACHHANDEL: Auch aus dem Lieferantenlager wird scharf geschossen: Hanwag hat die ZR-Verträge gekündigt. Jako beschwerte sich jüngst darüber, dass die Verbundgruppen jene Marken bevorzugen, mit denen die Händler ohnehin kein Geld verdienen und man beispielsweise von der Intersport zu wenig Unterstützung bekäme...

Alexander von Preen: Die Entwicklung mit Hanwag, das muss ich gestehen, kam für uns überraschend. Hier sind wir bereits in Gesprächen. Uns liegt daran, ein partnerschaftliches Verhältnis zu unseren Lieferanten zu haben, denn in unserer Strategie ist die beste Ware von möglichst exklusiven Lieferanten einer der Grundpfeiler. Was Jako betrifft, bin ich bestürzt. Auch hier werden wir uns kümmern. Wir wissen, dass Zentralregulierung allein nicht mehr reicht und wir alle Partner, insbesondere auch unsere Lieferanten, einbeziehen müssen! Wir brauchen starke und exklusive Marken!

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Mit Exklusivmarken, wie hier Firefly, und „exklusiven Marken“, die nicht in ganzer Breite distribuiert sind und mit denen Händler ein „gewisses Alleinstellungsmerkmal“ erreichen, sollen die Intersort-Mitglieder erfolgreich sein.
© Intersport

sportFACHHANDEL: Wären denn aus Ihrer Sicht Nike und Adidas „starke und exklusive Marken“? Denn bei den Händlern kommt doch derzeit eher an, dass sich diese Marken nicht mehr für den Fachhandel interessieren.

Alexander von Preen: Exklusive Marken sind für uns Marken, die nicht in ganzer Breite distribuiert sind, mit denen Händler ein gewisses Alleinstellungsmerkmal erreichen. Dazu gehören viele mittelständische Marken. Was die großen Marken betrifft, so erwarten die Konsumenten nach wie vor, dass ein Sportfachhändler diese auch führt. Natürlich haben diese Marken ihre eigenen Interessen, zu denen auch der Direktvertrieb gehört. Weil die Interessen durchaus unterschiedlich sind, heißt das aber nicht, dass wir aufhören, miteinander zu sprechen. Im Gegenteil: Wir müssen immer wieder darauf hinweisen, dass wir eine partnerschaftliche Zusammenarbeit wünschen und dazu auch Produkte gehören, die wir entweder exklusiv erhalten oder die nicht so breit distribuiert sind. Aber auch das ist ein Prozess.

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sportFACHHANDEL: Welche Druckmittel haben die Intersport und der Fachhandel denn noch, um mit diesen Marken die gewünschten Ergebnisse zu erzielen?

Alexander von Preen: Ich bezweifle, dass man mit Druck zu partnerschaftlichen und langfristigen Einigungen kommt. Wir müssen unsere Stärken in den Vordergrund rücken, wir wollen Interesse wecken. Und das gelingt, wenn die Distribution bestimmter Produkte über möglichst viele Türen in einem exklusiven Umfeld geschieht. Darauf zielt „Best in Sports“ ab, wo wir das Kunden­erlebnis in den Fokus stellen, damit Kunden für bestimmte Produkte zu Intersport kommen. Wenn wir das hinbekommen, und ich bin mir ganz sicher, dass wir das schaffen, dann werden wir für die Marken noch interessanter. Kurz: Wir bieten den Marken Fläche und Qualität. Das muss als Intersport unsere Stärke sein.

„Best in Sports“

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Auf der Generakversammlung 2019 ging es hoch her. Das dürfte auch am 9. März zur GV 2020 nicht anders werden, wenn das „Best in Sports“-Konzept zur Abstimmung gestellt wird.
© Intersport

sportFACHHANDEL: Sie haben bereits das „Best in Sports“-Konzept mehrfach erwähnt. Die Zentrale diskutiert darüber mit den Mitglieder seit Mitte Januar auf einer Roadshow. Können Sie den aktuellen Planungsstand wiedergeben? Wo wird die Reise hingehen?

Alexander von Preen: Unser oberstes Ziel ist es, die Mitglieder auf dem Weg mitzunehmen. Die Grundzüge des Konzepts sind seit der Generalversammlung 2019 bekannt. Nun gilt es, diese auszugestalten, ohne den Blick dafür zu verlieren, was wir realistisch umsetzen können. „Best in Sports“ bedeutet, dass wir die Marke Intersport neu aufladen und positionieren wollen. Wir bieten unseren Händlern an, Umbaumaßnahmen mit uns gemeinsam anzugehen. Und wir legen einen besonderen Wert auf das Thema Personal auf der Fläche: Weiterbildung, Akademie, Verkäufer und Mitarbeiter, um die Qualität des Verkaufs zu steigern. Durch eine verbesserte Präsentation der Produkte und durch eine verbesserte Kundenwahrnehmung der Leistung unserer Mitglieder wollen wir die kaufmännische Entwicklung unserer Händler verbessern. Als Ziel haben wir dabei durchschnittlich 8 Prozent Rendite bis 2025 ausgegeben.

sportFACHHANDEL: Über diese 8 Prozent wurde sehr viel diskutiert. Kaum ein Intersportler kommt derzeit auf 4 Prozent Rendite. Wo nehmen Sie den Optimismus her, die Rendite auf 8 Prozent mehr als zu verdoppeln?

Alexander von Preen: Innerhalb der Intersport gibt es ganz unterschiedliche Händler. Es gibt Unternehmen, die nur eine sehr geringe oder sogar negative Rendite erwirtschaften. Es gibt aber auch Unternehmen, die schon heute sehr weit über diesen 8 Prozent liegen. Unser Ziel ist es nicht, alle Händler auf 8 Prozent Rendite einzuschwören. Wir wollen vielmehr alle Händler erfolgreicher machen, um unsere Ziele gemeinsam zu erreichen. Lassen Sie mich ein Beispiel geben: Die Investition ins Marketing stemmt in diesem Jahr die Zentrale. In KW 4 ist eine große 360°-Kampagne mit TV-Werbung gestartet, bei der wir in Vorleistung gegangen sind. Damit wollen wir Vertrauen unserer Mitglieder in die Zentrale aufbauen und zeigen, dass es hier noch Potential gibt und dass wir mit solchen Mitteln die Frequenz und die Bons erhöhen können. Wenn uns das gelingt und wir glaubwürdig vertreten können, dass die Serviceleistungen der Zentrale sich auf den Erfolg eines jeden Mitglieds niederschlagen, dann werden wir unsere Ziele auch erreichen!

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Ob Sport im Einkaufszentrum, wie hier bei Intersport Klose...
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sportFACHHANDEL: Die Roadshow ist in vollem Gange. Wie offen sind Sie noch bei der Ausgestaltung des Konzepts?

Alexander von Preen: Wir haben unseren Mitgliedern im November ganz offen vorgestellt, was wir vorhaben. Und wir haben die Händler eingeladen, mit uns darüber zu diskutieren. Und das machen wir. Das hat übrigens schon nach kurzer Zeit dazu geführt, dass wir das Konzept auf Basis der Feedbacks unserer Mitglieder weiterentwickelt haben. Auf der Roadshow stellen wir das neujustierte Konzept vor und werden wieder die Anregungen und Hinweise unserer Inhaber mitnehmen und berücksichtigen. Wir wollen in allem, was wir tun, transparent unseren Eigentümern gegenüber sein.

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... oder in der Innenstadt: Egal, wo, Intersport-Mitglieder sollen für besondere Kompetenz stehen.
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sportFACHHANDEL: In der Diskussion waren beispielsweise ein „Gemeinschaftsbeitrag“ sowie eine jährliche Servicegebühr, die Koop- und CI-Partner entrichten sollen. Das hört sich danach an, als würde sich die Intersport zu einer Service-Zentrale entwickeln wollen...

Alexander von Preen: Es ist kein Geheimnis, dass die Intersport bereits heute eine ganze Reihe von zu vergütenden Services wie bspw. im IT- oder Digitalumfeld anbietet. Darauf aufbauend haben wir einen Leistungskatalog erstellt, der all jene Services beinhaltet, die Mitglieder gerne von der Zentrale erfüllt sehen wollen. Natürlich will und kann in einer Genossenschaft nicht jedes Mitglied jeden Service nutzen. Wenn die Gemeinschaft aber möchte, dass die Zentrale diese Services bietet, weil sie von einer großen Mehrheit genutzt werden, dann muss die Gemeinschaft dafür auch einen fairen Beitrag zahlen – das ist der Hintergrund des angesprochenen Gemeinschaftsbeitrags. Das schafft Verbindlichkeit und Transparenz gleichermaßen.

sportFACHHANDEL: Mitglieder haben sich in der jüngsten Vergangenheit darüber beschwert, dass sich die Zentrale zu weit entfernt habe. Die Zentrale selbst wiederum betonte jüngst, dass ihr das nötige Retail-Know-how fehle, um selbst Händler zu sein. Wie wollen Sie unter diesen Voraussetzungen die richtigen Services für ihre Mitglieder anbieten?

Alexander von Preen: Wir arbeiten seit über einem Jahr an dem angesprochenen Leistungskatalog. Dafür sind wir seitdem in engem Austausch mit unseren Mitgliedern, sei es im persönlichen Gespräch, auf ERFA-Tagungen oder auf Ordermessen. Es waren in Summe mehr als 100 Mitglieder, die sich aktiv daran beteiligt haben. Anschließend haben wir diesen Katalog fokussiert auf jene Punkte, von denen eine große Mehrheit überzeugt war, dass diese in der Zentrale richtig aufgehoben sind. Diesen Katalog kennt nun jeder Händler. Es ist gar keine Frage, dass die Händler Retail besser beherrschen als wir. Uns geht es mit „Best in Sports“ um Arbeitsteilung. Was können wir zentralseitig effizienter aussteuern? Was können die Händler lokal besser umsetzen? Zu den Services, die die Zentrale erbringen kann und muss, gehören IT- und Digital-Themen, die Weiterentwicklung von Mitarbeitern, das Category Management, das Brand-Marketing. Dazu kann aber auch Buchhaltung gehören, wie es beispielsweise die Kollegen in Österreich erfolgreich praktizieren.

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Kompetenz heißt fokussieren. Teamsport soll künftig aber kein Fokussortiment mehr sein.
© Intersport

sportFACHHANDEL: Im März steht die Generalversammlung an – und die Abstimmung über das „Best in Sports“-Konzept. Was erwarten Sie sich davon?

Alexander von Preen: Mein Ziel ist es, das Konzept „Best in Sports“ auf der Generalversammlung am 9. März zur Abstimmung zu stellen. Ich bin fest davon überzeugt, dass dieser Weg richtig ist. Wir haben ein unglaublich starkes Asset, nämlich die Marke Intersport, die in der Fläche nahezu 800 Mal über unsere Händler vertreten ist. Darauf können wir aufbauen, um weiter zu wachsen und die Marktführerschaft kontinuierlich auszubauen. Ich freue mich deshalb auf eine gute Diskussion und dass die Eigentümer letztlich zustimmen werden.

sportFACHHANDEL: Auf wie viele Eigentümer hoffen Sie bei der Generalversammlung?

Alexander von Preen: Ich hoffe auf möglichst viele. Ich wünsche mir, dass sich die Genossen für Ihr Eigentum interessieren und mitarbeiten. Bei der Generalversammlung 2019 waren circa 160 Unternehmer vor Ort. Bei den anstehenden Themen hoffe ich, dass wir diese Zahl verdoppeln. Ich wünsche mir für das Konzept „Best in Sports“ eine qualifizierte Mehrheit.

sportFACHHANDEL: Herr von Preen, vielen Dank für das Gespäch!

Marcel Rotzoll

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Autor: Marcel Rotzoll

Stellv. Chefredakteur sportFACHHANDEL