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Onlineshop soll Frequenz steigern: Elan startet online

  • Marcel Rotzoll
  • Mittwoch | 30. November 2016  |  11:17 Uhr
Skihersteller Elan schaltete am 15.11. einen Webshop scharf. Anders als so mancher Mitbewerber soll jedoch der Fachhandel mittels des Dienstleisters Arendicom in den Online-Shop eingebunden werden.

Text: Marcel Rotzoll

Die vergangenen schneearmen Winter haben den Leidensdruck in Handel und Skiindustrie alles andere als verringert. Wenn Lieferanten dann auch noch ankündigen, online selbst verkaufen zu wollen, stellt sich für manchen Wintersport-Händler die Frage, ob man schlicht zum Schaufenster degradiert wird. Solche Befürchtungen will der slowenische Skihersteller Elan bei der Vorstellung des eigenen Online-Shops, der Mitte November an den Start ging, zerstreuen: Nicht Konkurrenz, sondern Partnerschaft mit den Fachhandelspartnern sei das Ziel. Gelingen soll dies über den Dienstleister Arendicom, der den Fachhandel in den Verkaufsprozess einbindet.

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Und Action: Elan will mit eigenem Onlineshop für Frequenz im Handel sorgen
© Klemen Razinger

Bekannt ist das System beispielsweise von Vaude. Bestellt ein Kunde über den Elan-Webshop, erhalten teilnehmende Händler, mit Vorrang des örtlich nächstgelegenen, die Bestellung zur Abwicklung angeboten. Erst dann, wenn kein Händler die Bestellung abwickeln kann oder will, übernimmt Elan selbst den Auftrag. Entscheidet sich der Kunde in diesem Fall für die Variante Dropshipment, also die Abholung im Laden, erhält der entsprechende Elan-Fachhandelspartner trotzdem „eine Provision in Höhe von 20 % des Netto-Verkaufspreises“. Lediglich bei der Homeshipment-Variante bleibt der Fachhandel außen vor. Der Dienstleister Arendicom wird Vertragspartner des Händlers und übernimmt neben der Integration des Webshops den Kundenservice, die Debitorenbuchhaltung sowie die Reklamationsabwicklung.

Auf Nachfrage erläutert Elan-Deutschland-Geschäftsführer Roland Wagner die Hintergründe:„Einige große Händler verkaufen online bereits erfolgreich Ski. Gleichzeitig ist der Preiswettbewerb im Internet stark ausgeprägt. Natürlich können wir hier keinen Einfluss nehmen. Aber wir sehen, dass der stationäre Handel hier Schwierigkeiten hat, wettbewerbsfähig zu bleiben. Das wollen wir ändern, indem wir unseren Fachhandelspartnern gemeinsam mit unserem Partner Arendicom eine Plattform bieten, über die sie auch online Ski verkaufen können. Hinzu kommt, dass sich die Zielgruppen in unserer Branche immer mehr fragmentieren und gleichzeitig kleiner werden. Viele Händler können gar nicht mehr alle Produktgruppen für die verschiedenen Zielgruppen anbieten. Das ist jetzt aber möglich mit dem Elan-Händlershop. Hat der Händler den gewünschten Ski nicht vorrätig, kann er den Kunden trotzdem über den Elan-Händlershop an sich binden. Denn unser Ziel wird stets bleiben, die Kunden in die Geschäfte unserer Partner zu lenken. Bei jedem Bestellvorgang im Händlershop fragen wir den Konsumenten zunächst, bei welchem Händler er kaufen möchte. Selbst dann, wenn sich der Kunde entscheidet über Elan zu kaufen, weisen wir darauf hin, dass Bindungsmontage und -einstellung in einem Fachgeschäft erfolgen sollten. Und das nicht nur wegen der Sicherheit der Skifahrer, sondern auch, um dem Fachhandel selbst im Falle eines reinen Online-Kaufs die Kunden doch noch zuzuführen.“

Im Elan-Onlineshop sollen „ausschließlich Produkte der laufenden Saison“, aber keine Auslaufware angeboten werden. Die Ski selbst sollen zu „marktgerechten“ Preisen angeboten werden, Zugabeaktionen, wie beispielsweise Skistöcke gratis, werden nicht ausgeschlossen. Bereits jetzt seien ca. 60 Händler, darunter „sehr renommierte“, aus Deutschland und Österreich an Bord, die Zahl soll im kommenden Jahr auf 150 steigen.

Rotzoll

Autor: Marcel Rotzoll

Stellv. Chefredakteur sportFACHHANDEL

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 14 / 2016