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Saison 2014/15: Die Top-Trends in Weiß

  • Andreas Mayer
  • Samstag | 27. Dezember 2014  |  08:53 Uhr
Skifahren ohne Schnee ist wie Gucken ohne Anfassen. Wenn der Winter sich dann aber von seiner schönsten Seite zeigt, dann sind zumindest die Hersteller gewappnet und bieten für jeden erdenklichen Pistenspaß Top-Material.
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© ©ATOMIC_ChristianPondella

Vergessen wir mal für einen Moment die Krise, den Preiskampf, die Unsicherheit: Über 14 Mio. Deutsche, dazu knapp drei Mio. Schweizer und 2,6 Mio. Österreicher sind Skifahrer. Über zehn Prozent der Bevölkerung in Deutschland interessiert sich für die Sportart. Zum Vergleich: Für den allgegenwärtigen Fußball sind es – so die Zahlenwächter vom Statistischen Bundesamt – auch nur knapp 35 Prozent. Fazit: Skifahren ist nach wie vor „in“ – und das nicht nur in den Bergen …

Das Problem: Das Geschäft stagniert. Die Menge der produzierten Ski hat sich bei etwa 3,3 Mio. weltweit eingependelt, und trotzdem befindet sich nach wie vor viel zu viel Ware im Markt. Jahr für Jahr kämpfen die Hersteller um weiteres Wachstum. Zugute kommen ihnen dabei auch stets neue Trends wie Freestyle-Fahren oder neuerdings das Geschäft mit Skitouren.

Gleich mehrere Hersteller präsentieren in diesem Winter auch Ski für Skitouren. „Die All Country Kategorie hat es in sich. Niemand fordert die Entwickler von Head mehr heraus als unsere All Country-Fahrer“, heißt es seitens des Weltkonzerns. „Sie verlangen extrem leichte Materialien, die gleichzeitig extremsten Beanspruchungen standhalten müssen.“ Der „Galactic 84“, „geboren aus leichtesten Materialien mit modernsten De-signerkenntnissen“ soll dabei „eine unvergleichbare Downhillperformance“ gewährleisten. Ausgerüstet sind die Tourenski mit ERA 3.0 und Allride Rocker. Dank der Hybridform macht dieser Ski sowohl beim Aufstieg als auch bei der Abfahrt Spaß.

Der deutsche Traditionshersteller Völkl definiert mit seinen neuen „V-Werks BMT“ gleich eine völlig neue Skikategorie: Die Ski sind vollwertige Freerider und Tourer zugleich. Möglich wird diese Symbiose durch die Kombination fortschrittlicher Verbundwerkstoffe (Carbon, Aramid und Titanal), Ingenieurskunst und modernster Fertigungstechnologie, durch die ein Ski in 3-D Leichtbauweise entsteht, der zudem Haltbarkeit und Stabilität garantiert. Der Leistungsvorteil der BMT ergibt sich aus dem niedrigen Gewicht in Relation zur breiten Ski-Geometrie.

Als umsatzstarken Allrounder empfiehlt Völkl seinen „RTM 84“. Der Fullrocker misst 129 Millimeter an der Schaufel, verfügt über Titan-Elemente und ist sowohl Renn- als auch Off-Pisten tauglich. Dazu hat Völkl für den Winter 2014/15 seine beliebte High-Performance-Ski Serie „Code“ optimiert und stellt gleichzeitig zwei vollständig neu entwickelte Modelle vor. Die komplette Serie ist mit UVO-Technologie ausgestattet: Der „Schwingungstilger“ erlaubt es, auf versteifende Materialschichten zu verzichten und die Ski insgesamt leichter sowie beweglicher zu machen. Als Inspiration dienten Beispiele aus der Architektur, die ähnliche Systeme beispielsweise zur Dämpfung von Erdbebeneinflüssen auf Hochhäuser einsetzt.

Zu den Bestsellern von Atomic gehören die Ski der Nomad-Serie. Seit letztem Jahr werden sie durch die ARC Technology zusätzlich aufgewertet. Weil sich damit alle Kraft auf nur einen Fixierungspunkt konzentriert – den Anchor Point –, kann sich der Ski wie ein Bogen leicht und natürlich durchbiegen. So bleibt der Ski immer in direktem Kontakt mit dem Untergrund.

Atomic hat für die Wintersaison 2014/15 auch seine Rennski der Redster-Skiserie mit aktuellen Innovationen aufgemotzt: Mit der dritten Generation der Doubledeck-Technologie fährt sich der Redster nun noch einfacher und laufruhiger. Ebenso neu am Doubledeck 3.0: RAMP Tech. Zieht ein Skifahrer bei hohem Tempo einen Schwung, hebt RAMP Tech die Ferse leicht an. Dabei erhöht sich der Standwinkel automatisch um bis zu 10 Grad. Der Körperschwerpunkt verlagert sich nach vorn und man bleibt dadurch jederzeit zentral über dem Ski.

Für Freeskier läutet Atomic die „Sechste Reinkarnation“ des Kultskis „Bent Chetler“ ein. HRZN Tech ist das Ergebnis zweijähriger Tests durch Chris Benchetler und das Atomic-Freeski-Produktentwicklungsteam in Altenmarkt. Ziel war es, das ultimative Design zu entwickeln, um in allen Bedingungen im Powder zu spielen. Alles wurde versucht: von Shaved Edges über Bugformen bis hin zu völlig neuen Vorspannungsprofilen. Den Durchbruch brachte schließlich der Rocker mit erweitertem Horizont, bei dem die Ski an Tip und Tail zusätzlich seitlich aufgebogen sind. Das bedeutet zehn Prozent mehr Fläche vorne und hinten für besseres Fahren im zerfahrenen oder brüchigen Schnee, ohne dass die Schaufel stark nachfedert und ohne zusätzliches Schwunggewicht.

Mit 125 Millimetern unterhalb der Bindung ist der Blizzard „Spur“ das breiteste Brett, das jemals eine Presse aus der Mittersiller Skischmiede verlassen hat. Die Flip Core-Technologie mit umgedreht verbautem Leichtholzkern in der Skimitte erschafft den typischen Natural Rocker Shape. An Tip und Tail hingegen wurde das Holz sichtbar durch Carbon ersetzt. Freerider, die sich vornehmlich in hüfttiefem Powder wohlfühlen, werden das Surffeeling des Spurs lieben, ist Blizzard sich sicher.

Rossignol hat seine All-Mountain-Linie „Experience“ überarbeitet mit einer Symbiose aus Renn- und Freeride-Technologien. Zudem wartet das Modell mit der preisgekrönten, von Rossignol patentierten, Air-Tip-Technologie auf. Die Schaufel ist anderes als der übrige Ski gearbeitet und luftgefüllt. Diese Konstruktion sorgt für zusätzlichen Auftrieb und Wendigkeit. Zudem verlagert sich der Schwerpunkt dichter an den Fuß, was eine optimale Kraftübertragung bewirkt. Der neue Experience 84 CA verfügt zudem über einen 30 Prozent leichteren Paulownia-Holzkern.

Auch in die neue Rennserie „Hero“ haben die Franzosen noch einmal ihr gesamtes Know-how gesteckt. Und wer nach einer schnellen, steuerbaren, hochausgerüsteten Speedmaschine von Head sucht, der sollte den „i.Supershape Speed“ mit ERA 3.0S in jeder ernstzunehmenden Skiwand vorfinden können.

Der von Blizzard von Grund auf neu konzipierte „R-Power FS IQ“ profitiert von einer innovativen 3Matrix-Technologie: Die Kante liegt in jeder Fahrsituation vollständig auf und garantiert Kantengriff. Mit integriertem Stoßdämpfer minimiert der Ski Vibrationen, das bedeutet perfekte Laufruhe auch bei Höchstgeschwindigkeit. Die Konstruktion mit Full Camber ohne Rocker ermöglicht hochsportliches Handling.

K2 empfiehlt hochsportlichen Allmountain-Fahrern seinen All-Terrain Rocker „AMP Rictor 82 XTi“. Das beliebte Rictor Chassis ist mit All-Terrain RoX Technologie ausgestattet und nach wie vor in Sachen Performance, Kantengriff und Kontrolle bei allen Bedingungen zuhause. Vom Speed Rocker „AMP Charger“ erwartet man auch viel Action im Handel. Das sehr wendige und reaktionsfreudige Chassis soll Könner bei jeder Gelegenheit gut in Szene setzen.

Die US-Amerikaner setzen aktuell zudem einen besonderen Fokus auf Frauen im Sport. So trafen sich Anfang November Sporthändlerinnen und Vertreterinnen der Einkaufsverbände in Karthaus im Schnalstal, um die neue Skisaison willkommen zu heißen und gleichzeitig die neue K2 Ski-Kollektion für die Saison 2015/16 exklusiv zu testen. Für diesen Winter empfiehlt K2 den Damen den „Speed Rocker Potion 74 XTi“. Die sportliche Metall-Laminat-Konstruktion und die Speed RoX Technologie ermöglichen eine kraftvolle Schwungeinleitung und extremen Kantengriff auch für Damen. Rossignol hält für sportliche Skifahrerinnen sogar eine eigene All-Mountain-Serie bereit. Die Modelle der Linie „Temptation“ verfügen ebenfalls über die Air Tip-Technologie, sind jedoch speziell an die weibliche Morphologie angepasst.

Head setzt bei den Frauen-Ski auf den ultraleichten Joy Ski und natürlich auf Lindsey Vonn, die eine eigene Signature Edition anbietet. Der „Super Joy“ wurde bei Alpinski in der Kategorie Pistenski als „Winner“ ausgezeichnet.

Bei Atomic wurden die Cloud-Ski der Mittelklasse mit der Bend-X-Technologie ausgestattet. Skiläuferinnen können damit den Ski leichter biegen und Schwünge einleiten. Und die Top-Cloud-Modelle gibt es nun mit ARC Technology. So kann der Winter kommen!

Andreas Mayer

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Autor: Andreas Mayer

Chefredakteur sportFACHHANDEL / Wanderlust / SkiMAGAZIN

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 22 / 2014