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INDIGO stellt Insolvenzantrag

  • Andreas Mayer
  • Montag | 27. April 2020  |  12:45 Uhr
Ein rückläufiges Lizenzgeschäft und die verkürzte Wintersport-Saison aufgrund der Corona-Beschränkungen haben die Schwabe & Baer GmbH in wirtschaftliche Schieflage gebracht.
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Die Schwabe & Baer Entwicklungsgesellschaft hat beim Amtsgericht München einen Insolvenzantrag gestellt. Das Insolvenzgericht hat den Sanierungsexperten Rolf G. Pohlmann zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Unter seiner Aufsicht soll der Betrieb fortgeführt und auf Sanierungskurs gebracht werden. Gemeinsam mit der Geschäftsleitung sucht er auch nach einem Investor.

Schwabe & Baer entwickelt, fertigt und vertreibt insbesondere unter ihrer Luxus-Eigenmarke INDIGO sowie in Lizenz des Modeunternehmens Bogner hochwertige Wintersport-Artikel wie Ski, Skistöcke, Snowboards, Skihelme und -brillen. Darüber hinaus fertigt und vertreibt das Unternehmen im Rahmen entsprechender Lizenzverträge Ski- und Fahrrad-Helme sowie Sport-Brillen für die Mode- und Sportmarken O’Neill, St. Moritz sowie zuletzt noch für den FC Bayern München. Die Entwicklungs-Gesellschaft wurde 2003 gegründet und hat ihren Sitz in Unterföhring bei München.

Eine der Ursachen für die Insolvenz waren nach Einschätzungen der Geschäftsführung die unzureichenden Einnahmen aus dem Geschäft mit lizensierten Produkten im sog. Mittelpreissegment. Den hohen Investitionskosten standen entgegen der ersten Erwartungen letztlich keine entsprechenden Umsätze gegenüber. In diesem Winter kamen die Auswirkungen der Corona-Krise mit der deutlich verkürzten Ski-Saison hinzu, die den Absatz weiter einbrechen ließen. In den vergangenen Jahren hatte INDIGO mit Nachordern noch erhebliches Geschäft realisiert.

INDIGO werde sich im Rahmen des Sanierungskonzeptes vorrangig wieder auf die Kooperation mit Bogner und die Stärkung der eigenen Marke konzentrieren, heißt es. Der Betrieb wird nach einem gemeinsamen Entschluss der Geschäftsführung und des vorläufigen Insolvenzverwalters bis auf weiteres mit der vorhandenen Mannschaft fortgesetzt. Auch der Werksverkauf in Unterföhring soll nach Ende der behördlich angeordneten „Corona-Beschränkungen" wieder geöffnet werden.

Andreas Mayer

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Autor: Andreas Mayer

Chefredakteur